Martinsrieth
Vom alten Stolbergischen Amte Röblingen lag im Sächsischen Friesenfelde das Dorf Martinsrieth. Es ist in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts durch Flämische Kolonisten im Sumpfrieth der Helme gegründet und nach dem heiligen Martinus, dem Patron der Dorfkirche, genannt worden. Im Jahre 1180 erfolgt die Ersterwähnung des Ortes als M e r t e n s R i e t e = Rieddorf des hl. Martin.
(Quelle: Karl Meyer, Chronik des landräthlichen Kreises Sangerhausen, Nordhausen 1892 und K. Thieme, H.u.G. "Goldene Aue" e.V.; .; Verbandsgemeinde Goldene Aue, Ortsseite Martinsrieth.)
316
Der heilige Martin von Tours, nach dem Martinsrieth vermutlich seinen Namen erhielt, wurde um 316 in Savaria in Pannonien, dem heutigen Szombathely in Ungarn, geboren. Er war zunächst römischer Soldat und wurde später Bischof von Tours. Martin starb wahrscheinlich im Jahr 397 in Candes bei Tours. Sein Gedenktag ist der 11. November, der Martinstag oder Martini.
Auch die Martinsriether Kirche steht unter dem Patrozinium des heiligen Martin. In älteren örtlichen Aufzeichnungen wird zudem ein bunt staffiertes Bild des Heiligen an der Empore erwähnt. Karl Meyer erklärte 1892 den Ortsnamen Martinsrieth damit, dass die Siedlung nach dem heiligen Martinus, dem Schutzpatron der Kirche, benannt worden sei.
Mit dem Martinstag waren in Martinsrieth auch alte örtliche Bräuche verbunden. Überliefert sind unter anderem die Martinsgans, Abgaben zum Martinstag und die Kirmes am Sonntag vor Martini.
Die bekannte Erzählung, Martin habe sich vor seiner Wahl zum Bischof in einem Gänsestall versteckt und sei durch das Geschnatter der Gänse verraten worden, gehört zur späteren Legendenüberlieferung und ist nicht als historische Tatsache belegt.
Quellen: Biographische Darstellungen zu Martin von Tours; ältere örtliche Aufzeichnungen zur Martinsriether Kirche und zu den Martini-Bräuchen; Karl Meyer, „Chronik des landräthlichen Kreises Sangerhausen“, 1892.
ca. 800
Um 800 wurde der Lauf der Helme verändert. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“
805
Heerstraße
Im Jahr 805 soll die Straße von Borxleben über Riethnordhausen, Martinsrieth und Almensleben nach Sangerhausen als Teil der Heer- und Handelsstraße von Erfurt nach Magdeburg unter Karl dem Großen angelegt worden sein. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“
968
Helme
Im Jahr 968 wurde die Helme unter der Bezeichnung „Helmella“ erwähnt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“
979
Helme
Im Jahr 979 wurde die Helme unter der Bezeichnung „Helmenaha fluvius“ erwähnt, sinngemäß „Fluss Helme“. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“
1014
Bann Kaltenborn
Nach der Darstellung in der „Zeittafel Martinsrieth“ deckte sich der Bann Kaltenborn (mittelalterlicher Herrschafts- und Gerichtsbezirk) mit dem Gau Friesenfeld (ältere großräumige Gebietsbezeichnung). Zu diesem Bann soll später auch Martinsrieth gehört haben.
In diesem Zusammenhang wird die Helme unter der Bezeichnung „Helmenaha“ erwähnt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“
1129
Kloster Walkenried
Im Jahr 1129 erreichte ein Gründungskonvent aus zwölf Mönchen und einem Abt des Zisterzienserklosters Kamp am Niederrhein Walkenried. Die Stiftung des Klosters war bereits 1127 durch Adelheid von Walkenried erfolgt. (Das Kloster Walkenried spielte später eine bedeutende Rolle bei der Urbarmachung der Helmeniederung.) Quellen: Historische Unterlagen von Martinsrieth; ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried, Klostergeschichte.
1144
Besiedlung des oberen Helmerieds
Im Jahr 1144 begann das Kloster Walkenried mit der Trockenlegung und Urbarmachung des Oberen Rieds in der Helmeniederung. Damit setzte eine planmäßige Erschließung der zuvor sumpfigen Landschaft ein.
Nach den überlieferten Martinsriether Unterlagen wurden bei der Kultivierung auch flämische Siedler (Siedler aus Flandern, einer historischen Region im heutigen Belgien, den Niederlanden und Nordfrankreich) herangezogen, die Erfahrung mit der Entwässerung und Bewirtschaftung feuchter Gebiete besaßen.
Das bereits 1141 gegründete Walkenrieder Tochterkloster Sittichenbach spielte später ebenfalls eine Rolle bei der Erschließung der Region.
Quellen: Historische Unterlagen von Martinsrieth; ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried, Klostergeschichte.
1148
„Oh“ – Aue
Im Jahr 1148 wird in einer Urkunde des Klosters Walkenried ein Ort mit der Bezeichnung „Oh“ (Aue) erwähnt. Karl Meyer und R. Rackwitz brachten diesen Ort später mit dem flämischen Dorf Langenrieth bei Görsbach in Verbindung. Zur Entwässerung und Urbarmachung des Helmerieds wurden Gräben und Dämme angelegt. In diesem Gebiet siedelten sich flämische Kolonisten an, die an der Erschließung der sumpfigen Landschaft beteiligt waren. Im Oberen Ried entstanden beziehungsweise bestanden mehrere mit der flämischen Besiedlung in Verbindung gebrachte Siedlungen, darunter Langenrieth, Vorrieth und Horne.
Quellen: Historische Unterlagen von Martinsrieth; Karl Meyer/R. Rackwitz, „Der Helmegau“, 1888.
1079
Sachsgraben
Der Sachsgraben bildete nach der Darstellung von Karl Meyer und R. Rackwitz einen Teil einer alten Grenze zwischen sächsischem und thüringischem Gebiet. Die Autoren beschreiben ihn als einen künstlich angelegten Graben, der zugleich einen Abschnitt der Grenze zwischen den kirchlichen Gebieten von Mainz und Halberstadt markierte. Zur Rekonstruktion dieses Grenzverlaufs ziehen Meyer und Rackwitz urkundliche Zeugnisse aus der Zeit von 781 bis 1079 heran. Der Sachsgraben verlief von der Helme aus in nördlicher Richtung weiter in das Gebiet zwischen Wallhausen und Sangerhausen.
Für Martinsrieth ist dieser Grenzverlauf von besonderer Bedeutung: Im Archidiakonatsregister (mittelalterliches kirchliches Verwaltungsverzeichnis) wird Martinsrieth neben Almensleben und Kieselhausen als Grenzort des Bannes Kaltenborn (mittelalterlicher Herrschafts- und Gerichtsbezirk) genannt. Wallhausen gehörte dagegen zum angrenzenden Bann Berga inferior. Zwischen den Grenzorten dieser beiden Bezirke verlief nach Meyer und Rackwitz die alte Gau- und Bistumsgrenze.
Den Namen „Sachsgraben“ deuten die Autoren als Hinweis auf seine frühere Funktion als Grenze zwischen sächsischem und thüringischem Gebiet.
Quelle: Karl Meyer und R. Rackwitz, „Der Helmegau“, Halle a. S. 1888, insbesondere S. 4–6 und 20.
1179- 1188
Besiedlung des Unteren Helmerieds
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Urbarmachung und Besiedlung des Unteren Helmerieds vorangetrieben. Flämische Siedler wirkten an der Entwässerung und Kultivierung des sumpfigen Landes mit.
In diesem Zusammenhang entstanden beziehungsweise entwickelten sich die Rieddörfer Martinsrieth, Lorenzrieth, Katharinenrieth und Nikolausrieth. Lorenzrieth besteht heute nicht mehr und ist wüst gefallen (die Siedlung wurde aufgegeben und verschwand).
Nach älteren Martinsriether Aufzeichnungen war die Zahl der angesiedelten Familien zunächst gering. Genannt werden für Weidenhorst 5, Martinsrieth 13, Lorenzrieth 10, Katharinenrieth 10 und Nikolausrieth 5 Kolonistenfamilien.
Martinsrieth wurde als langgestrecktes Reihendorf an der Südseite der Großen Helme angelegt. Entwässerungsgräben, Dämme und die regelmäßige Einteilung der Flur prägten die neu gewonnene Kulturlandschaft.
Nach den älteren örtlichen Aufzeichnungen soll jede Kolonistenfamilie bei der Besiedlung eine Hufe zu 32 Acker erhalten haben. Je eine weitere Hufe war dem Schulzen und der Kirche zugedacht.
(Hufe: mittelalterliches Landmaß, dessen Größe je nach Zeit und Region unterschiedlich war. Zum Vergleich entsprach eine Hufe nach dem späteren Magdeburger Flächenmaß etwa 30 Morgen bzw. 7,7 Hektar.)
Eine alte Sage erklärt die Namen der vier Rieddörfer mit den Geschwistern Martin, Nikolaus, Lorenz und Katharina. Martinsrieth, Nikolausrieth, Lorenzrieth und Katharinenrieth sollen demnach nach ihnen benannt worden sein. Historisch belegt ist diese Erzählung nicht.
Für Martinsrieth ist eine andere Namensdeutung deutlich besser belegt: Karl Meyer führte den Ortsnamen 1892 auf den heiligen Martinus, den Patron der Martinsriether Kirche, zurück. Der Name kann demnach sinngemäß als „Ried des heiligen Martin“ beziehungsweise „Rieddorf des heiligen Martin“ verstanden werden.
Quellen: Ältere Darstellung „Die Entwicklung des Dorfes Martinsrieth“, Materialsammlung zur Ortsgeschichte Martinsrieths; Karl Meyer, „Chronik des landräthlichen Kreises Sangerhausen“, Nordhausen 1892; Klaus Thieme, „Aus der Heimatgeschichte – Die Orte unserer Verwaltungsgemeinschaft“, Zeittafel zur Ortsgeschichte Martinsrieths.
1180
Überlieferte Ersterwähnung
Nach den Aufzeichnungen des Martinsriether Ortschronisten Klaus Thieme wurde Martinsrieth im Jahr 1180 erstmals unter der Namensform „Mertens Riete“ erwähnt. Thieme deutet den Namen als „Rieddorf des hl. Martin“. Quelle: Klaus Thieme, „Aus der Heimatgeschichte – Die Orte unserer Verwaltungsgemeinschaft“, Zeittafel zur Ortsgeschichte Martinsrieths.
1188
Kaiser Barbarossa und das Ried
Mit der Urbarmachung des Helmerieds verbindet sich eine alte regionale Überlieferung um Kaiser Friedrich I. Barbarossa.
Ende August 1188 zog der Kaiser von Nordhausen in Richtung Allstedt. Der Überlieferung zufolge führte ihn sein Weg dabei durch die Goldene Aue. Hier soll Barbarossa die inzwischen angelegten Entwässerungsgräben und Schutzdämme besichtigt und gesehen haben, wie sich das ehemals sumpfige Untere Ried durch die Kultivierungsarbeiten in nutzbares Acker- und Wiesenland verwandelt hatte.
Tatsächlich ist Barbarossas Aufenthalt in Allstedt urkundlich belegt: Am 1. September 1188 stellte er dort eine Urkunde für das Kloster Walkenried aus.
Mit der Urbarmachung des Unteren Rieds war in den letzten Regierungsjahren Barbarossas der Walkenrieder Klosterbruder Jordan betraut worden. Eine spätere Urkunde Kaiser Ottos IV. aus dem Jahr 1209 berichtet rückblickend ausdrücklich, dass Friedrich I. das von häufigen und starken Überschwemmungen heimgesuchte Untere Ried durch Jordan entwässern und für menschliche Besiedlung und Ackerbau nutzbar machen ließ.
Ob Barbarossa die Arbeiten auf seinem Weg nach Allstedt tatsächlich persönlich besichtigte, lässt sich urkundlich nicht nachweisen. Diese Einzelheit gehört zur regionalen Überlieferung. Der historische Kern der Erzählung – Barbarossas Aufenthalt in der Region, seine Förderung der Kultivierung des Unteren Rieds und die Tätigkeit des Walkenrieder Bruders Jordan – ist jedoch belegt.
Quellen: Niedersächsisches Landesarchiv, Urkundenbestand Kloster Walkenried; Urkunde Kaiser Ottos IV. von 1209; regionale Überlieferung zur Goldenen Aue.
Bau Kirche
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Martinsriether Kirche erbaut. (Quelle Helme Kurier Nr. 8/1995 „Zeittafel Martinsrieth)
vor 1200
Gau Friesenfeld
Martinsrieth gehörte zum Gau Friesenfeld. Nach 1200 verloren die alten Gaugrenzen zunehmend an Bedeutung und verwischten sich. (Gau: mittelalterliche Bezeichnung für ein größeres Landschafts- und Siedlungsgebiet.)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1209
Hochwasser
Im Jahr 1209 glich das Untere Helmetal einem See. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1270
Bau Helmbrücke
Die Helmebrücke am Ortseingang soll bereits im Jahr 1270 erbaut worden sein. Die alte Brücke, die 1845 abgebrochen wurde, trug die Jahreszahl 1270.
Die Stadt Sangerhausen war verpflichtet, die Brücke zu unterhalten.
Vor dem Bau der Brücke wurde die Helme an dieser Stelle durch eine Furt überquert (eine flache, passierbare Stelle im Fluss). Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; „Glocken- und Turmnachrichten“.
1277
Die große Helme
Aus einer Walkenrieder Urkunde aus dem Jahr 1277 geht hervor, dass die Große Helme ihren damaligen Lauf an den beiden Mühlen in Brücken vorbei und weiter durch den Wüsten Gang in Richtung Martinsrieth nahm. („Wüster Gang“: alter Flurname.) Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1316
Weidenhorst
Im Jahr 1316 wird Weidenhorst bei Martinsrieth unter der Namensform „Widenhorst“ erwähnt. Der Name wird als „Siedlung am Weidenhorst“ beziehungsweise „Siedlung am Weidendickicht“ gedeutet.
Nach der überlieferten Darstellung soll Weidenhorst das erste Flamendorf des Unteren Rieds gewesen sein.
Die Siedlung lag zwischen Wallhausen und Martinsrieth.
Für das Jahr 1316 ist außerdem der Anbau von Gerste überliefert. Als erste Feldfrüchte im Ried werden Hafer und Hirse genannt. (Weidenhorst existiert heute nicht mehr; die ehemalige Siedlung ist wüst gefallen, also aufgegeben worden und verschwunden.) Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1330
Goldene Aue
Im Jahr 1330 wird erstmals die Bezeichnung „güldene Aue“ erwähnt. Quelle: Historische Unterlagen von Martinsrieth.
1337
Wydenhorst
Im Jahr 1337 wird Weidenhorst unter der Namensform „Wydenhorst“ erwähnt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1349
Sente Martins Riete
In einer Urkunde des Herzogs Magnus von Braunschweig wird Martinsrieth im Jahr 1349 unter der Namensform „Sente Martins Riethe“ erwähnt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1350
Kirchenglocke
Die größte Kirchenglocke von Martinsrieth trägt die Jahreszahl 1350. Ihr unterer Durchmesser beträgt etwa 92 cm.
Die Glocke trägt die Inschrift: „WILLEHELM DI MACHTE MICH“
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“
1353
Martinsriether Kamp
Im Jahr 1353 wird der Flurname „Martinsriether Kamp“ erwähnt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1359
"sante Mertinsriete"
Im Jahr 1359 wird Martinsrieth unter der Namensform „sante Mertinsriete“ erwähnt. Quelle: Karl Meyer, „Chronik des landräthlichen Kreises Sangerhausen“, Nordhausen 1892.
1400
Pfarrkirchdorf Martinireyt
Um 1400 wird Martinsrieth als Pfarrkirchdorf unter der Namensform „Martinireyt“ erwähnt.
Quelle: Karl Meyer, „Chronik des landräthlichen Kreises Sangerhausen“, Nordhausen 1892.
1421
Lorenzrieth und St. Martinsrieth
Im Jahr 1421 verlieh Graf Botho der Ältere zu Stolberg Ländereien und Zinsen „zu Lorenzrieth und St. Martinsrieth“.
Aus dieser Zeit sind außerdem die Namensformen „Widehorst“ für Weidenhorst und „St. Martinsrieth“ für Martinsrieth überliefert. Quellen: Karl Meyer, „Chronik des landräthlichen Kreises Sangerhausen“, Nordhausen 1892; Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1422
Weidenhorst
Im Jahr 1422 wird Weidenhorst unter der Namensform „Widenhorst“ erwähnt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1443
Weidenhorst
Im Jahr 1443 waren die Feudalherren von Bila (Angehörige des Adelsgeschlechts von Bila) mit dem Schultheißenamt (Amt des örtlichen Vorstehers bzw. Richters) in Weidenhorst belehnt (mit diesem Amt und den dazugehörigen Rechten ausgestattet).
Aus dieser Zeit sind folgende Flurnamen überliefert: Niederflur, Mittelflur, Steinbänke, Hofstätte, Halbe Hufe, Heergilde und Gehässel. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“
1445
Helmbrücke
Die Stadt Sangerhausen war verpflichtet, die Brücke bei Martinsrieth zu unterhalten. Im Jahr 1445 ließ der Rat der Stadt die Brücke neu errichten.
Im Jahr 1828 weigerte sich der Rat der Stadt Sangerhausen, die Brücke erneut zu errichten.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1457
Mertenriettichen
Im Jahr 1457 wird Martinsrieth unter der Namensform „Mertenriettichen“ erwähnt. Zu dieser Zeit stand der Ort unter Stolberger Herrschaft. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1467
Mertinsrieth
Im Jahr 1467 wird Martinsrieth unter der Namensform „Mertinsrieth“ erwähnt.
Quelle: Karl Meyer, „Chronik des landräthlichen Kreises Sangerhausen“, Nordhausen 1892.
1505
Im Jahr 1505 wird Weidenhorst erwähnt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1523
Hauswirte
Im Jahr 1523 hatte Martinsrieth 26 Hauswirte. (Hauswirte: Haushaltsvorstände beziehungsweise Besitzer oder Bewirtschafter eines Hauses.) Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1524
Pfarrer Leonhard Burkard
Am 15.03.1524 zog der Martinsriether Pfarrer Leonhard Burkard wegen „aufrührerischer Predigt und Handel“ den Zorn Herzog Georgs auf sich. Daraufhin wurde er in Dresden inhaftiert.
Am 28.07.1526 schrieb der Herzog, Burkard sei „seines Gefängnisses entledigt“ worden und solle sich nach Rom begeben, um sich dort von seinem Irrtum absolvieren zu lassen (kirchlich lossprechen zu lassen).
Da er sich jedoch „nachlässig gezeigt und keine Folge gethan“ hatte, wurde er in Erfurt erneut „behaftet“ (festgenommen).
Am 29.10.1526 schwor Burkard schließlich Urfehde (eidliches Versprechen, wegen der erlittenen Haft keine Rache oder Fehde zu beginnen).
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1525
Bauernkrieg
Auch Martinsrieth war in die Ereignisse des Deutschen Bauernkrieges von 1525 unmittelbar einbezogen.
Für Martinsrieth werden zu dieser Zeit 26 „besessene Mann“ genannt (grundbesitzende bzw. wirtschaftlich selbstständige Männer). Einwohner des Ortes beteiligten sich vom 1. bis 6. Mai 1525 am Zug des Mühlhäuser und Thüringer Haufens durch das Eichsfeld. In den überlieferten Aufzeichnungen wird Martinsrieth dabei gemeinsam mit weiteren Orten der Umgebung, darunter Hackpfüffel und Riethnordhausen, genannt.
Für seine Beteiligung am Bauernkrieg wurde Martinsrieth später mit einer Strafe von 130 fl. belegt (fl. = Florin bzw. Gulden, eine damalige Währung).
Auch der Ort selbst wurde zum Schauplatz der Ereignisse. Im Mai 1525 versammelten sich Bauern aus der Sangerhäuser Gegend auf der Sauweide bei Martinsrieth (Bezeichnung einer Weidefläche).
Nach den historischen Unterlagen von Martinsrieth schrieb das Frankenhäuser Bauernlager am 11. Mai 1525 an Graf Ernst von Mansfeld. Er wurde aufgefordert, am folgenden Tag um 12 Uhr zu Verhandlungen an die Brücke bei Martinsrieth zu kommen; freies Geleit wurde ihm zugesichert.
Für den 12. Mai 1525 war an der Martinsriether Brücke ein Treffen zwischen Albrecht von Mansfeld und dem Frankenhäuser Haufen vorgesehen. Die Verhandlung kam jedoch nicht zustande, da Albrecht von Mansfeld nicht erschien.
Martinsrieth gehörte in dieser Zeit zur Unterpflege des Amtes Sangerhausen. Zu ihr gehörten außerdem Oberröblingen, Edersleben und Riethnordhausen.
Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Historische Unterlagen von Martinsrieth.
1528
Verbesserung der Wege
Am 5. Januar 1528 erteilte Herzog Georg der Bärtige dem Amtmann den Befehl, für eine Verbesserung der Wege zwischen Martinsrieth und Riethnordhausen zu sorgen, damit die Fuhrleute ihren Weg über Sangerhausen nehmen konnten. (Fuhrleute: Personen, die mit Pferde- oder Ochsenfuhrwerken Waren transportierten.) Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1534
Hiebel und die Wüstung Weidenhorst
Im Jahr 1534 wird der „Hiebel“ genannt. Damit wurde Land zwischen dem alten Heygell und dem Kirchacker bei Martinsrieth in der Flur Weidenhorst bezeichnet.
Weidenhorst wird zu dieser Zeit bereits als wüst bezeichnet (die Siedlung war aufgegeben worden und bestand nicht mehr als bewohnter Ort). Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1541
Hirtenbrief
Am 26. August 1541 erging ein Hirtenbrief des Sangerhäuser Superintendenten Andreas Menser (leitender Geistlicher eines Kirchenbezirks) zur neugebildeten Ephorie Sangerhausen (Kirchenbezirk unter der Leitung eines Superintendenten).
Zu den Unterzeichnern gehörten unter anderem:
Sylvester Finke, Pastor in Riethnordhausen
Andreas Moringer in Martinsrieth
Martin Cramer in Brücken
Werner Nestler, Pleb. in Hohlstedt
Valentin Buermann, Pleb. in Wallhausen
Johann Hochburg, Vikarius in Wallhausen
(Pleb. = Pleban, ältere Bezeichnung für einen Pfarrer bzw. Geistlichen einer Pfarrkirche; Vikarius = Geistlicher, der einen Pfarrer unterstützte oder vertrat.)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1547
Hausbesitzer
Für das Jahr 1547 sind in Martinsrieth 18 Hausbesitzer überliefert, die den Hausnummern 1 bis 18 zugeordnet werden. Ob es sich dabei tatsächlich um bereits 1547 gebräuchliche Hausnummern handelte, lässt sich aus der Quelle nicht klären. Möglich ist auch, dass die historischen Hofstellen später mit den damals gebräuchlichen Hausnummern versehen wurden, um ihre Lage im Dorf nachvollziehbar zu machen.
Die Angabe gibt dennoch einen interessanten Einblick in die damalige Größe Martinsrieths. Im Jahr 1523 werden noch 26 Hauswirte genannt, während für 1547 18 Hausbesitzer verzeichnet sind. Die Begriffe Hauswirt und Hausbesitzer müssen dabei nicht zwingend dieselbe Bedeutung haben.
Erbbuch
Das Erbbuch (Verzeichnis über Besitz, Abgaben, Rechte und Pflichten der Einwohner und Grundstücke) von 1547 enthält darüber hinaus Angaben zu den damaligen Besitz- und Rechtsverhältnissen. Darin sind unter anderem die landesherrlichen Einkünfte aus der Weidenhorster Flur verzeichnet.
Der Schulze (Dorfvorsteher mit Verwaltungsaufgaben) war verpflichtet, ein Lehnspferd (ein aufgrund seiner Lehnspflichten bereitzuhaltendes Pferd) zu halten. Nach den überlieferten Angaben erhielt jede Familie bei der Gründung des Ortes eine Hufe zu 32 Acker (etwa 30 Morgen). Zusätzlich stand dem Schulzen von Amts wegen eine Hufe und der Kirche ebenfalls eine Hufe zu.
Der Erwerb der Güter und ihre rechtmäßige Vererbung waren an den Kirchgang gebunden. Unterließ ein Erbe diesen, fiel im Unterried die Hälfte, im Oberried ein Drittel an das Erbschulzengut (der zum erblichen Amt des Schulzen gehörende Hof- und Grundbesitz) beziehungsweise den Erbschulzen (Schulze, dessen Amt erblich weitergegeben wurde). Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Flämisches Gericht in Martinsrieth
In in Martinsrieth das sogenannte Flämische Gericht. Die ausführlichste überlieferte Fassung findet sich bereits im Erbbuch von 1547; auch für 1613 ist das Gericht belegt.
Nach den überlieferten Gerichtsartikeln fanden jährlich zwei Gerichtstage statt: einer nach Walpurgis (1. Mai) und einer nach Michaelis (29. September).
Den Vorsitz führte der Landrichter im Beisein des Schössers oder Vogtes zu Röblingen. An der Gerichtsbank saßen außerdem die beiden Schöppen des Rieds sowie der Riethschöppe von Riethnordhausen. Das Gericht wurde in Martinsrieth „auf der Gasse oder der Schenke“ abgehalten.
(Schöppen: Laienrichter bzw. Beisitzer des Gerichts; Schösser: herrschaftlicher Beamter, insbesondere für Verwaltungs- und Abgabenangelegenheiten.)
Das Gericht betraf nicht nur Einwohner Martinsrieths. Zum sogenannten „Landmann“ gehörten alle Personen, die Riedstücke besaßen – unabhängig davon, ob sie in Martinsrieth, Sangerhausen, Brücken, Wallhausen, Riethnordhausen oder anderswo wohnten. Wurden sie von den Riethschöppen zum Gericht geladen, mussten sie erscheinen; bei Nichterscheinen drohte eine besondere Geldbuße.
In den überlieferten Aufzeichnungen heißt es:
„Werden jährlich 2 Gerichte nach Walpurgis und nach Michaelis durch den Landrichter im Beisein des Schössers oder Vogts zu Röblingen gehalten. Sitzen die beiden Schöppen im Rieth und der Riethschöppe von Riethnordhausen mit in der Bank im Dorfe Martinsrieth auf der Gasse oder der Schenke …“
Das Flämische Gericht zeigt, dass sich besondere Rechts- und Gerichtsgebräuche der Riedlandschaft über Jahrhunderte erhalten hatten und Martinsrieth dabei als Gerichtsort eine wichtige Rolle spielte.
Neben dem flämischen Gericht zu Martinsrieth bestand auch das Weydenhorstische Gericht, ebenfalls ein flämisches Gericht mit ähnlichen Gerichtsartikeln
Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Friedrich Schmidt, „Das flämische Gericht und das Schulzenamt zu Martinsrieth“, Sangerhäuser Zeitung, 1896.
1560
Amt Röblingen
Im Jahr 1560 gehörte Martinsrieth zum Amt Röblingen (damaliger Verwaltungs- und Gerichtsbezirk).
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1580
Kärrnerweg
Durch beziehungsweise über Martinsrieth verlief eine Handelsstraße von Sangerhausen über Martinsrieth und Borxleben nach Sachsenburg.
Außerdem wird ein alter Kärrnerweg genannt, der von Sangerhausen über Kieselhausen, Almensleben, Martinsrieth, Riethnordhausen, Borxleben und Sachsenburg bis nach Erfurt führte.
(Kärrnerweg: alter Verkehrsweg für Fuhrleute und Warenverkehr mit Karren und Fuhrwerken.)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1572
Kirche
Im Jahr 1572 wurde der Opferstock der Martinsriether Kirche aufgestellt. (Opferstock: fest aufgestellter, meist verschließbarer Behälter zum Sammeln von Geldspenden in einer Kirche.)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1573
Martinsrieth und die Goldene Aue auf einer Karte von 1573
Die Karte „Mansfeldiae Comitatus Descriptio“ geht auf den deutschen Mathematiker, Geodäten und Kartografen Tilemann Stella zurück. Sie wurde von Frans Hogenberg gestochen und erschien 1573 in Abraham Ortelius’ berühmtem Atlas „Theatrum Orbis Terrarum“.
Die Karte zeigt die Grafschaft Mansfeld und die angrenzenden Gebiete. Im Bereich der Helmeniederung sind unter anderem die Bezeichnungen „AVVE“ (Aue) und „Im Riet“ eingetragen. Damit wird die Landschaft der Goldenen Aue beziehungsweise des Rieds sichtbar, in der auch Martinsrieth liegt.
Zahlreiche Orte der Umgebung sind auf der Karte durch kleine Orts- und Kirchensymbole dargestellt. Die Karte vermittelt damit einen anschaulichen Eindruck von der Landschaft und den Siedlungen der Region im 16. Jahrhundert.
Bildquelle: „Mansfeldiae Comitatus Descriptio“, nach Tilemann Stella, Kupferstich von Frans Hogenberg, veröffentlicht bei Abraham Ortelius, Antwerpen 1573.
Quellen: Bibliothèque nationale de France; Regionalmuseum Bad Frankenhausen, „Mansfeldiae Comitatus“.
1575
26 Hauswirte
Im Jahr 1575 werden für Martinsrieth 26 Hauswirte genannt. (Hauswirte: Haushaltsvorstände beziehungsweise Besitzer oder Bewirtschafter eines Hauses.)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1607
Gasthalter
Im Jahr 1607 wird Andreas Adam als Gasthalter in Martinsrieth genannt. (Gasthalter: ältere Bezeichnung für einen Gastwirt beziehungsweise den Betreiber einer Schank- oder Herbergswirtschaft.)
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Online-Recherche, Bestandseintrag zu Andreas Adam, 1607.
1618-1648
Dreißigjähriger Krieg
Der Dreißigjährige Krieg dauerte von 1618 bis 1648. Auch Martinsrieth war in dieser Zeit von den Kriegsereignissen und ihren Folgen betroffen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1619
Alte Kirchenrechnung
In den chronistischen Unterlagen befindet sich ein loses Blatt aus dem Jahr 1619 mit Aufzeichnungen zu einer Kirchenrechnung von Riethnordhausen. Warum sich dieses Blatt in der Martinsriether Materialsammlung befindet, geht aus der Zeittafel nicht hervor.
Auf der Vorderseite steht: „Ist überlegett Riethnorthausen Register undt Jahr Rechnung der Kirchväter zu Riethnorthausen mit nahmens Simon Schieberdecker, undt Hanß Heße, über die Kirchen Einnahme undt Außgabe – angefangen Trium regum 1619 und Endet sich Trium regum 1620.“
Auf der Rückseite ist vermerkt: „29 Thaler, 4 Gr. 2 Pf. Von Michel Herrmanns, dem VORIGEN Altarmanne, laut seiner gethanen Rechnung an Rest empfangen.“
(„Trium regum“ bezeichnet das Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar; „Altarmann“ war ein mit der Verwaltung kirchlicher Gelder bzw. eines Altars betrauter Amtsträger.) Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1622
Bürgerwehr
Im Jahr 1622 gab es in Martinsrieth eine Bürgerwehr mit 4 Mann. (Bürgerwehr: aus Einwohnern gebildete örtliche Schutz- und Wachmannschaft.)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1624
Gotteskasten
Im Jahr 1624 wurden 4 fl. (Florin bzw. Gulden) in den sogenannten Gotteskasten eingenommen. (Gotteskasten: damalige Kirchenkasse beziehungsweise Kasse zur Aufbewahrung kirchlicher Einnahmen und Spenden.)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1626
Pest
Auch die Pest machte vor der kleinen Gemeinde keinen Halt, denn 1626 starben 40 Menschen.
Weitere Pestwellen werden für die folgenden Jahrzehnte überliefert: In den Jahren 1681 bis 1683 starben weitere 100 Menschen, 1691 nochmals 100 und 1726 wiederum 40 Einwohner.
Quelle Helme Kurier Nr. 8/1995 „Zeittafel Martinsrieth
1627
Kirche
Im Jahr 1627 wurde das Fenster hinter dem Altar der Martinsriether Kirche gegen Einbrüche gesichert. In den überlieferten Aufzeichnungen heißt es: „… das Fenster hinter dem Altar mit Brettern beschlagen, daß Diebe nicht mehr einsteigen können.“ Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1636
Schwedische Truppen
Während des Dreißigjährigen Krieges kam es in der Region zu Plünderungen durch schwedische Truppen. Martinsrieth blieb nach der überlieferten Darstellung davon verschont. Dies wurde dem aus dem Ort stammenden Georg Fischer zugeschrieben, der als Obristen-Wachtmeister (militärischer Dienstgrad bzw. Funktion im Umfeld eines Obristen) in schwedischen Diensten stand.
In den Aufzeichnungen heißt es:
„… in Martinsrieth ließen sie alle zufrieden eines Obristen-Wachtmeisters wegen, Georg Fischer, der ihnen diente und aus dem Dörflein war und der Stadt Sangerhausen zur Brandschatzung 500 fl. lieh …“ (Brandschatzung: erzwungene Geldzahlung, mit der eine Stadt oder ein Ort Plünderung oder Zerstörung abwenden sollte; fl. = Florin bzw. Gulden.)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1638
Schultheiß Andreas Küntzel
Am 26. Februar 1638 wurde der Martinsriether Schultheiß Andreas Küntzel in Sangerhausen begraben. (Schultheiß: Dorfvorsteher mit Verwaltungs- und teilweise gerichtlichen Aufgaben.)
Über die Umstände seines Todes heißt es in den überlieferten Aufzeichnungen:
„Dieser ward auf der Straße in der Stadt angetastet wie ein Dieb und Uebelthäter von Soldaten seines älteren Sohnes wegen gefangen und übertraktiert, daran er erschrickt, dermaßen, daß er, als er in seine Herberge kommt, über 2 Stunden ungefähr Todes verblichen.“
Demnach wurde Küntzel wegen seines älteren Sohnes von Soldaten aufgegriffen, festgenommen und übertraktiert (misshandelt bzw. schlecht behandelt). Nach seiner Rückkehr in die Herberge starb er wenige Stunden später. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1640
Gotteskasten und Kommunion
Im Jahr 1640 wurde lediglich 1 fl. (Florin bzw. Gulden) in den sogenannten Gotteskasten (Kirchenkasse) eingenommen.
Nur zweimal wurde in diesem Jahr in Martinsrieth Kommunion gefeiert, also das christliche Abendmahl mit Brot und Wein: am 5. Juni und am Sonntag vor Michaelis (Gedenktag des Erzengels Michael am 29. September).
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1644
Martinsrieth ohne eigenen Pfarrer
Im Jahr 1644 ging der Martinsriether Pfarrer Barth. Schneider nach Riethnordhausen. Von 1648 bis 1650 blieb Martinsrieth ohne eigenen Pfarrer.
In den überlieferten Aufzeichnungen wird dies mit den Folgen des Dreißigjährigen Krieges begründet:
„… des Krieges wegen und der Verwüstung war niemand da, der ihr begehrte.“
Martinsrieth wurde daraufhin Filiale von Riethnordhausen (kirchlich von Riethnordhausen mitbetreut und ohne eigenen Pfarrer).
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1646
Historische Persönlichkeit – Theodor Schneider
Theodor Schneider, geboren am 16. März 1646 in Martinsrieth, wurde später Pfarrer, Superintendent und Hofprediger. Von ihm sind zahlreiche theologische Schriften überliefert, die heute unter anderem in der Deutschen Digitalen Bibliothek verzeichnet sind.
Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek, Personeneintrag zu Theodor Schneider.
1647
Folgen des Dreißigjährigen Krieges
Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges waren in Martinsrieth deutlich spürbar. Für das Jahr 1647 heißt es in den überlieferten Aufzeichnungen:
„Von 28 Häusern noch 12. Ist kein Pfarrer mehr da und wohnt der Küster Schuchart (Küster=kirchlicher Mitarbeiter, der für praktische Aufgaben rund um Kirche und Gottesdienst zuständig war) in Wallhausen aus Mangel der Wohnung.“
Auch die Gebäude der Pfarre waren in Mitleidenschaft gezogen worden:
„Die Scheune der Pfarre ist ruiniert, zu bauen aber Mittel nicht.“
Demnach waren von ehemals 28 Häusern nur noch 12 vorhanden. Martinsrieth hatte keinen eigenen Pfarrer mehr, und selbst der Küster Schuchart wohnte wegen fehlenden Wohnraums in Wallhausen. Für die Wiederherstellung der zerstörten Pfarrscheune fehlten die finanziellen Mittel.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1648
Kirche
Im Jahr 1648 war der Gotteskasten die einzige Einnahmequelle der Martinsriether Kirche. Die Einnahmen betrugen lediglich 1 fl. 10 gr. (1 Gulden und 10 Groschen). Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1656
Bürgerwehr
Im Jahr 1656 bestand die Martinsriether Bürgerwehr nicht mehr. In den überlieferten Aufzeichnungen heißt es, sie sei „ganz abgegangen“.
(Bürgerwehr: aus Einwohnern gebildete örtliche Schutz- und Wachmannschaft.)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1658
Beschwerde über Frondienste
Im Jahr 1658 beschwerten sich die Hintersättler der vier Dörfer Oberröblingen, Edersleben, Riethnordhausen und Martinsrieth bei Herzog August über die ihnen auferlegten Frondienste. (Hintersättler: kleinere Stellenbesitzer bzw. Dorfbewohner, die in der ländlichen Rangordnung unter den größeren Bauern standen. Frondienste: verpflichtende, meist unentgeltliche Arbeitsleistungen für die jeweilige Herrschaft.)
Die Einwohner beklagten, dass sie im Amtshaus beziehungsweise Schloss der Reihe nach Tag und Nacht Wache halten mussten. Außerdem wurden sie zum Holztragen und zu weiteren Arbeiten herangezogen.
In den überlieferten Aufzeichnungen heißt es:
„… daß sie im Amtshause (neues Schloß) und auf dem Schlosse nach der Reihe Tag und Nacht wachen müssen und dabei zum Holztragen und allerlei Arbeit, auch bisweilen über Feld zu laufen getrieben werden.“
Herzog August gab der Beschwerde statt und befahl dem Amtshauptmann, die Einwohner der vier Dörfer künftig von diesen Wach- und Nebendiensten zu verschonen.
In seinem Bescheid heißt es:
„Ihr wollt besagte Supplicanten der vier Dörfer mit des Amtshauses, auch Schlosses und der Kornböden bisheriger Wache und dabei etwa mit eingelaufenen Nebendiensten allerdings forthin verschonen …“
(Supplicanten: Bittsteller, also diejenigen, die sich mit einer Bitte oder Beschwerde an die Obrigkeit wandten.)
Damit wurden die betroffenen Einwohner von Oberröblingen, Edersleben, Riethnordhausen und Martinsrieth von den genannten Wach- und Nebendiensten befreit.
Quellen: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Bescheid Herzog Augusts auf die Beschwerde der Hintersättler der vier Dörfer Oberröblingen, Edersleben, Riethnordhausen und Martinsrieth, 1658; Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1666 - 1669
Reparatur derBrücke
In den Jahren 1666 bis 1669 wurde die steinerne Brücke vor Martinsrieth repariert.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Reparatur der steinernen Brücke vor Martinsrieth“, 1666–1669.
um 1680
Gemeindesiegel
Für die Zeit um 1680 ist ein Gemeindesiegel von Martinsrieth überliefert. Es zeigt den heiligen Martin von Tours auf einem galoppierenden Ross.
Damit erscheint der Namensgeber und Schutzpatron der Martinsriether Kirche auch als Motiv des Gemeindesiegels. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1681- 1683
Pest
In den Jahren 1681 bis 1683 wurde Martinsrieth erneut von der Pest heimgesucht. Nach den überlieferten Angaben starben in diesem Zeitraum 100 Menschen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1683
Kirche
Im Jahr 1683 wurde ein Bild gemalt, das in der Martinsriether Kirche hing und den damaligen Pfarrer Hoffmann mit seiner Frau darstellte.
Das Gemälde ist als ovale Wandmalerei ausgeführt und zeigt neben dem Pfarrerehepaar auch eine Kreuzigungsszene.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Foto der erhaltenen Wandmalerei in der Martinsriether Kirche.
1685
Weydenhortschen Gericht
Am 12. Juli 1685 wurde das Weydenhorstische Land- und Erbgericht in der Nähe von Martinsrieth abgehalten. Nach einem festgelegten Zeremoniell wurde das Gericht unter freiem Himmel eröffnet. Schulze und Schöppen (Dorfvorsteher und an der Rechtsprechung beteiligte Beisitzer) bestätigten zunächst, dass der richtige Zeitpunkt zur Gerichtssitzung gekommen sei. Anschließend wurde das Gericht im Namen der Landesherrschaft dreimal förmlich „gehegt“ (feierlich eröffnet und als rechtmäßig eingesetztes Gericht bestätigt).
Die überlieferten Gerichtsartikel geben einen ungewöhnlich detaillierten Einblick in die damaligen Rechts- und Besitzverhältnisse. Sie regelten unter anderem Abgaben an den Erbschulzen, Feldschäden, Pfändungen, Lehensangelegenheiten und Gebühren. Der Erbschulze erhielt unter anderem Gerste, Hühner und die Nutzung von Ackerland. Auch für Pfändungen waren feste Gebühren vorgesehen.
Mehrfach wird Martinsrieth unmittelbar genannt. Zum Besitz beziehungsweise zu den Einkünften des Erbschulzen gehörte ein Kirchenacker bei Martinsrieth. In der abschließenden Aufstellung des Weydenhorstischen Landes erscheint außerdem die „Unterfuhr nach Martinsrieth“. Insgesamt umfasste das aufgeführte Land 256 Acker beziehungsweise etwa acht Hufen.
Nach Behandlung aller Klagen wurde öffentlich gefragt, ob noch jemand etwas vorzutragen habe. Als niemand mehr vortrat, wurde das Gericht geschlossen und der Gerichtsstab zerbrochen (Zeichen der richterlichen Gewalt; sein Zerbrechen kennzeichnete symbolisch das Ende der Gerichtssitzung) .
Eine erhaltene Kostenaufstellung nennt Ausgaben für Amtsträger, Schöppen, Boten, Schreibmaterialien, Wein, Fisch, Krebse, Bier und Branntwein und vermittelt damit einen anschaulichen Eindruck von einem Gerichtstag im ausgehenden 17. Jahrhundert.
Quelle: Richard Seeficht, „Weydenhorstische Gerichtshegeartikel“, Abschrift vom 2. April 1899 nach Unterlagen zum Gerichtstag vom 12. Juli 1685.
1691
Pest
Im Jahr 1691 wurde Martinsrieth erneut von der Pest heimgesucht. Nach den überlieferten Angaben starben 100 Menschen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
18. Jhd.
Kirche
Im 18. Jahrhundert wurde die Martinsriether Kirche umgebaut. In dieser Zeit wurden auch eine Orgel und eine Empore errichtet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
um 1700
Flämisches Gericht in Martinsrieth
Um 1700 bestand in Martinsrieth noch das sogenannte Flämische Gericht (siehe 1547).
Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Friedrich Schmidt, „Das flämische Gericht und das Schulzenamt zu Martinsrieth“, Sangerhäuser Zeitung, 1896.
1707
Nachtfleck
Im Jahr 1707 verpfändete Martinsrieth den sogenannten „Nachtfleck“, eine Fläche von 12 Acker Wiesen, für die Dauer von drei Jahren. Dafür erhielt die Gemeinde 200 Taler.
Mit dem Geld sollte die schwedische Kontribution (eine auferlegte Kriegsabgabe) bezahlt werden.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1708
Mühle
Im Jahr 1708 stellte Christian Rolle aus Lodersleben ein Gesuch um die Konzession (Genehmigung) zur Errichtung einer Wassermühle bei Martinsrieth am Helmefluss.
In diesem Zusammenhang wurde ein Kontrakt (Vertrag) mit Heinrich Hoffmann abgeschlossen.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Gesuch von Christian Rolle zu Lodersleben zur Konzession zur Erbauung einer Wassermühle bei Martinsrieth am Helmefluss und Abschluss des Kontraktes mit Heinrich Hoffmann“, 1708.
1712
Mühle
Im Jahr 1712 wurde am vorderen Gemeinde-Riethgraben (später Mühlgraben genannt) eine Mühle gebaut.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1713 - 1715
Mühle
In den Jahren 1713 bis 1715 ist für Martinsrieth die neu erbaute Ölmühle des Heinrich Hoffmann belegt.
Für die Mühle musste Hoffmann einen jährlichen Zins an den Pfarrer von Martinsrieth entrichten.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Entrichtung eines jährlichen Zinses an den Pfarrer von Martinsrieth von Heinrich Hoffmanns neuerbauten Ölmühle dasselbst“, 1713–1715.
1715 - 1716
Helmebrücke
In den Jahren 1715 bis 1716 wurde die steinerne Brücke vor Martinsrieth erneut repariert.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Reparatur der steinernen Brücke vor Martinsrieth“, 1715–1716.
1726
Pest
Im Jahr 1726 wurde Martinsrieth erneut von der Pest heimgesucht. Nach den überlieferten Angaben starben 40 Menschen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1727
Kirche
Im Jahr 1727 waren der Turm der Martinsriether Kirche und seine Seitendächer reparaturbedürftig. Die Gemeinde beschloss deshalb die Instandsetzung.
Zur Zierde des Kirchturms wurden ein kupferner Turmknopf und eine Fahne angebracht. Die Fahne war grün gestrichen und mit goldenen Ziffern und Verzierungen versehen. Die Arbeiten wurden am 17. Oktober 1727 durch den Sangerhäuser Schieferdeckermeister Christoph Heinrich Grieser ausgeführt.
Die im Zusammenhang mit dem Turmknopf überlieferten Aufzeichnungen enthalten außerdem Nachrichten über die Geschichte der Kirche und nennen den heiligen Martin als früheren Schutzpatron.
Zu dieser Zeit stand Martinsrieth unter der Herrschaft von Sachsen-Weißenfels. In den Aufzeichnungen werden Friedrich August, König von Polen und Kurfürst von Sachsen, als Oberhaupt des Hauses Sachsen sowie Christian, Herzog zu Sachsen-Weißenfels, als Landesherr genannt.
Quelle: Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche, 1727.
Mühle
Aus den Jahren 1727 bis 1728 ist ein Gesuch von Valentin Salomon Michaelis zum Bau eines Wehres bei seiner Mühle in Martinsrieth überliefert. Ein Wehr dient dazu, Wasser aufzustauen beziehungsweise Wasserstand und Wasserlauf zu regulieren, etwa um einer Wassermühle die benötigte Wassermenge zuzuführen.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Gesuch von Valentin Salomon Michaelis zum Wehrbau bei seiner Mühle in Martinsrieth“, 1727–1728.
1740
Kartoffelanbau
Um 1740 begann der Kartoffelanbau in der Goldenen Aue. Zunächst wurden Kartoffeln nur in Gärten angebaut.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Wasserabfluss der Helme
Zwischen Martinsrieth und Rohrbach wies die Helme nur ein sehr geringes Gefälle auf. Auf einer Strecke von 377 Metern betrug der Höhenunterschied lediglich 0,22 Meter. Zusammen mit dem starken Schilfbewuchs wurde dadurch der Wasserabfluss immer wieder behindert.
In der überlieferten Darstellung heißt es dazu, die „Helme verweigerte sich vielfach“.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1745
2.Schlesischer Krieg
Im Zusammenhang mit dem Zweiten Schlesischen Krieg entstanden Martinsrieth im Jahr 1745 Kriegskosten in Höhe von 250 Talern und 8 Groschen.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1750
Flämische Gericht
Auch im Jahr 1750 wurde das Flämische Gericht zu Weidenhorst bei Martinsrieth noch gepflegt.
Aus dieser Zeit wird Johann Tobias Gottschalk, Bäcker in Wallhausen, als Weidenhorstscher Gerichtsschöppe (Gerichtsbeisitzer) genannt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1756
Hochwasser
Ab dem dritten Pfingsttag 1756 kam es in Martinsrieth und der Umgebung zu starker Nässe und Überschwemmungen. Nach den überlieferten Aufzeichnungen hielten solche Überschwemmungen auch in den folgenden Jahren wiederholt an.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
Siebenjähriger Krieg
Vor Beginn des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) hielten sich in Martinsrieth 6 abgedankte Unteroffiziere und 6 Mann Gemeine auf. Als „Gemeine“ bezeichnete man einfache Soldaten ohne Unteroffiziers- oder Offiziersrang. „Abgedankt“ bedeutet hier, dass die Unteroffiziere bereits aus dem aktiven Militärdienst ausgeschieden waren.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1756 - 1763
Siebenjähriger Krieg
Von 1756 bis 1763 dauerte der Siebenjährige Krieg. Auch für Martinsrieth sind aus dieser Zeit zahlreiche Ereignisse und Belastungen überliefert.
Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1757
Im Jahr 1757 musste Martinsrieth im Zusammenhang mit dem Siebenjährigen Krieg 212 Brote an die preußischen Truppen liefern. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1759
Kriegslasten
Während des Siebenjährigen Krieges musste Martinsrieth wiederholt Lebensmittel und Futtermittel für die Truppen bereitstellen.
Am 28. Juli 1759 standen 135 kaiserliche Husaren vor Martinsrieth. Husaren waren leichte, besonders bewegliche Reitersoldaten.
Am 26. und 27. August 1759 lieferte Martinsrieth für das Lager bei Sangerhausen 36 Scheffel Hafer, 18 Pfund Schöpsenfleisch und Schöpse. Als Schöps bezeichnete man einen kastrierten männlichen Schafbock.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1760
Übergriffe durch Rittmeister Kobatsch
Im Jahr 1760 zog der preußische Rittmeister Kobatsch (auch Covatsch/Kovatsch) mit einem aus Husaren bestehenden Freikorps durch die Region. Am 5. August 1760 kam er auf dem Weg über Riethnordhausen und Martinsrieth nach Sangerhausen. In Riethnordhausen, Martinsrieth und Hackpfüffel ließ er kleinere Reiterabteilungen zurück, die plünderten und Pferde raubten.
Widerstand der Einwohner und Scharmützel bei Martinsrieth
Die Plünderungen führten dazu, dass sich Einwohner der umliegenden Dörfer bewaffneten und Widerstand leisteten. Nach den überlieferten Turmknopfakten wurden die Nachbarn aus Pfüffel, Brücken, Hohlstedt und Wallhausen zu Hilfe gerufen. Die Bauern traten den Soldaten unter anderem mit Mistgabeln, Reichgabeln und Gewehren entgegen.
Bei Martinsrieth trafen etwa 80 bis 90 Husaren auf Bauern aus Wallhausen, Brücken und Martinsrieth, die sich bei der Mühle versammelt hatten. Bei dem anschließenden Scharmützel wurden mehrere Husaren verwundet und ein Mann aus Hohlstedt, in der Überlieferung als „der alte Hader von Hohlstedt“ bezeichnet, erschossen.
Danach zogen die Husaren weiter nach Riethnordhausen, wo es zu weiteren Toten, Verwundeten und Gefangennahmen kam.
Quelle: „Zusammenstoß des Rittmeisters Kobatsch mit den Einwohnern von Riethnordhausen 1760“; Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Schäden in Martinsrieth am 5. August 1760
Für Martinsrieth sind die Schäden dieses Tages sehr genau überliefert. Genannt werden 6 Taler 18 Groschen Zehrkosten, drei Pferde im Wert von 224 Talern, zwei Wagen im Wert von 30 Talern, Zahlungen an Leutnant Metzner und einen Husaren sowie umfangreiche Verluste bei Pfarrer Kirchhoff, dem Schenkwirt, Amtsverwalter Rost und Christian Degenkolbe. Hinzu kamen 13 Taler für die Verwundeten. Insgesamt belief sich der Schaden für die Gemeinde auf 845 Taler 11 Groschen 11 Pfennig.
Quelle: „Zusammenstoß des Rittmeisters Kobatsch mit den Einwohnern von Riethnordhausen 1760“; Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1761
Kriegslasten
Im Jahr 1761 nahmen preußische Soldaten in Martinsrieth zwei Pferde. Außerdem wird berichtet, dass Soldaten mit ihren Familien im Ort einkehrten und dort Lebensmittel verzehrten. In der Überlieferung heißt es:
„… verzehrten die Soldaten, die mit Weib und Kind hier einkehrten, allerlei Leckerbissen, wie Tauben, Milch, Butter, Krebse, Fische usw.“ Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1762
Kriegslasten
Im Jahr 1762 wurden der Schultheiß und der Dorfknecht von Martinsrieth von preußischen Soldaten gebunden fortgeschleppt. In der Überlieferung heißt es:
„… schleppten die Preußen den Schultheiß und Dorfknecht gebunden mit fort.“
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Kirche
Bei der Restaurierung des Kircheninneren im Jahr 2023 wurde festgestellt, dass der Sangerhäuser Maler Ernst Gottlieb Orth im Jahr 1762 den Auftrag erhielt, das Innere der Martinsriether Kirche auszumalen.
Seine Arbeiten zeichnen sich durch florale Muster und biblische Sprüche aus, die typisch für die barocke Kirchenmalerei sind.
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Sangerhausen, 18.07.2023.
1763
Friedensfest
Im Jahr 1763 wurde nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges am Sonntag Judica ein Friedensfest gefeiert.
Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1772
Brand
Im Jahr 1772 brannten durch Verwahrlosung die Schenke und das Schafknechthaus ab.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Hungersnot
Im Jahr 1772 herrschte in Martinsrieth eine große Hungersnot. Nach den überlieferten Aufzeichnungen flohen viele Menschen „auswärts“, andere mussten ihren Hunger mit grünem Kraut stillen.
Ein Scheffel Korn kostete 4 Taler 5 Groschen, ein Scheffel Gerste 3 Taler. 1699_Weydenhorstische_Gericht_R…
Quelle: Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
Mühle
Im Jahr 1772 wurden die spätbarocken Baulichkeiten des Mühlengehöftes errichtet.
Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
1773
Schänke
Im Jahr 1773 wurde nach dem Brand des Vorjahres eine neue Schänke errichtet.
Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche, 1847.
1776
Schultheiß
Am 7. Juni 1776 wird Johann Gottfried Gebhardt als Schultheiß von Martinsrieth genannt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1786
Am 7. Juni 1776 wird Johann Friedrich Probst als Tranksteueraufseher genannt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1778
Kirchturm
Einige Jahre zuvor hatte ein heftiger Sturm bzw. „Windwirbel“ die Fahne vom Kirchturm gerissen und dabei die Spindel stark beschädigt.
Im Herbst 1778 wurde deshalb der kupferne Turmknopf abgenommen. Nach der Reparatur und erneuten Herrichtung wurde er am 6. August 1779 wieder aufgesetzt.
Gleichzeitig wurde der Kirchturm überprüft und das Schieferdach umfangreich ausgebessert. Dabei werden 18 Zentner Schiefer genannt.
Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1779
Kirche
Im Jahr 1779 wurde eine weitere Nachricht im Turmknopf der Martinsriether Kirche hinterlegt. Sie stammt vom damaligen Pfarrer Gotthard Samuel Kirchhof.
Quelle: Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1789
Schuldieneramt
Im Jahr 1789 ist die Wiederbesetzung des erledigten Schuldieneramtes in Martinsrieth belegt.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, D 40, A XIIIb 13 Nr. 6, „Wiederbesetzung des erledigten Schuldieneramtes in Martinsrieth“, 1789.
1791
Martinsrieth im sächsischen Flickenteppich des 18. Jahrhunderts
Ein Blick auf Landkarten des 18. Jahrhunderts zeigt, wie stark die damaligen Herrschaftsgebiete zersplittert waren. Auch Martinsrieth lag inmitten dieses territorialen „Flickenteppichs“.
Auf der Karte „Des Thüringischen Kreises Oestliche Aemter“ von Franz Johann Joseph von Reilly aus dem Jahr 1791 ist Martinsrieth im Gebiet des Amtes Sangerhausen eingezeichnet. Das Amt gehörte damals zum Kurfürstentum Sachsen und war Teil des Thüringischen Kreises. Dieser bestand nicht aus einem geschlossenen Gebiet, sondern aus zahlreichen voneinander getrennten Ämtern und Gebietsteilen.
Ein Dorf im Grenzgebiet
Martinsrieth lag damit in einer politisch stark gegliederten Landschaft. In unmittelbarer Nachbarschaft befanden sich Gebiete anderer Herrschaften. Westlich und nördlich lagen unter anderem Besitzungen der Grafen von Stolberg und Mansfeld, während das nahe Amt Allstedt zu Sachsen-Weimar-Eisenach gehörte.
Für die Einwohner bedeutete dies, dass politische und administrative Grenzen im Alltag sehr nahe lagen. Schon auf kurzen Wegen konnte man aus einem Herrschaftsgebiet in ein anderes gelangen.
Die Helme prägte dabei die Landschaft und das Leben in Martinsrieth. Sie war für Landwirtschaft und Mühlenbetrieb von großer Bedeutung und bildete einen wichtigen Orientierungspunkt im Helmetal.
Quelle: Franz Johann Joseph von Reilly, „Des Thüringischen Kreises Oestliche Aemter …“, Wien 1791; Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Bestand Amt Sangerhausen; ergänzend historische Kartenwerke des Kurfürstentums Sachsen.
1792
Am 14. Juli 1792 starb Georg Christoph Schobeß, der als Weidenhorstscher Gerichtsschöppe tätig gewesen war. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
um 1800
Kirche
Um 1800 entstand der Kanzelaltar der Martinsriether Kirche. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1800
Weidenhorst
Im Jahr 1800 gab es noch einen Schulzen zu Weidenhorst, der jedoch in Wallhausen wohnte.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1801
Handwerk
Im Jahr 1801 wird Johann Martin Krieger als Maurer in Martinsrieth genannt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1804 - 1807
Helmebrücke
In den Jahren 1804 bis 1807 wurde die Helmebrücke bei Martinsrieth repariert. Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Reparatur der Helmebrücke bei Martinsrieth“, 1804–1807.
1806
Napoleonische Kriegszeit
Im Jahr 1806 erreichte der Krieg auch Martinsrieth. Nach der Niederlage der preußisch-sächsischen Truppen in der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober zogen geschlagene Soldaten in großer Unordnung über die Helmebrücke bei Martinsrieth.
Nach den Turmknopfaufzeichnungen nahm auch Königin Luise von Preußen, begleitet von wenigen Dragonern, diesen Weg. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
Plünderung der Schänke
Der Schenkwirt Christian Hilpert wurde von fliehenden Sachsen und Preußen geplündert. Dabei ließen die Soldaten unter anderem ein Fass Branntwein in seine Kammer laufen. Als Entschädigung erließ ihm die Gemeinde für dieses Jahr 50 Taler von der Pachtsumme. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Kontribution und Truppendurchmärsche
Während der Retirade erpressten französische Truppen 40 Taler Kontribution. Der Gemeinde entstand dabei zusätzlich ein Aufwand von 10 Talern 14 Groschen.
Nach einer Aufzeichnung des Pfarrers Rothe marschierten vom 15. bis 17. Oktober 1806 insgesamt 70.000 preußische und sächsische Soldaten mit 10 Kanonen durch die Gegend.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Lebensmittelknappheit und Vorspanndienste
In diesen Tagen herrschte große Lebensmittelknappheit. Die Einwohner mussten durchziehende, hungernde Soldaten versorgen.
Besonders schwer traf es Hermann Johann Friedrich Probst und Johann Christian Degenkolbe. Nach den Turmknopfaufzeichnungen starben beide später an „Nervenfieber“, nachdem sie bei Vorspanndiensten Misshandlungen erlitten hatten. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
Französische Herrschaft
Von 1806 bis 1813 blieb die Region unter französischer Herrschaft. Martinsrieth wurde in dieser Zeit insbesondere durch Kriegssteuern belastet. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1809
Gründung Fastnachtsverein
Im Jahr 1809 wurde die „Hochlöbliche Trescher Innung“ als Fastnachtsverein gegründet. Der Verein gab sich ein Gesetz mit 34 Artikeln.
Der sogenannte „Trescher Tag“ wurde jeweils zur Fastnachtszeit abgehalten. 1996 Helmekurier (Zeittafel)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1813
Befreiungskriege
Im Zuge der Befreiungskriege 1813–1815 endete auch für Martinsrieth die französische Herrschaft. In den Turmknopfaufzeichnungen heißt es für das Jahr 1813: „Im Jahre 1813 wurden wir durch die Russen von unseren lästigen Gästen befreit.“
Weiter wird berichtet, dass Martinsrieth Tungusen, Kalmücken und Kirgisen zu sehen bekam, die nach der damaligen Aufzeichnung „600 Meilen von ihrem Geburtslande“ entfernt waren.
Damit begegneten die Einwohner Martinsrieths während der Befreiungskriege Angehörigen verschiedener Völker des Russischen Reiches – für ein kleines Dorf zu Beginn des 19. Jahrhunderts sicherlich ein ungewöhnliches Ereignis.
Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1815
Preußen
Nach dem Wiener Kongress kam Martinsrieth im Jahr 1815 an Preußen. Als neuer Landesherr wird Friedrich Wilhelm III. genannt.
Die Verwaltung lag nun bei der Regierung in Merseburg, während der Landrat von Sangerhausen als örtlich zuständige Obrigkeit genannt wird. 1827-05-29_Kirchturmknopf_Nachr…
Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1816
Kreis Sangerhausen
Am 1. Oktober 1816 wurde im Zuge der preußischen Verwaltungsreformen der Kreis Sangerhausen im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen eingerichtet. Zu ihm gehörte auch Martinsrieth.
Quelle: Wikipedia, „Landkreis Sangerhausen (Provinz Sachsen)“; dort unter Bezug auf das Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg von 1816.
1818
Einrichtung Feuer-Polizeibezirke
Am 28. März 1818 wurde der Kreis Sangerhausen durch eine Verordnung der königlichen Regierung in neun Distrikte eingeteilt.
Martinsrieth gehörte gemeinsam mit Hackpfüffel, Riethnordhausen, Edersleben und Oberröblingen zum VII. Distrikt.
Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1820
Schule
Im Jahr 1820 wurde in Martinsrieth eine neue Schulwohnung errichtet. Ausgeführt wurde der Bau durch den Martinsriether Maurermeister Andreas Krieger und den Zimmermeister Nitzschke aus Edersleben. Die Baukosten betrugen 700 Taler.
Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1822
Kirche
Die Reparatur der Kirche kostete 270 Thaler Beteiligt war wiederum der einheimische Maurermeister Andreas Krieger, außerdem wird ein Zimmermeister Schmidt genannt. (Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen)
1824
Kirche
Im Jahr 1824 wurde für die Martinsriether Kirche eine neue Orgel angeschafft. Erbaut wurde sie von einem Orgelbauer aus Rettgenstedt, dessen Name in der überlieferten Abschrift nur unvollständig als „Maa…er“ lesbar ist. Die Kosten betrugen 330 Taler.
Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
Gemeindesiegel
Aus dem Jahr 1824 ist ein Gemeindesiegel von Martinsrieth überliefert.
Quelle: historische Siegelsammlung Martinsrieth.
1825
Almensleben
Zur Lage der Wüstung Almensleben heißt es in der überlieferten Darstellung:
„Almensleben lag jenseits des Sachsgrabens zwischen Sangerhausen, Wallhausen und Martinsrieth, ist dort noch ein Platz, der Kirchhof, auch will man noch einige Gemäuer verspüren.“
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Kärrnerweg
Im Jahr 1825 begann der Bau der Halle-Kasseler Chaussee von Langenbogen bei Halle bis Nordhausen.
Nach der überlieferten Darstellung war der Abschnitt zwischen Sangerhausen und Riestedt vermutlich eine Fortsetzung des alten Kärrnerweges, der von Sangerhausen über Kieselhausen, Almensleben, Martinsrieth, Riethnordhausen und Borxleben weiter in Richtung Sachsenburg und Erfurt führte.
Quelle: riestedt.de, „Bau der Halle-Kasseler Chaussee“, 1825.
1827
Einwohner und Gebäude
Im Jahr 1827 hatte Martinsrieth 43 Privathäuser und 8 Kommunalgebäude. Die Einwohnerzahl wird mit 230 Personen angegeben.
In der damaligen Aufzeichnung heißt es außerdem: „Zur Kommunion gehen jährlich 369.“ Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche, 1827.
Prozess um die Helmebrücke
Von 1827 bis 1845 führte Martinsrieth einen langwierigen Prozess mit der Stadt Sangerhausen um die Verpflichtung zum Neubau der Helmebrücke. Nach der überlieferten Darstellung hätte der Neubau eigentlich der Stadt Sangerhausen oblegen, da diese zuvor sämtliche Reparaturen an der Brücke ausgeführt hatte.
Martinsrieth verlor den Prozess jedoch und musste anschließend selbst für den Neubau der Brücke aufkommen. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche, 1847.
Kirche
Am 29. Mai 1827 wurde eine weitere Nachricht im Turmknopf der Martinsriether Kirche hinterlegt. Sie wurde vom damaligen Pfarrer Johann Christoph Kloß verfasst. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1828
Handwerk
Im Jahr 1828 wird der Tischler Johann Christian Enke genannt. Er war ein Sohn des Gutbesitzers Johann Christian Enke in Martinsrieth. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1829
Unterstützung
Im Jahr 1829 unterstützten die Einwohner von Martinsrieth eine durch Brand geschädigte Familie aus Oberröblingen.
Nach der Feuerwehrchronik übersandten sie 10 Taler 7 Groschen Bargeld, außerdem 11 Scheffel 4 Metzen Roggen, 8 Scheffel 4 Metzen Gerste, 2 Scheffel Hafer und 3 Schock Stroh.
Am 21. Juli 1829 dankte der Küster Schulze aus Oberröblingen der Gemeinde Martinsrieth für die geleistete Hilfe für die Brandopfer. Quellen: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth; Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1831
Kirche
Im Jahr 1831 ist für die Martinsriether Kirche ein Etat (Haushalts- und Finanzplan) zur Verwaltung überliefert. Dazu gehören auch Revisionsnotate der Regierung sowie deren Entscheidungen.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Etat für die Verwaltung der Kirche in Martinsrieth sowie die dagegen von der Regierung gezogenen Revisionsnotaten und deren Entscheidung“, 1831.
1833
Gasthaus "Brauner Hirsch"
Im Jahr 1833 wurde das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gasthaus „Brauner Hirsch“ verkauft. Anschließend wurde das Gebäude nicht mehr als Gasthaus genutzt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1835
Gemeindediener
Am 17. Januar 1835 schloss die Gemeinde Martinsrieth mit dem Gemeindediener Christian Müller einen Vertrag über seine Pflichten.
Zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem der nächtliche Rufdienst. Im Winter musste er von 21 bis 3 Uhr, im Sommer von 22 bis 2 Uhr durch den Ort gehen und an festgelegten Stellen rufen. Zu Beginn und am Ende seines Rundgangs sollte er außerdem einen Vers singen.
Der Vertrag nennt zwölf feste Rufstellen im Dorf:
vor seiner Wohnung
bei der Schule (heute Dorfstraße 41)
bei Friedrich Hilperts Thor (heute Dorfstraße 2)
am Hirtenhause (später im Bereich der heutigen Dorfstraße 27)
auf der Mühlgrabenbrücke
zwischen der Schenke und Christian Hilperts Thür (heute etwa zwischen Schenke und Dorfstraße 10)
vor Weishuhns Gasse
vor Hilperts Gasse
bei Frickens Gasse (heute Dorfstraße 18)
vor der Gemeindegasse
an Naumanns Hause (heute Dorfstraße 16)
vor Probsts Torweg nach Boogk zu (heute etwa von Dorfstraße 43 in Richtung Dorfstraße 50)
Außerdem hatte der Gemeindediener die Felder, Weiden und Obstanlagen der Gemeinde zu kontrollieren und vor Schäden zu schützen. Seine Frau sollte bei Arbeiten im Backhaus mithelfen.
Auch für die Gänse des Dorfes war der Gemeindediener zuständig. Ab dem 1. Mai musste er sie hüten und erhielt dafür je Tier fünf Silberpfennige. Gänse, die nach 10 Uhr ausgetrieben wurden, durfte er ins Dorf zurücktreiben und dafür ein Pfand verlangen.
Quelle: Originalabschrift eines Gemeindediener-Vertrages von 1835, verlängert bis 1840; Abschrift durch den Ortschronisten 1997.
1837
Gewerbesteuer
Im „Sangerhäuser Kreis-Blatt“ vom 8. März 1837 wird Martinsrieth in einer landrätlichen Bekanntmachung aufgeführt. Zur Deckung der Reisekosten der Gewerbesteuer-Schätzungskommissionen hatte die Gemeinde 8 Silbergroschen und 11 Pfennige aufzubringen. Die Bekanntmachung wurde vom Königlichen Preußischen Landrat Krug von Nidda erlassen. Quelle: Sangerhäuser Kreis-Blatt, Stück 10, 8. März 1837, S. 73–74.
Kirschverkauf
Im Juli 1837 sollten die der Gemeinde gehörenden Süß- und Sauerkirschen öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden. Als verantwortlicher Schulze wird Gebhardt genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Kirche
Am Sonntag Judica, dem 12. März 1837, wurde in der Martinsriether Kirche ein neues Kruzifix aus Gusseisen mit vergoldetem Körper erstmals auf den Altar gestellt und durch den Pfarrer eingeweiht. Das Kruzifix war durch Spenden finanziert worden. Es kostete in Berlin 7 Taler, hinzu kamen 4 Taler 29 Silbergroschen Porto.
Eine Woche später, am Palmsonntag, dem 19. März 1837, wurde in der Gemeinde außerdem das neue Dresdner Gesangbuch anstelle des bisherigen Sangerhäuser Gesangbuches eingeführt. Dafür wurden 50 Taler aus der Gemeindekasse verwendet; das Pfarrhaus erhielt zwei Exemplare.
Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1838
Schulmeister
In den Jahren 1838 bis 1847 ist eine Beschwerde des Martinsriether Schulmeisters Fischer überliefert. Mehrere Einwohner hatten sich offenbar geweigert, den sogenannten Schulzins zu entrichten.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Beschwerde des Schulmeisters Fischer in Martinsrieth wegen des von mehreren Einwohnern verweigerten Schulzinses“, 1838–1847.
Schulzins bezeichnete hier eine Abgabe bzw. Zahlung, die zur Unterhaltung der Schule oder zur Besoldung des Lehrers bestimmt war.
1839
Gasthaus „Weißes Roß“
Im Jahr 1839 wird an der Heerstraße das Gasthaus „Weißes Roß“ genannt. Auf diesem Hof wurde später, im Jahr 1856, die neue Pfarre für 2.426 Taler errichtet. Während des Neubaus der Gemeindeschänke im Jahr 1840 war die Schankwirtschaft vorübergehend in die Schäferei verlegt worden. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
Kirche
Am 31. Oktober 1839 feierte die Martinsriether Gemeinde das 300-jährige Gedenken an die Einführung der Reformation im Land. Die Schulkinder wurden aus diesem Anlass auf Kosten der Gemeinde in der Pfarre mit Kaffee und Bratwürsten bewirtet. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1840
Dorfschänke
Am 24. März 1840 begann der Neubau der Dorfschänke. Die im Jahr 1773 nach dem Brand von 1772 errichtete Schänke war inzwischen „baufällig und beschränkt“, weshalb sich die Gemeinde für einen vollständigen Neubau entschied. 1847-09-24_Kirchturmknopf_Einla…
Mit den Arbeiten wurde der Martinsriether Maurermeister Christian August Krieger beauftragt. Am 3. April 1840 wurde der Grundstein gelegt, am 9. November 1840 wurde die neue Dorfschänke zum Kirchweihfest eingeweiht. Während der Bauzeit war die Schankwirtschaft vorübergehend in die Schäferei verlegt.
Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche, 1847.
1844
Turnunterricht
Im Jahr 1844 wurde in Martinsrieth bereits Turnunterricht erteilt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1845
Helmebrücke
Im Jahr 1845 wurde die alte, nach der Überlieferung mit der Jahreszahl 1270 versehene Helmebrücke abgebrochen. Im selben Jahr begann der Neubau einer Brücke aus Natursteinmauerwerk mit vier Segmentbögen, drei Pfeilern und zwei Widerlagern. Die neue Brücke war 33,25 Meter lang und 7 Meter breit.
Nach einem langjährigen Streit um die Kosten musste Martinsrieth den Neubau selbst tragen.
Quellen: Landesarchiv Sachsen-Anhalt; Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
Einwohner und Gewerbe
Im Jahr 1845 werden in Martinsrieth der Müller Wilhelm Probst, der Schenkwirt Andreas Moersch und der Bäcker Leberecht Oehley genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Kirche
Am 7. Oktober 1845 wurde der Eingangsbereich der Martinsriether Kirche umgebaut. Die vor der Kirchtür befindliche, mit Schiefer gedeckte Vorhalle wurde entfernt, weil sich dort Wasser sammelte und teilweise in die Kirche eindrang.
Die Kirchtür wurde höhergelegt, der Weg von der Ecke des Schulhauses bis zur Kirche gepflastert und die halbe Nordseite der Kirche neu verputzt. Außerdem wurden zwei Leichensteine links und rechts der Kirchtür an der Kirchenmauer befestigt.
Die Arbeiten kosteten 23 Taler 11 Silbergroschen und 1 Pfennig und wurden durch den Maurermeister Christian August Krieger ausgeführt. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
1846
Helmebrücke
Im Jahr 1846 wurde der Neubau der steinernen Helmebrücke vollendet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2.880 Taler 14 Silbergroschen und 2 Pfennige; die für die Pfähle verwendeten Erlen aus den Gemeindeanpflanzungen waren darin noch nicht enthalten.
Am 31. Oktober 1846 um 14 Uhr wurde die neue Brücke feierlich eingeweiht. Unter Glockengeläut und Musik hielt Pfarrer Rothe auf einer eigens errichteten und mit grünen Zweigen geschmückten Tribüne die Weiherede. Als Erste fuhren Landrat Freiherr von Werthern und Pfarrer Rothe über die neue Brücke, anschließend folgten zahlreiche Wagen von Einheimischen und Fremden. Danach wurde gemeinsam gegessen und getanzt.
Am folgenden Tag, dem 1. November 1846, erhielten auch die Schulkinder am Nachmittag eine Tanzbelustigung. Mit der neuen Brücke war die wichtige Verbindung Martinsrieths mit Sangerhausen und den umliegenden Orten wiederhergestellt. In der Weiherede erinnerte Pfarrer Rothe zugleich an die Vorgängerbrücke, die nach seinen Worten fast 600 Jahre bestanden hatte.
Für die Brücke sind außerdem folgende Bauwerksdaten überliefert: 33,25 m Länge, 7 m Breite, Bauwerksnummer 4533620.
Quellen: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche, 1847; Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Bauwerksunterlagen zur Helmebrücke; Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Kirche
Im Jahr 1846 erhielt die Martinsriether Kirche einen neuen Tauftisch. Er wurde vom Tischlermeister Enke gefertigt und kostete 6 Taler 11 Silbergroschen.
Außerdem wurde vom Sangerhäuser Klempnermeister Gräfe ein neues Taufbecken aus Messing angefertigt. Für die Bekleidung des Tauftisches waren 9 Taler gesammelt worden; sie wurde aus rotem Samt von Pfarrerin Karoline Auguste Juliane Rothe, geb. Kraft, gefertigt. Am 26. April 1846 wurde der neue Tauftisch bei der Taufe von Carl Gottlieb Wohlleben, Sohn des damaligen Gemeindedieners Christian Adam Wohlleben, eingeweiht. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche.
Schule
Da die Schulstube für inzwischen 66 schulpflichtige Kinder zu klein geworden war und auch die Wohnung des Lehrers nicht mehr genügend Platz bot, wurde im Frühjahr 1846 die nicht mehr benötigte Schulscheune verkauft und abgebrochen.
An ihrer Stelle entstand eine neue, geräumigere Schulklasse mit vier großen Fenstern. Sie wurde am 11. Oktober 1846 durch Pfarrer Rothe eingeweiht. An der Feier wirkten die Gemeinde, die Schulkinder und der bereits seit einigen Jahren bestehende Sängerverein unter Leitung von Kantor Fischer mit.
Die bisherige Schulstube wurde anschließend teilweise zur Schlafkammer und zur Erweiterung der Lehrerwohnung genutzt. Die gesamten Veränderungen einschließlich neuer Schulutensilien kosteten die Gemeinde 300 Taler. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche, 1847.
1847
Teuerung
Nach der dürftigen Ernte des Jahres 1846 und einem ziemlich kalten Winter herrschte 1847 eine große Teuerung. Viele Familien litten unter den hohen Lebensmittelpreisen; die Aufzeichnungen berichten, dass sich manche Menschen nicht mehr ausreichend sättigen konnten.
Ein Berliner Scheffel Roggen kostete zeitweise 5 Taler 15 Silbergroschen, Weizen mehr als 6 Taler, Gerste mehr als 4 Taler und Hafer mehr als 2 Taler 7 Silbergroschen 6 Pfennige. Kartoffeln stiegen auf 1 Taler 15 Silbergroschen je Scheffel.
Die Ernte des Jahres 1847 fiel dagegen wieder sehr gut aus, auch bei Obst und Wein. Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche, 1847.
Kirchturmknopf
Wegen notwendiger Reparaturen am Kirchendach und am Kirchturm wurde am 16. September 1847 gegen 13 Uhr der Kirchturmknopf durch den Sangerhäuser Schieferdeckermeister Nitzschke abgenommen. Der Knopf war an mehreren Stellen beschädigt und wies Löcher auf.
Im Inneren fanden sich ältere Aufzeichnungen aus den Jahren 1727, 1779 und 1827 sowie verschiedene alte Münzen. Die Schrift von 1727 stammte von Pfarrer Christian Vogel, die von 1779 von Pfarrer Gotthard Samuel Kirchhof und die von 1827 von Pfarrer Johann Christoph Kloß.
Nach der Reparatur wurden neue Nachrichten über Martinsrieth und weitere Unterlagen hinzugefügt. Am 24. September 1847 sollte der Turmknopf wieder aufgesetzt werden; die dafür zusammengestellten Schriftstücke und Gegenstände wurden zuvor in einem gut verwahrten Glas verpackt.
Quelle: Glocken-/Turmknopfunterlagen der Martinsriether Kirche, 1847.
1848
Bürgerwehr
Im Jahr 1848 wurde in Martinsrieth eine Bürgerwehr (eine örtlich organisierte bewaffnete Bürgertruppe zum Schutz von Ordnung und Eigentum) gegründet. Nach der Zeittafel sollte sie auch das Eigentum der damaligen Feudal- bzw. Grundbesitzerklasse schützen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1850
Mühlgrabenbrücke
Im Jahr 1850 wurde in Martinsrieth eine Natursteingewölbebrücke über den Mühlgraben errichtet. Das Bauwerk ist als überschüttete Gewölbe- bzw. Bogenbrücke ohne Aufbeton verzeichnet. Es besitzt die Bauwerksnummer 4533 619.
Die Brücke ist 3,75 m lang und 7,1 m breit; als Standortkilometer ist 13,206 angegeben. Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, L 3, Nr. 1650, „L 221 0070 – Brücke über den Mühlengraben, Martinsrieth, Baujahr: 1850“.
1851
Flurseparation
In den Jahren 1851 bis 1852 fand in Martinsrieth die Flurseparation (Neuordnung und Aufteilung der bisher gemeinsam oder verstreut bewirtschafteten Flächen) statt.
Im Zuge dieser Neuordnung erhielt die Pfarre am Fachbaum insgesamt 6 Morgen Wiesen und 18 Morgen Land.
Für das Jahr 1909 wird dieses Land ebenfalls als Wiese geführt. Als Grund wird angegeben, dass sich keine Pächter fanden und das Gebiet durch Hochwasser häufig geschädigt wurde.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf, 21.12.1912
1852
Mühle
Am 6. April 1852 wird Gottfried Hoffmann als Mühlenbesitzer in Martinsrieth genannt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1851 - 1858
Pfarrgebäude
1851 - 1858 ist für Martinsrieth die Baufälligkeit der Pfarrgebäude überliefert. Offenbar bestand zu dieser Zeit Handlungsbedarf an den zur Pfarre gehörenden Gebäuden.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Baufälligkeit der Pfarrgebäude der Gemeinde Martinsrieth“.
1853
Schule
Für das Jahr 1853 ist ein Schulneubau in Martinsrieth archivalisch überliefert.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, C 50 Sangerhausen A, Nr. 286, „Schulneubau in Martinsrieth“, 1853. Landesarchiv Sachsen-Anhalt
Flurnamen
Im Jahr 1853 werden für Martinsrieth verschiedene Flurnamen genannt: Pfingstfleck, Hafer, Gehren, Vorderkamm oben und unten, Mittelkamm oben und unten, Hinterkamm oben und unten, Faule Rieth sowie ein weiterer, in der Vorlage nicht eindeutig lesbarer Flurname „Fach…“. 1996 Helmekurier (Zeittafel)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
bis 1854
Lehnschulzengut
Bis zum Jahr 1854 hatte sich in Martinsrieth das für die flämisch geprägten Dörfer charakteristische Lehnschulzengut in seiner alten Form erhalten. Es gehörte zum Amt des flämischen Erbschulzen, dessen Stellung und Besitz auf die besondere mittelalterliche Rechts- und Siedlungsgeschichte des Ortes zurückgingen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Lehnschulzengut bedeutet dabei das mit dem Amt des Schulzen verbundene Gut. Der Erbschulze war der Dorfvorsteher bzw. Inhaber des Schulzenamtes, dessen Amt und bestimmte Rechte erblich weitergegeben werden konnten.
1854
Pfarre
Am 28. April 1854 richtete Pfarrer Rothe eine Eingabe mit dem Anliegen ein, die bisherige Schänke noch im Laufe des Jahres zur Pfarre umzubauen bzw. einzurichten. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Kirche
Für die Martinsriether Kirche ist ein Umguss der Kirchenglocken überliefert. Dabei wurden vorhandene Glocken eingeschmolzen und das Metall zur Herstellung neuer Glocken wiederverwendet. Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Umguss der Kirchenglocken in der Gemeinde Martinsrieth“.
Bürgermeister
Im Jahr 1854 wird Gebhardt als Bürgermeister von Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1856
Pfarrhaus
Am 14.05.1856 wurde das bisherige Pfarrhaus an Meister Enke verkauft. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1858
Pfarre
Nach dem Dorferneuerungsplan wurde die alte Pfarre im Dorf neben der Schenke im Jahr 1858 an Gottfried Encke verkauft.
Die ehemalige Schäferei am Ortsausgang in Richtung Riethnordhausen wurde anschließend zur neuen Pfarre umgestaltet. Die Gemeinde trug die Kosten. Es entstand ein neues, als geräumig beschriebenes Wohnhaus; die zugehörigen Stallungen waren dagegen bereits alt und baufällig.
Der Helmegarten der alten Pfarre wurde erst im Jahr 1903 für 500 Mark an den Käufer des Pfarrhauses verkauft. Der von Pastor Rothe angelegte Pfarrgarten neben dem neuen Gottesacker wurde 1907 durch ein Stück Pfarrland vergrößert und entwickelte sich zu einem größeren Garten mit zahlreichen Obstbäumen.
Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth Einlage in den Kirchturmknopf, 21.12.1912
Abweichend davon nennt der Helme-Kurier bereits für 1856 den Verkauf des bisherigen Pfarrhauses an Meister Enke.
Friedhof
Im Jahr 1858 wurde der neue Gottesacker (Friedhof) in Martinsrieth in Gebrauch genommen und am 29. November 1858 geweiht.
In den 1860er Jahren wurde auf dem Friedhof eine Friedhofsfeierhalle errichtet.
Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
1858 - 1859
Zichoriendarre
Der Martinsriether Schulze Gebhardt beantragte die Erlaubnis zum Bau einer Zichoriendarre. Sie befand sich nach heutiger Zuordnung im Bereich der Dorfstraße 4.
Eine Zichoriendarre war eine Anlage zum Trocknen von Zichorienwurzeln. Diese wurden anschließend weiterverarbeitet und unter anderem als Ersatz bzw. Zusatz für Kaffee verwendet.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Vom Schulzen Gebhardt in Martinsrieth nachgesuchte Erlaubnis zur Erbauung einer Zichoriendarre“.
1860
Regulierung der Helme
Am 1. Mai 1860 wurde wegen der immer wiederkehrenden Überschwemmungen ein Regulierungsplan für die Helme vorgelegt. Vorgesehen waren unter anderem ein Schleusenwehr bei Brücken, umfangreiche Grabenarbeiten im Ried zwischen Martinsrieth und der Unstrut sowie eine Begradigung der Kleinen Helme.
Die Zeittafel gibt an, dass diese Planungen erst wesentlich später, zwischen 1957 und 1975, verwirklicht wurden. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gastwirt
Im Jahr 1860 wird Gottlob Hilpert als Gastwirt in Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Straßenpflasterung
In den Jahren 1860 bis 1870 wurde der Ort nach und nach gepflastert.
Quelle: Gemeindeunterlagen, Dorferneuerungsplan Martinsrieth Einlage in den Kirchturmknopf, 21.12.1912
1861
Änderung der Feuerpolizei-Distrikte
Am 24. Juli 1861 wurde der bisherige VII. Feuerpolizei-Distrikt in den VIII. Distrikt umbenannt.
Zu diesem Bezirk gehörten die Ortschaften Edersleben, Hackpfüffel, Martinsrieth, Oberröblingen mit Rittergut und Chausseehaus sowie Riethnordhausen mit Mühle. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Feuerpolizei-Distrikte waren Verwaltungsbezirke für den vorbeugenden Brandschutz und die Organisation der Feuerlöschhilfe.
1862
Schenkwirt
Im Jahr 1862 werden August Eichentopf und Gottlob Hilpert als Schenkwirte in Martinsrieth genannt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1864
Gottesacker
Am 3. März 1864 wurde der Zustand des neuen Gottesackers (Friedhofs) kritisiert. In der Zeittafel heißt es:
„Was den Weg nach dem neuen Gottesacker betrifft, so ist zwar versprochen worden, derselbe in Stand zu setzen, aber es ist immer noch nicht geschehen. Überhaupt ist es nun Zeit, an diesem Gottesacker etwas zu tun, damit er die Gestalt eines christlichen Begräbnisplatz gewinnt.“
Damit wird deutlich, dass der 1858 in Gebrauch genommene Friedhof einige Jahre später offenbar noch nicht vollständig hergerichtet war. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Bürgermeister
Im Jahr 1864 wird Hilpert als Bürgermeister von Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Krieg gegen Dänemark
In den kirchlichen Aufzeichnungen wird für das Jahr 1864 der Krieg gegen Dänemark erwähnt.
Quelle: Glocken-/Turmknopfnachrichten der Martinsriether Kirche, 1912.
1865
Gewerbe und Handwerk
Im Jahr 1865 werden in Martinsrieth mehrere Gewerbetreibende und Handwerker genannt:
August Eichentopf – Krämer und Schenkwirt
Karl Gebhardt – Zichoriendarre
Heinrich Pagenhardt – Maler
Gottlob Hilpert – Gastwirt
Friedrich Hilpert – Bäcker
Christian Krieger – Maurermeister mit 6 Gesellen
Karl Aderhold – Müller mit 3 Mahlgängen, 1 Siebgang und 3 Wasserrädern. 1996 Helmekurier (Zeittafel)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1866
Krieg
Im Jahr 1866 wurde in den kirchlichen Aufzeichnungen der Krieg gegen Österreich erwähnt.
Quelle: Glocken-/Turmknopfnachrichten der Martinsriether Kirche, 1912.
1870 - 1871
Deutsch-Französischer Krieg 1870/71
In den Jahren 1870 und 1871 wurde der Krieg gegen Frankreich geführt. Nach den Martinsriether Turmnachrichten nahmen daran auch mehrere Einwohner des Ortes teil. Bis auf einen kehrten sie nach Kriegsende wieder nach Martinsrieth zurück.
Die Aufzeichnungen erinnern außerdem an den Sieg bei Sedan am 2. September 1870, bei dem der französische Kaiser Napoleon III. in Gefangenschaft geriet. Deutsches Historisches Museum (DHM)
Am 18. Januar 1871 wurde der preußische König Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert. Damit verbunden war die Gründung des Deutschen Kaiserreichs unter preußischer Führung. Deutsches Historisches Museum (DHM)
Die Martinsriether Aufzeichnungen von 1912 schildern diese Ereignisse rückblickend in einem stark patriotischen Ton und nennen dabei besonders Wilhelm I., Bismarck, Moltke und Roon.
Quelle: Glocken-/Turmknopfnachrichten der Martinsriether Kirche, 1912.
1871
Siegeseichen
Am Eingang des Martinsriether Friedhofs wurden im Jahr 1871 zwei „Siegeseichen“ gepflanzt.
In den Turmknopfnachrichten heißt es dazu: „Die Eichen vor dem Eingang zum neuen Gottesacker sind die Siegeszeichen.“
Es liegt nahe, dass die beiden Eichen an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und sollen an die Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 erinnern. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth. Einlage in den Kirchturmknopf, 21.12.1912
Mühle
Am 15. Juli 1871 wurden bei der Martinsriether Wassermühle ein Wasserrad und der dritte Mahlgang weggerissen. Beide sollten zunächst nicht wiederhergestellt werden. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Feuer- Versicherungsband
Im Jahr 1871 wurde ein Feuer-Versicherungs-Verband in Mitteldeutschland gegründet. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1872
Einwohner und örtliche Ämter
Im Jahr 1872 gab es in Martinsrieth 61 Haushaltungen.
Als Kantor und Schullehrer wird August Hornig genannt, als Gastwirt Carl Hilpert und als Gemeindevorsteher Karl Keßler. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1873
Wählerliste zum Deutschen Reichstag
Im Jahr 1873 umfasste die Wählerliste der Gemeinde Martinsrieth zum Deutschen Reichstag insgesamt 65 Namen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1874
Einwohner und Haushalte
Laut einer abschriftlichen Liste vom 4. Januar 1874 wohnten in Martinsrieth folgende Personen, soweit eine Hausnummer angegeben war:
Friedrich Bernhardt Bleße (Schenke)
Friedrich Hilpert (Bäckerei); außerdem Friedrich Hilpert jun.
Karl Gebhardt
Wilhelm Hilpert
Christian Gottfried Krieger
Karl Siebenhühner
Karl Enke
Christian Hilpert
Philipp Naumann
Christian Bogk
Friedrich Karl Naumann; Christian Naumann
Karl Keßler
Martin Fricke
Franz Enke
Friedrich Hilpert (am Brunnen)
Otto Gebhardt; Karl Gebhardt
Gottlieb Tettenborn
August Rothe
Louis Krieger; Christian August Krieger
Ernst Garthof
Gottfried Kämmerer sen.; Gottfried Kämmerer; Traugott Kämmerer
Gottlob Silber
Gottfried Enke
Friedrich Seydel
Gottlieb Gordian
Heinrich Wilhelm Spitzbarth
Gottlieb Römer; Wilhelm Römer
Gottfried Gerth
Gottfried Tausendschön; Carl Christoph Hartenhauer
Wilhelm Vollmann
Christoph Langenhahn
58/59. Wilhelm Degenkolbe
Christoph Gottfried Dietmann.
Darüber hinaus enthielt die Liste 19 weitere Namen ohne Wohnungsangabe, sodass insgesamt 60 Haushalte vorhanden waren.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Amtsbezirk Oberröblingen
Im Jahr 1874 wurde der Amtsbezirk Oberröblingen gebildet. Zu ihm gehörten die Gemeinden Edersleben, Riethnordhausen und Martinsrieth. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Ende des Schulzenamtes
Im Zusammenhang mit der neuen Kreisordnung endete 1874 das bisherige Schulzenamt in Martinsrieth. Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Friedrich Schmidt, „Das flämische Gericht und das Schulzenamt zu Martinsrieth“, 1896.
Kirchengemeinde und Standesamt
Im Jahr 1874 wurde nach den kirchlichen Aufzeichnungen die Kirchengemeinde- und Synodalordnung eingeführt. Danach bildeten in Martinsrieth vier Älteste gemeinsam mit dem Pfarrer als Vorsitzendem den Gemeindekirchenrat, der sich mit den inneren Angelegenheiten der Kirchengemeinde befasste. Über äußere Verwaltungsangelegenheiten entschied die Wählerversammlung.
Der spätere Bericht hebt Franz Enke hervor, der von Anfang an als Ältester im Amt gewesen sei und später vom Kaiser das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber für treue Dienste erhalten habe.
Im selben Zusammenhang wird auch die Einführung der Zivilstandsgesetzgebung erwähnt. Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen wurden zunächst in Oberröblingen registriert; ab 1883 gehörte Martinsrieth zum Standesamtsbezirk Riethnordhausen.
Quelle: Glocken-/Turmknopfnachrichten der Martinsriether Kirche, 1912.
1875-1876
Milzkrankheit
In den Jahren 1875 und 1876 ist für Martinsrieth eine unter Schafen und Rindern ausgebrochene Milzkrankheit archivalisch überliefert. Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Unter den Schafen und Rindern in Martinsrieth ausgebrochene Milzkrankheit“, 1875–1876.
1876
Schulchronik
Ab dem Jahr 1876 wurde in Martinsrieth eine Schulchronik geführt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1878
Pfarrer
Am 13. März 1878 wird Pfarrer Haun in Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1880
Feuerspritze
Ob Martinsrieth bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts über eine Feuerspritze verfügte, ist nach der Feuerwehrchronik nicht bekannt. Möglicherweise wurden bei Bränden zu dieser Zeit noch Ledereimer von Hand zu Hand gereicht.
Im Juni 1880 ließ die Gemeinde Beschreibungen und Kostenberechnungen für eine neue Zubringerspritze anfertigen. Angebote kamen von einem Spritzenfabrikanten aus Artern sowie von D. I. Vollgold aus Nordhausen. Laut Feuerwehrchronik entschied sich die Gemeinde schließlich für die Spritze von D. I. Vollgold.
Am 30. Dezember 1880 empfahl außerdem der Kreisfeuersocietätsdirektor von Doetinchem dem Gemeindevorstand die Anschaffung einer neuen Saug- und Schlauchfeuerspritze mit 120 mm Zylinderweite und zwei Abgangsrohren. Quellen: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth; Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1881
Kirche
Für das Jahr 1881 berichten die späteren Glocken- und Turmnachrichten, dass die christliche Kirche ihre Tätigkeit zunehmend auf das Gebiet der Nächstenliebe und Fürsorge ausrichtete.
Dabei wird ausdrücklich auf die Botschaft Kaiser Wilhelms vom 17. November 1881 verwiesen, durch die – nach Darstellung der Quelle – auch der Staat stärker auf soziale Aufgaben hingewiesen worden sei.
Quelle: Glocken- und Turmnachrichten der Martinsriether Kirche, 1912.
1883
Schenkwirt
Im Jahr 1883 wird Anton Wolff als Schenkwirt in Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Krankenversicherungsgesetz
Am 15. Juni 1883 wurde im Deutschen Reich das „Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter“ erlassen. Es führte für große Teile der gewerblichen Arbeiterschaft eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht ein. Das Gesetz trat 1884 in Kraft und gilt als Beginn der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung; Deutscher Bundestag. Glocken-/Turmknopfnachrichten der Martinsriether Kirche, 1912.
1884
Feuerlöschwesen – Pflichtfeuerwehren
Am 4. Juli 1884 wurde für den Kreis Sangerhausen eine Polizeiverordnung mit 40 Paragraphen zur Regelung des Feuerlöschwesens erlassen. Danach waren in sämtlichen Ortschaften und selbstständigen Gutsbezirken Pflichtfeuerwehren einzurichten. Die Verordnung trat am 1. August 1884 in Kraft. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Unfallversicherungsgesetz
Am 6. Juli 1884 wurde im Deutschen Reich das Unfallversicherungsgesetz erlassen. Es führte die gesetzliche Unfallversicherung ein. Bei Betriebsunfällen wurden nun unter anderem Heilbehandlung und bei Erwerbsunfähigkeit Unfallrenten vorgesehen; finanziert wurde die Versicherung durch die Unternehmen. Quelle: Deutsche Rentenversicherung; Deutscher Bundestag. Glocken-/Turmknopfnachrichten der Martinsriether Kirche, 1912.
Chaussee nach Sangerhausen
In den Jahren 1884 und 1885 wurde durch den Kreis die Chaussee von Martinsrieth nach Sangerhausen gebaut. Der vorherige Weg soll zuvor häufig unbefahrbar gewesen sein.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung; Deutscher Bundestag. Glocken-/Turmknopfnachrichten der Martinsriether Kirche, 1912.
1885
Gründung der Feuerwehr
Am 20. Juni 1885 wurde in Martinsrieth eine Pflichtfeuerwehr mit einer Stärke von 17 Mann gegründet.
Bereits mit Schreiben vom 5. Juni 1885 war dem Königlichen Landratsamt in Sangerhausen mitgeteilt worden, dass der Landwirt Fritz Seidel zum Ortsbrandmeister und der Schmiedemeister Fritz Siebenhühner zum Oberfeuerwehrmann ernannt worden waren. Die Feuerwehr bestand aus einer Druckmannschaft mit 12 Mann und einer Ordnungsmannschaft mit 4 Mann. Damit waren die Vorgaben der Polizeiverordnung über das Feuerlöschwesen vom 1. August 1884 erfüllt.
Im Jahr 1934 wurde die Martinsriether Pflichtfeuerwehr – wie die übrigen Wehren des Landkreises – in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Gemeindesiegel mit dem heiligen Martin
Für Martinsrieth sind ein älterer und ein neuerer Abdruck des Gemeindesiegels überliefert. Beide zeigen einen Reiter auf einem galoppierenden Pferd, wobei das Pferd auf dem älteren Siegel nach links und auf dem neueren nach rechts gerichtet ist. Der Reiter hält in der rechten Hand eine kreuzförmige Blume.
Nach C. Menzel ist in dieser Darstellung wahrscheinlich der heilige Martin von Tours zu erkennen. Dafür spreche insbesondere, dass die Martinsriether Kirche dem heiligen Martin geweiht war und die Kreuzblume auf eine Heiligendarstellung hindeute. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“, nach C. Menzel.
Renovierung der Kirche
Im Jahr 1885 wurde das Innere der Martinsriether Kirche renoviert. Die Kosten beliefen sich auf 2.130,55 Mark und wurden durch Kirchenumlage aufgebracht. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1886
Gewerbe und Gastwirtschaften
Im Jahr 1886 werden in Martinsrieth folgende Gewerbetreibende genannt:
Karl Aderhold – Wassermüller
Friedrich Hilpert – Bäcker
Anton Wolf – Dorfhandel und Gastwirtschaft
Karl Hilpert – Gastwirtschaft.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gemeindesiegel
Vom 16. Februar 1886 ist ein Abdruck des Gemeindesiegels mit der Umschrift „Gemeinde Martinsrieth“ überliefert.
Quelle: Gemeindesiegel „Gemeinde Martinsrieth“, Abdruck vom 16. Februar 1886.
1887
Feuerwehr – Spritzenhaus
Im Jahr 1887 teilte der Amtsbezirk Oberröblingen dem Königlichen Landratsamt Sangerhausen mit, dass der Bau eines Spritzenhauses in Martinsrieth angeordnet worden war.
Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Chaussee nach Riethnordhausen
Im Jahr 1887 wurde die Chaussee von Martinsrieth nach Riethnordhausen gebaut. Das ist auch in der Turmknopfnachricht von 1912 ausdrücklich vermerkt.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Prozess um Reparaturkosten für Kirche und Pfarre
Im Jahr 1887 wurde ein Prozess über die Kostenbeteiligung an Reparaturen der Kirche und der Pfarre geführt. Nach der Turmknopfnachricht von 1912 ging dieser Prozess für die Kirchengemeinde verloren. Dabei ging es um die Beteiligung des königlichen Patronats an zwei Dritteln der Kosten für Kirchen- und Pfarrreparaturen. 1912-12-21_Kirchturmknopf_Einla…
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1888
Veröffentlichung „Der Helmegau“
Im Jahr 1888 veröffentlichten Karl Meyer und Dr. R. Rackwitz die Schrift Der Helmegau. Darin wird Martinsrieth im Zusammenhang mit den alten Grenzverhältnissen des Bannes Kaldenborn behandelt. Außerdem werden historische Flurbezeichnungen wie „Steinbank zwischen Wallhausen und Martinsrieth“ und „Gehässel zwischen Wallhausen und Martinsrieth“ genannt.
Quelle: Karl Meyer und Dr. R. Rackwitz, „Der Helmegau“, 1888.
Dreikaiserjahr
Das Jahr 1888 ging als Dreikaiserjahr in die Geschichte ein. Kaiser Wilhelm I. starb am 9. März 1888. Ihm folgte sein Sohn Friedrich III., der nach nur 99 Tagen Regierungszeit am 15. Juni 1888 starb. Anschließend bestieg dessen Sohn Wilhelm II. den deutschen Kaiserthron.
Die Martinsriether Turmknopfnachricht von 1912 schildert diese Ereignisse rückblickend in stark patriotischer Sprache und bezeichnet Wilhelm I. als „Wilhelm den Siegreichen“ und Friedrich III. als „Friedrich den Edlen“. Sie erwähnt außerdem Wilhelm II. und seine Gemahlin Auguste Victoria sowie deren Kinder und hebt den Ausbau von Heer und Marine hervor.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1889
Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz
Im Jahr 1889 wurde das Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz eingeführt. Die Martinsriether Turmknopfnachricht von 1912 nennt es zusammen mit dem Krankenversicherungsgesetz von 1883 und dem Unfallgesetz von 1884 als Teil der damaligen Sozialgesetzgebung.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1888 bis 1950
Hochwasser
Zwischen 1888 und 1950 kam es im Helmetal nach der Zeittafel etwa 300-mal zu Hochwasser. Der dabei entstandene Schaden wird mit rund 104 Millionen Mark angegeben; etwa 15.000 Hektar gehörten zum Überschwemmungsgebiet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1890
Feuerwehreinsatz bei Pfeiffersheim
Am 23. September 1890 kam die Martinsriether Spritzenmannschaft bei einem Brand in Pfeiffersheim zum Einsatz.
Die Sangerhäuser Zeitung berichtete am folgenden Tag:
„Gestern Abend gegen 17 Uhr brannte ein dem Oeconom Wilhelm Pfeiffer in Pfeiffersheim gehöriger Diemen, 27 Schock Roggen enthaltend. Da derselbe ganz in der Nähe der Gebäude stand, war ein weiteres Umsichgreifen des Feuers leicht zu befürchten, zumal nur wenig Hilfe, und zwar die Spritzenmannschaft der Gemeinde Martinsrieth, auf dem Brandplatze erschienen war.“
Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth, nach der Sangerhäuser Zeitung vom 24. September 1890.
„Diemen“ bezeichnet einen aufgeschichteten Getreide- oder Strohhaufen.
Einwohnerzahl
Bei der Volkszählung am 1. Dezember 1890 hatte Martinsrieth 242 Einwohner.
Quelle: Karl Meyer, „Chronik des landräthlichen Kreises Sangerhausen“, Nordhausen 1892.
Neuer Schenksaal
Im Jahr 1890 wurde in Martinsrieth ein neuer Schenksaal gebaut. Die Turmknopfnachricht von 1912 nennt diesen Bau ausdrücklich in ihrem Rückblick auf die kommunalen Veränderungen des Ortes.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1891
Bau des Spritzenhauses
Im Jahr 1891 wurde das Spritzenhaus an der Otto-Kriegerschen Scheune errichtet.
Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Pfarrer
Im Jahr 1891 war Otto Treuding Pfarrer in Martinsrieth. Die Turmknopfnachricht von 1912 nennt ihn für die Jahre 1889 bis 1895. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
(Im Helme-Kurier steht „Pfarrer Treudig“. Die Turmknopfnachricht spricht dagegen für Otto Treuding. Im Pfarrverzeichnis erscheint zusätzlich die Schreibweise Friedrich Otto Freuding, also offenbar eine weitere Überlieferungsvariante.)
Kirchensiegel
Vom 7. Januar 1891 ist ein Abdruck des Kirchensiegels mit der Umschrift „Siegel der Kirche zu Martinsrieth“ überliefert. Quelle: Kirchensiegel „Siegel der Kirche zu Martinsrieth“, Abdruck vom 7. Januar 1891.
1896
Kyffhäuserdenkmal
Am 18. Juni 1896 wurde das Kyffhäuserdenkmal eingeweiht. Die Martinsriether Turmknopfnachricht berichtet, dass dabei der Kaiser, zahlreiche Landesfürsten sowie Tausende von Kriegern anwesend waren. An dem Denkmal war zuvor fünf Jahre gebaut worden.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1897
Einwohner und Pfarrstelle
Im Jahr 1897 hatte Martinsrieth 299 Einwohner. Als Gemeindevorsteher wird Römer, als Lehrer Rödel genannt. Der Helme-Kurier vermerkt für dieses Jahr außerdem, dass die Pfarrstelle vakant, also unbesetzt, gewesen sei. Dem widerspricht jedoch die Turmknopfnachricht von 1912, die Paul Kästner bereits seit 1896 als Pfarrer in Martinsrieth nennt. Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Auszeichnung alter Kriegsteilnehmer
Im Jahr 1897 erhielten nach der Martinsriether Turmknopfnachricht alle alten Krieger die „Leutener-Medaille“. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Neues Lehrbesoldungsgesetz
Im Jahr 1897 trat nach den kirchlichen Aufzeichnungen ein neues Lehrbesoldungsgesetz in Kraft. Bis dahin betrug die Besoldung der Martinsriether Lehrerstelle 1.100 Mark. Danach erhielt der Lehrer 1.400 Mark, zusätzlich 350 Mark Schuldienstentschädigung sowie neun Alterszulagen zu je 200 Mark.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1898
Pfarrerbesoldung und kirchliche Entwicklungen
Im Jahr 1898 trat nach der Martinsriether Turmknopfnachricht ein neues Pfarrerbesoldungsgesetz in Kraft. Beim Amtsantritt des damaligen Pfarrers brachte die Martinsriether Pfarrstelle 2.630 Mark ein; nach der neuen Regelung sollte das Gehalt innerhalb von 25 Jahren von 2.400 auf 6.000 Mark steigen.
Die Quelle berichtet außerdem von damaligen Auseinandersetzungen innerhalb der Landeskirche. Genannt werden Forderungen nach einer Trennung von Kirche und Schule, nach einer Trennung von Kirche und Staat sowie nach einer Loslösung vom traditionellen Bekenntnis und vom „Wort Gottes“.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1899
Feuerwehreinsatz
Am 18. Juli 1899 brannte in Brücken infolge eines Blitzeinschlags ein Wohnhaus.
Zur Brandbekämpfung waren die Feuerwehren aus Brücken, Hackpfüffel, Wallhausen, Hohlstedt, Martinsrieth, Sangerhausen und Riethnordhausen im Einsatz.
Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Anfang 20. Jhd.
Postkarten
„Gruss aus Martinsrieth“ mit Helmebrücke und Gemeinde-Gasthaus, um 1900–1915
„Gruss aus Martinsrieth a. d. Helme“, Gemeinde-Gasthaus F. Rabes und Dorfstraße, um 1900–1915
Mehrbildkarte „Gruß aus Martinsrieth“, vermutlich 1920er/1930er Jahre
1901
200-jähriges preußisches Königsjubiläum
Im Jahr 1901 wurde auch in Martinsrieth das 200-jährige preußische Königsjubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass fand in der Schenke ein Familienabend statt. Kantor Rödel hatte gemeinsam mit den Kriegern dafür zwei Theaterstücke eingeübt.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Jagdgerechtigkeit
Vom 12. September 1901 bis zum 27. Februar 1915 hatte Landrat von Doetinchem die Jagdgerechtigkeit in Martinsrieth gepachtet.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1903
Rechtsstreit um Kirche und Pfarre
Zwischen 1903 und 1907 führte die Kirchengemeinde Martinsrieth einen längeren Rechtsstreit über die Bau- und Unterhaltungspflichten des königlichen Patronats. Hinsichtlich der Neubauten entschied der Prozess zugunsten der Kirchengemeinde.
Bereits 1887 hatte es einen ähnlichen Rechtsstreit über die Kosten für Reparaturen an Kirche und Pfarre gegeben, den die Kirchengemeinde verloren hatte.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Regulierung der Helme
Für das Jahr 1903 ist ein „Entwurf zur Regulierung der Helme bei Martinsrieth“ überliefert.
Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, „Entwurf zur Regulierung der Helme bei Martinsrieth“.
1904
Schweres Hagelunwetter
Am 27. Juni 1904 zog ein schweres Hagelunwetter über die Martinsriether Flur. Nach der Turmknopfnachricht wurde dabei die gesamte Feldfrucht stark beschädigt beziehungsweise „total verhagelt“.
Die Quelle berichtet rückblickend, dass es auch in den folgenden Jahren mehrfach hagelte, jedoch zunächst ohne vergleichbar große Schäden. Noch am 12. Mai 1912, während einer Kirchenvisitation, schlug ein Hagelwetter in der Nacht in der Pfarre 17 Fensterscheiben ein.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1905
Pflaumenbäume
In den Jahren 1905 bis 1907 wurden entlang des Wilden Grabens zahlreiche Pflaumenbäume gepflanzt. Außerdem gehörten zur Pfarre 10 Morgen 42 Quadratruten im Vorderkamm sowie 32 Morgen 139 Quadratruten im Mittelkamm.
Die jeweiligen Pfarrer bewirtschafteten diese Flächen nicht selbst, sondern verpachteten sie. Nach der Turmknopfnachricht von 1912 flossen daraus zu dieser Zeit jährlich etwa 1.600 Mark in die Pfarrkasse.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1906
Telefonverbindung
Im Jahr 1906 erhielt Martinsrieth eine Telefonverbindung nach Wallhausen. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Große Überschwemmung
Ende des Jahres 1906 kam es zu einer schweren Überschwemmung, nachdem bei Auleben ein Damm gebrochen war. In Martinsrieth standen zahlreiche Gehöfte unter Wasser. Im Unterdorf mussten Bewohner ihr Vieh sogar mit Kähnen in Sicherheit bringen. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Silberhochzeit des Kaiserpaares
Im Jahr 1906 wurde auch in Martinsrieth die Silberhochzeit von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Victoria gefeiert. Am 27. Februar, dem Fastnachtstag, pflanzte die Gemeinde unter Gesang und Musik eine Kaiserlinde auf dem Dorfplatz vor dem Haus des Schulzen Keßler. Zuvor hielt Pastor Kästner eine Ansprache. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Regulierung der Helme
Im Jahr 1906 wurde ein Teil des Helmebettes an der Weide reguliert. Anschließend wurde ein Projekt zur Entwässerung des gesamten Riethes ausgearbeitet. Die Gemeinde Martinsrieth lehnte dieses Vorhaben jedoch ab, weil es als zu kostspielig angesehen wurde und der Abfluss nach Edersleben statt, wie von Martinsrieth gewünscht, durch die Oberröblinger Flur geführt werden sollte. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1907
Erweiterung des Pfarrgartens
Im Jahr 1907 wurde der von Pastor Rothe angelegte Pfarrgarten neben dem neuen Friedhof durch Pfarrland erweitert und als Obstgarten angelegt.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Schulbrunnen
Im Jahr 1907 wurde auf dem Dorfplatz ein Schulbrunnen gebohrt. Das Wasser erwies sich jedoch als nicht brauchbar.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1908
Elektrizitätsanschluss
Im Jahr 1908 erhielt Martinsrieth Anschluss an das Elektrizitätswerk in Bretleben. Dadurch standen der Gemeinde erstmals elektrische Kraft und Licht zur Verfügung. Nach der Turmknopfnachricht wurde die neue Versorgung zunächst jedoch nur von wenigen Einwohnern genutzt.
Die elektrische Anlage in der Pfarre kostete 150 Mark und wurde von der Gemeinde bezahlt. Die Quelle wertet den Anschluss zugleich als wichtigen Schritt hin zu einer besseren Verbindung und zum Verkehr mit der Außenwelt.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Feuerwehr
Am 13.09.1908 wurde der Feuerwehrverband in Sangerhausen gegründet. 51 Wehren, einschließlich Martinsrieth, haben teilgenommen. (Quelle: Feuerwehr Chronik Martinsrieth)
1909
Bau Schulgebäude
1909 erfolgte der Bau eines neues Schulgebäudes.
Die alte Schule wurde durch eine neue Schule ersetzt.
Zu der Zeit gingen ca. 70 Kinder zur Schule. (Die Schule wurde jedoch 1970 wieder geschlossen.)
Die Einweihung erfolgte am 9. November 1909, dem dritten Kirmestag.
Zunächst versammelte sich die Gemeinde im Schenksaal, wo während der Bauzeit Unterricht gehalten worden war.
Anschließend zog man unter Musikbegleitung zur neuen Schule.
Dort erfolgte die feierliche Weihe und Besichtigung.
Die Schüler erhielten bei einem Kinderfest Brezeln und Kaffee; außerdem fanden Reigen und Spiele statt.
Der Schulneubau kostete 18.739,22 Mark. Davon zahlten die Gemeindekasse 2.711,41 Mark, die Kirchenkasse 5.000 Mark und der Fiskus 11.037,01 Mark.
Nach dem Krieg, um 1946 herum, wurde der Gasthof in der Dorfstraße 3 für ca. 2 Jahre zusätzlich als Schule genutzt. Womöglich gab es durch die Flüchtlinge so viele Kinder, sodass das vorhandene Schulgebäude nicht ausgereicht hat.
Quellen: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912; Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Einwohner
330 Einwohner Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1910
Lasten
Im Jahr 1910 fanden die langjährigen Verhandlungen über die Ablösung der noch bestehenden Reallasten für Pfarre, Kirche und Schule ihren Abschluss. Dazu gehörten unter anderem Gartenrente, Korn und Hafer in Naturalien, Ostereier, Brote, Würste und Renten.
Für die Ablösung wurden nach der Turmknopfnachricht etwa 4.000 Mark an Kapitalien sowie 13.125 Mark in Rentenbriefen gezahlt. Die Inhaber dieser Rentenbriefe erhielten daraus die Zinsen.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
„Reallasten“ waren wiederkehrende Abgaben oder Leistungen, die an Grundbesitz gebunden waren. In Martinsrieth bestanden sie also teils noch in Geld, teils in Naturalabgaben.
1911
Dürre und Maul- und Klauenseuche
Das Jahr 1911 war von großer Trockenheit geprägt. Nach der Turmknopfnachricht fiel fast kein Regen, zahlreiche Brunnen versiegten und die Helme trocknete nahezu aus. Die Ernte fiel dennoch vergleichsweise gut aus; große Probleme bereitete jedoch der Futtermangel, sodass das Vieh teilweise Hunger leiden musste.
Gegen Ende des Jahres breitete sich zudem in der gesamten Provinz die Maul- und Klauenseuche aus. Für Martinsrieth berichtet die Quelle jedoch nur von geringen Verlusten.
Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912
1912
Reparatur des Kirchturms
Die Reparatur des Kirchturms war bereits seit mehreren Jahren geplant, da die Schiefereindeckung stark beschädigt war. Wegen fehlender finanzieller Mittel konnte sie jedoch erst 1912 ausgeführt werden.
Die veranschlagten Kosten betrugen 813 Mark. Davon kamen 200 Mark aus dem Provinzial-Kollektenfonds und 300 Mark aus dem Provinzial-Hilfsfonds; den verbleibenden Betrag übernahm die Gemeindekasse. Für die folgenden Jahre war außerdem eine Neueindeckung des Kirchendaches vorgesehen. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Öffnung des Kirchturmknopfes
Am 17. November 1912 brachte der Schieferdecker Müller aus Sangerhausen den Inhalt des abgenommenen Kirchturmknopfes herunter. Darin befand sich ein zerbrochenes Glas mit drei versiegelten Papierrollen. Die Schriftstücke enthielten ältere Einlagen, die bereits Pastor Rothe in seinem Schreiben von 1847 erwähnt hatte. Durch Feuchtigkeit waren sie teilweise aufgeweicht.
Von den alten Unterlagen wurden Abschriften für die Akten angefertigt. Anschließend legte man sie zusammen mit der neuen Nachricht von 1912 sowie Kupfer- und Nickelmünzen wieder in den Turmknopf. Die Fahne sollte erneuert und mit der Jahreszahl 1912 versehen werden. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Zusätzlich vermerkt eine spätere Turmknopfnachricht für den 20. Dezember 1912 die Kirchturmsanierung und das Wiederaufsetzen des neuen Knopfes.
Zukunft der Pfarrstelle
Im Jahr 1912 war die Zukunft der selbständigen Pfarrstelle Martinsrieth ungewiss. Nach dem Tod des Riethnordhäuser Pfarrers Rödiger am 8. Februar 1911 wurden wegen des damaligen Theologenmangels Verhandlungen über eine Aufhebung der Martinsriether Pfarrstelle geführt.
Pastor Paul Kästner verwaltete zu diesem Zeitpunkt bereits Martinsrieth und Riethnordhausen. Die Turmknopfnachricht äußert die Befürchtung, Martinsrieth könne nach vielen Jahrhunderten aufhören, ein selbständiger Pfarrort zu sein. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Schule
Im Jahr 1912 besuchten 58 Kinder die Martinsriether Schule. Die Turmknopfnachricht vermerkt, dass es zuvor zeitweise bereits 70 Schulkinder gewesen waren. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Nasses Jahr und Ernte
Das Jahr 1912 war nach der Turmknopfnachricht ausgesprochen nass. Die Ernte fiel zwar reichlich aus, durch sogenannten Auswuchs war das Getreide jedoch teilweise minderwertig.
Noch Ende November wurden Rüben vom Feld geholt, wobei die schlechten und aufgeweichten Wege den Transport erheblich erschwerten. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Zuckerfabrik Wallhausen und Rübenanbau
Die Turmknopfnachricht berichtet, dass die Zuckerfabrik in Wallhausen bereits seit etwa einem Jahr stillgelegt und in eine Steingutfabrik umgewandelt worden war.
Die in Martinsrieth und Umgebung stark angebauten Zuckerrüben wurden nun überwiegend mit der Bahn von Wallhausen nach Oberröblingen und Allstedt gebracht; ein Teil wurde mit Wagen nach Oberröblingen gefahren. Für 1912 nennt die Quelle einen Preis von 1,10 Mark je Zentner. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Hohe Lebensmittelpreise
Nach der Trockenheit von 1911 und der geringen Ernte beschreibt die Turmknopfnachricht 1912 eine teure Zeit und einen Mangel an Schlachtvieh. Eine Kuh kostete demnach etwa 400 bis 500 Mark, Schweine 70 Mark je Zentner, Saugschweine 30 bis 50 Mark je Paar und Fleisch etwa 2 bis 2,50 Mark je Kilogramm.
Die Quelle berichtet außerdem, dass deshalb in größeren Städten vermehrt ausländisches Fleisch, darunter Gefrierfleisch aus Argentinien, eingeführt wurde. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
Streit um die Helmereinigung
Um 1912 bestanden Streitigkeiten mit Sangerhausen über die Reinigung der Helme. Da Martinsrieth früher die Fischerei von Oberröblingen gekauft hatte, sollte die Gemeinde nach Auffassung der Gegenseite auch für die Reinigung von Stromwasser und Flussbett verantwortlich sein.
Die Martinsriether Seite vertrat dagegen die Auffassung, dass diese Pflicht den Anliegern zufalle. Nach der Turmknopfnachricht war der Prozess bereits in zweiter Instanz zugunsten der Gemeinde Martinsrieth entschieden worden. Quelle: Einlage in den Kirchturmknopf zu Martinsrieth vom 21. Dezember 1912.
1914 bis 1918
1.Weltkrieg
Während des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 fielen 17 Männer aus Martinsrieth. Darüber hinaus kehrten zwei Bürger schwerbeschädigt aus dem Krieg zurück. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1915
Helmehochwasser
Im Januar 1915 kam es zu einem Hochwasser der Helme. Der Helme-Kurier nennt dafür den 6./14. Januar 1915; wenige Tage später, am 16. Januar 1915, heißt es ausdrücklich: „Die Aue ist ein See!“ Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Turmknopfnachricht vom 2. Dezember 1995 mit der Zeittafel ab 1912.
Beschlagnahme von Metallgegenständen
Am 24. September 1915 wurden in Martinsrieth auf Grundlage einer Bekanntmachung vom 31. Juli 1915 Gegenstände aus Kupfer, Messing und Reinnickel erfasst.
Erfasst wurden:
Kupfer: 13 Gegenstände mit insgesamt 169 kg
Messing: 1 Gegenstand mit 2 kg
Reinnickel: 1 Gegenstand mit 5 kg
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Turmknopfnachricht vom 2. Dezember 1995 mit der Zeittafel ab 1912.
20er
30er
Jahre
Postkarten
Ansicht der Gemeindegaststätte Martinsrieth, Inhaber August Hoffmann, vermutlich 1920er/1930er Jahre.
Mehrbild-Ansichtskarte von Martinsrieth mit Bäckerei und Materialwarenhandlung Paul Ruppe, Mühle, Kirche und Schule sowie Kriegerdenkmal, vermutlich 1920er Jahre.
Gemeindegasthaus Martinsrieth mit Pferdefuhrwerk und Gastwirt August Hoffmann, vermutlich um 1915–1925.
1919
Wahl zur Nationalversammlung
Am 19. Januar 1919 fand auch in Martinsrieth die Wahl zur verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung statt. Reichsweit war dies die erste Wahl, bei der Frauen wählen und gewählt werden konnten.
Für Martinsrieth nennt die Zeittafel folgende Stimmenverteilung:
Deutsch-Nationale Volks-Partei: 7 Stimmen
Deutsch-Demokratische-Partei: 107 Stimmen
Deutsche Volks-Partei: 2 Stimmen
Unabhängige Sozialdemokraten: 20 Stimmen
Alte Sozialdemokraten: 2 Stimmen
Christlich-Demokratische-Partei: 0 Stimmen
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Feuerwehreinsatz in Oberröblingen
Am 23. März 1919 brannte die Zuckerfabrik in Oberröblingen. Zur Hilfe kamen die Feuerwehren aus Martinsrieth, Edersleben, Niederröblingen und Allstedt.
Nach dem zeitgenössischen Bericht kam jedoch nur die Martinsriether Feuerspritze tatsächlich zum Einsatz.
Quelle: Kyffhäuser-Zeitung vom 24. März 1919.
1920
Brand im Anna-Vollrathschen Gehöft
Am 14. Mai 1920 zog am Abend ein schweres Gewitter über die Gegend. Durch einen Blitzeinschlag geriet der an das Wohnhaus grenzende Stall des Anna-Vollrathschen Gehöfts Nr. 38 in Brand.
Durch die Windstille und das schnelle Eingreifen der Feuerwehren aus Riethnordhausen, Brücken, Martinsrieth, Tilleda, Ichstedt, Wallhausen und Borxleben konnte ein Übergreifen des Feuers verhindert werden. Der entstandene Schaden war nach der Quelle durch eine Versicherung gedeckt. Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“, nach der Chronik von Hackpfüffel; Turmknopfnachricht vom 2. Dezember 1995 mit der Zeittafel ab 1912.
Brand in der Bäckerei Kämmerer
In der Nacht vom 5. zum 6. November 1920 wurde das Wohnhaus bei der Bäckerei Kämmerer in Martinsrieth durch einen Brand vollständig zerstört. Die Feuerwehr aus Riethnordhausen rückte mit ihrer Spritze zur Unterstützung an, musste jedoch nicht mehr eingreifen. Quelle: Sangerhäuser Zeitung vom 8. November 1920.
Reichstagswahl
Am 6. Juni 1920 fand die Reichstagswahl statt; dieses Datum wird auch von der Bundeswahlleiterin für die Reichstagswahl 1920 bestätigt. Für Martinsrieth überliefert die Zeittafel folgende Stimmen:
Deutsch-Nationale Volkspartei: 57
Deutsche Volkspartei: 31
Christliche Volkspartei: 0
Deutsch-Demokratische Partei: 18
Alte Sozialdemokratische Partei: 3
Unabhängige Sozialdemokratische Partei: 7 1996 Helmekurier (Zeittafel)
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gegenüber der Wahl zur Nationalversammlung von 1919 hatte sich die Stimmenverteilung in Martinsrieth stark verschoben. Die Deutsche Demokratische Partei sank von 107 auf 18 Stimmen, während die Deutschnationale Volkspartei von 7 auf 57 Stimmen und die Deutsche Volkspartei von 2 auf 31 Stimmen zunahmen. Die Unabhängigen Sozialdemokraten erhielten 1920 7 statt zuvor 20 Stimmen. Die zugrunde liegenden örtlichen Zahlen stammen aus der Martinsriether Zeittafel.
1929
Gemälde „Helme bei Martinsrieth“
Im Jahr 1929 entstand das Gemälde „Helme bei Martinsrieth“ des Künstlers W. Trischler. Es zeigt die Helme in einer ruhigen, landschaftlichen Darstellung mit dichtem Baumbestand am Ufer.
Das Bild befindet sich nach deiner Angabe im Spengler-Museum.
Quelle: Spengler-Museum; MZ vom 23. Mai 2016.
1924 - 1935
Lehrer Friedrich Brühling
Für die Jahre 1924 bis 1935 ist Friedrich Brühling als Lehrer in Martinsrieth nachgewiesen. Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt befindet sich hierzu eine Personal- und Versorgungsakte unter der Signatur C 48 IIb, Nr. 2264/25. Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, C 48 IIb, Nr. 2264/25 „Brühling, Friedrich, Lehrer, Martinsrieth“, Laufzeit 1924–1935.
1930
Gefälle der Helme
Für den Abschnitt zwischen der Eichstegbrücke bei Wallhausen und Martinsrieth wird in der Zeittafel ein nur sehr geringes Gefälle der Helme angegeben. Danach fiel der Wasserspiegel von 137,2 m auf 131,3 m über N. N. auf einer Strecke von rund 5.000 Metern – also um knapp 6 Meter beziehungsweise etwa 1 Zentimeter auf 83,33 laufende Meter. Die Eichstegbrücke wird dort als die heutige „Lange Brücke“ bezeichnet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“, Tgb.-Nr. 2206 Wallhausen.
1931
Hochwasser
Am 1. Dezember 1931 war Martinsrieth infolge eines Hochwassers vollständig vom Wasser eingeschlossen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1932
Gedicht
Im Jahr 1932 verfasste Lehrer Köppel das Gedicht „Mein Martinsrieth“.
(Quelle: Helme Kurier Nr. 8/1995 „Zeittafel Martinsrieth")
1934
Umwandlung zur Freiwilligen Feuerwehr
Im Jahr 1934 wurde die seit 1885 bestehende Pflichtfeuerwehr Martinsrieth in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Nach der Feuerwehrchronik geschah dies im Zuge einer entsprechenden Umwandlung der Feuerwehren im Kreis Sangerhausen.
Auch der Helme-Kurier vermerkt für 1934, dass alle Feuerwehren des Kreises Sangerhausen in Freiwillige Feuerwehren umgewandelt wurden. Quellen: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth, nach der Sangerhäuser Zeitung vom 18. Januar 1934; Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1935
Lied „Ja, in Martinsrieth ist’s lustig“
Auf einer Wanderung zum Kyffhäuser dichtete Lehrer Köppel nach der Melodie von „Eine Seefahrt, die ist lustig“ das Lied „Ja, in Martinsrieth ist’s lustig“. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Schießstand auf der Großen Weide
Am 14. Februar 1935 wurde ein Schießstand für den Kriegerverein auf der Großen Weide genehmigt. Quelle: Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
Feuerwehr
Im Jahr 1935 bestand die Martinsriether Feuerwehr aus 17 Mann. Otto Tausendschön wird als Wehrleiter genannt.Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1936
Gemeindeabgaben
Für das Jahr 1936 sind in den Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth verschiedene örtliche Steuersätze überliefert.
Für Bier wurden erhoben:
1 Mark je Tonne Einfachbier
3 Mark je Tonne Lagerbier
6 Mark je Tonne Doppelbier
Außerdem galt eine Vergnügungssteuer von 2,50 Mark bei größeren Vergnügungen und 1 Mark bei kleineren Vergnügungen.
Quelle: Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
1937
Scheunenbrand bei Richard Vollmann
Im Jahr 1937 kam es zu einem Scheunenbrand bei Richard Vollmann, der nach der zeitgenössischen Meldung durch spielende Kinder verursacht worden war.
Zur Brandbekämpfung kamen die Ortsfeuerwehr Martinsrieth, die Sangerhäuser Feuerwehr sowie der Löschzug Riethnordhausen zum Einsatz. Quelle: „Der Heimatgau“ vom 23. März 1937.
Anschaffung einer Motorspritze
Im Jahr 1937 beschaffte die Martinsriether Feuerwehr eine Motorspritze TS 4. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1938
Starkes Gewitter
Am 30. August 1938 kam es in Brücken und Martinsrieth zu einem starken Gewitter. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Scheunenbrand nach Blitzschlag
Durch einen Blitzschlag geriet die Scheune des Landwirts Meister in Brand und brannte vollständig nieder. Zur Brandbekämpfung waren die Feuerwehren Martinsrieth und Riethnordhausen im Einsatz. Quellen: „Der Heimatgau“ vom 31. August 1938; Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1939
Öffentlicher Rekrutenball
Am 31. März 1939 fand im Lokal des Gastwirtes Zschauer ein öffentlicher Rekrutenball statt. Zschauer wird in der Zeittafel zugleich als Kolonialwarenhändler genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Musterung von Bespannfahrzeugen
Am 8. Juni 1939 wurden in Martinsrieth Bespannfahrzeuge für den Wehrdienst gemustert. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Poststelle Martinsrieth
Für das Jahr 1939 sind historische Stempel der Poststelle Martinsrieth überliefert. Quelle: historische Poststempel der Poststelle Martinsrieth, 1939.
1939 - 1945
Zweiter Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) forderte auch in Martinsrieth zahlreiche Opfer. Nach der Zeittafel im Helme-Kurier fielen 23 Männer aus dem Ort, weitere 7 Bürger kehrten schwerbeschädigt zurück. Zugleich wird dort festgehalten, dass Martinsrieth selbst keine materiellen Kriegsschäden erlitt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1940
Feuerwehr
Alfred Vollmann wurde zum Wehrleiter der Feuerwehr Martinsrieth ernannt. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Scheunenbrand bei Alfred Vollmann
Bei Alfred Vollmann kam es zu einem Brand, bei dem die Scheune vollständig niederbrannte. Zur Unterstützung der Martinsriether Feuerwehr kamen Löschkräfte aus Riethnordhausen, Sangerhausen, Brücken, Wallhausen und Oberröblingen. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Schule
Schulfoto von 1940:
1941
Wehr in der Kleinen Helme
Für die Jahre 1941 und 1943 ist im Landesarchiv Sachsen-Anhalt eine Unterlage zum Einbau eines Wehres in die Kleine Helme an der Feldwegbrücke Martinsrieth–Brücken überliefert. Zweck des Wehres war laut Aktentitel die Abdrosselung des Hochwassers. Zum Vorgang gehören zwei Karten; außerdem ist ein Entwurf von 1941 verzeichnet. Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, C 56 Merseburg, K Nr. 153, „Einbau eines Wehres in die Kleine Helme zur Abdrosselung des Hochwassers an der Feldwegbrücke Martinsrieth-Brücken“, Laufzeit 1941, 1943.
1942
Schule
Schulfoto von 1942:
40er Jahre
Kleingartenanlage
In den 1940er Jahren wurde in Martinsrieth die Kleingartenanlage erschlossen. Quelle: mündliche Überlieferung
40er und 50er Jahre
Maskenball
In den 1940er und 1950er Jahren wurde in Martinsrieth im Januar ein Maskenball gefeiert. Die Teilnehmer verkleideten sich einzeln oder in Gruppen zu unterschiedlichen Themen und versuchten, dabei unerkannt zu bleiben. In ihren Kostümen gingen sie mehrere Runden durch den Saal und präsentierten sich den übrigen Anwesenden. Anschließend wählte das Publikum die schönsten Verkleidungen aus.
Quelle: mündliche Überlieferung.
1945
Beginn der Ortschronik
Im Jahr 1945 begann Johann Rotsch mit der Führung der Martinsriether Ortschronik. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Übergabe des Ortes an die Amerikaner
Am 12. April 1945 gingen Bürgermeister Wilmar Krieger und Edmund Keßler als Parlamentäre mit einer weißen Fahne den amerikanischen Truppen entgegen und übergaben Martinsrieth. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Bodenreform
Im September 1945 vermerkt die Zeittafel für Martinsrieth die Bodenreform. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Bürgermeister Paul Benkenstein
Im September 1945 wird Paul Benkenstein als Bürgermeister von Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Lehrer Höhne
Zum 1. Oktober 1945 wird Lehrer Höhne in Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
nach 1945
ÖLB
Nach 1945 bildete sich in Martinsrieth ein ÖLB mit 67 Hektar Fläche. Als Leiter wird Albert Lasarzik genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
ÖLB heißt „Örtlicher Landwirtschaftsbetrieb“. Das war in der frühen DDR eine Betriebsform, in der unbewirtschaftete oder aufgegebene landwirtschaftliche Flächen zusammengefasst und bewirtschaftet wurden.
1946
Bürgermeister
Im Jahr 1946 wird Fritz Henning als Bürgermeister von Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Helmebrücke
Im Jahr 1946 wurde die Helmebrücke am Ortsausgang erneuert und verbreitert. Nach dem Dorferneuerungsplan wurde die alte Natursteinbrücke wegen des gestiegenen Verkehrsaufkommens durch einen Betonüberbau verbreitert. Die Verbreiterung ruht auf ausgekragten Betonkonsolen. Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
Bodenreform
Am 10. Januar 1946 erfolgte im Zuge der Bodenreform die Landverteilung an 12 Landarbeiter und 20 landarme Bauern. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Schule
Ab 1. Februar 1946 wurde die Martinsriether Schule vertretungsweise vom Neulehrer Engberding verwaltet. Im März gründete er den örtlichen CDU-Verband. Außerdem gehörte er dem Antifaschistischen Ausschuss an und war dort Geschäftsführer. Dieser Ausschuss übernahm nach der Zeittafel bis zur Bildung der „Beratenden Versammlung“ Anfang Juli auch Aufgaben des Gemeinderates. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
SED
Am 1. Mai 1946 schlossen sich nach der Martinsriether Zeittafel die örtlichen Organisationen von KPD und SPD zur SED zusammen. Der örtliche Vorgang stand im Zusammenhang mit der Vereinigung von KPD und SPD in der Sowjetischen Besatzungszone im Frühjahr 1946; das Bundesarchiv beschreibt diese als unter erheblichem Druck der sowjetischen Militäradministration zustande gekommen. Quelle für Martinsrieth: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Schule
Ab 2. September 1946 unterrichtete Herr Thale die Klassen 1 bis 4, während Herr Engberding die Klassen 5 bis 8 übernahm. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Kommunalwahlen
Am 8. September 1946 fand die erste Kommunalwahl nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Von 203 Wahlberechtigten gaben 194 ihre Stimme ab. Die Stimmen verteilten sich auf SED 87, LDP 82 und CDU 25. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gemeindevertretung
Für 1946 nennt die Zeittafel Fritz Henning als Bürgermeister. Dem Gemeinderat gehörten Kurt Krieger und Walter Vollmann an. Als Gemeindevertreter werden Kurt Römer, Fritz Gödicke, Walter Vollmann, Alfons Benisch, Irmgard Zschauer, Ewald Neidhold, Artur Keßler, Walter Hilpert und Willi Engberding genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Umsiedler
Am 25. November 1946 trafen neue Umsiedler aus Schlesien ein. Sie wurden mit zwei Pferdewagen am Bahnhof Hackpfüffel abgeholt und nach Martinsrieth gebracht. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth 2001/2002.
Zweites Klassenzimmer
Am 15. Oktober 1946 erhielt die Martinsriether Schule ein zweites Klassenzimmer im Haus des Landwirts Otto Hilpert. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Brand bei Alfred Vollmann
Am 7. Dezember 1946 kam es bei Alfred Vollmann zu einem Brand, der laut Zeittafel großen Schaden verursachte. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1946/1947
Hochwasser
In den Jahren 1946/1947 kam es an der Helme zu extremen Katastrophenhochwässern. Der Helme-Kurier führt diese für Martinsrieth ausdrücklich in der Zeittafel auf. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1947
Helmedurchstrich
Am 18. September 1947 fand im Gasthaus in Martinsrieth eine Verhandlung zwischen den Gemeinden Wallhausen und Martinsrieth sowie dem Helme-Verband Artern statt. Anlass war ein notwendiger Helmedurchstich. Wallhausen verlangte, dass das dabei abgetrennte Grundstück von 0,3 Hektar im Eigentum der Gemeinde Wallhausen verbleiben sollte.
Von Martinsriether Seite wurde dies durch Bürgermeister Fritz Henning sowie die Gemeinderäte Krieger und Römer bestätigt. Der eigentliche Durchstich erfolgte anschließend am 1. September 1948. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1948
Bürgermeister
Im Jahr 1948 wird Guido Boogk als Bürgermeister von Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1949
VdgB
Im Jahr 1949 wird Otto Tausendschön als Vorsitzender der örtlichen VdgB genannt. Die Abkürzung steht für „Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe“. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Schule
Am 27. August 1949 wurde Herr Thale Schulleiter in Martinsrieth. Im Oktober 1949 wurden die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse nach Riethnordhausen umgeschult. Im Dezember 1949 folgten auch die 5. und 6. Klasse. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gründung der DDR
Am 7. Oktober 1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
50er Jahre
Wohnraum
In den 1950er Jahren war Wohnraum auch in Martinsrieth knapp. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Flüchtlinge und Vertriebene in privaten Haushalten untergebracht worden. Das enge Zusammenleben führte nach den überlieferten Beschwerden und Erinnerungen teilweise zu Spannungen und Schwierigkeiten im Alltag.
In der DDR wurde Wohnraum zunehmend staatlich erfasst, verwaltet und zugewiesen. Dadurch konnten Wohnungen oder einzelne Räume auch unabhängig von den Wünschen der Eigentümer beziehungsweise Bewohner belegt werden. Quellen: Beschwerdebücher Martinsrieth; mündliche Überlieferung.
1950
Gemeindewahlen
Am 15. Oktober 1950 wurde die neue Gemeindevertretung von Martinsrieth in ihr Amt eingeführt. Genannt werden:
Erich Kartheuser, 1. Vorsitzender
Otto Tausendschön, 2. Vorsitzender
Paul Kopf
Walter Vollmann
Ewald Neidhold
Willi Enke
Martin Reinhardt
Alfons Benisch
Kurt Dienemann
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Bürgermeister
Am 28. Dezember 1950 erfolgte die Wahl des Bürgermeisters und der Gemeinderäte. Guido Boogk wurde zum Bürgermeister gewählt. Als Gemeinderäte werden Alfred Thale und Erich Gerth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Stempel
Für das Jahr 1950 ist ein historischer Stempel der Gemeinde Martinsrieth überliefert. Quelle: historischer Gemeindestempel Martinsrieth, 1950.
Postkarte
Aus dem Jahr 1950 ist eine Ansichtspostkarte mit mehreren Motiven aus Martinsrieth überliefert. Zu sehen sind unter anderem die Helmebrücke, eine Straßenansicht sowie die Kirche St. Martin. Quelle: historische Ansichtspostkarte „Gruß aus Martinsrieth“, 1950.
1951
Schulspeisung
Am 4. Februar 1951 begann in Martinsrieth die Schulspeisung. Ausgegeben wurden zunächst kalte Portionen mit:
2 Brötchen
10 g Butter
10 g Wurst
20 g Marmelade
Der Preis betrug 15 Pfennig.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1952
Bürgermeister Alfons Benisch
Mit Wirkung vom 1. Mai 1952 wurde Alfons Benisch zum Bürgermeister von Martinsrieth gewählt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Kindergarten
Am 5. Mai 1952 wurde der neu renovierte Kindergarten eröffnet. Als Kindergärtnerinnen werden Fräulein Wagner aus Roßla und Fräulein Georg aus Riethnordhausen genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gemeindesiegel
Im Jahr 1952 wurden einheitliche Gemeindesiegel eingeführt. Das Siegel von Martinsrieth zeigte Hammer und Ährenkranz mit der Umschrift „Deutsche Demokratische Republik – Rat der Gemeinde Martinsrieth“. Später wurde bis 1990 Hammer und Zirkel im Ährenkranz verwendet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Konsumverkaufsstelle
Am 1. Mai 1952 eröffnete der Konsum im Gebäude der Gemeindeschenke, Dorfstraße 1. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
„Bauernstube“
Im Obergeschoss der Gemeindeschenke befand sich die sogenannte „Bauernstube“, die zeitweise als Jugendclub genutzt wurde. Der Raum entspricht dem heutigen Bürgermeisterbüro. Quelle: mündliche Überlieferung.
1953
Kinoveranstaltungen
Ab Anfang 1953 fanden in Martinsrieth monatlich zwei Kinoveranstaltungen statt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Fastnacht
Im Februar 1953 wurde in Martinsrieth wieder nach altem Brauch und alter Sitte Fastnacht gefeiert. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gastwirt Kurt Geyer
Im September 1953 wird Kurt Geyer als Gastwirt in Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1953/54
falscher Feueralarm
In den Jahren 1953/1954 wurde in Martinsrieth ein falscher Feueralarm ausgelöst. Nach der Feuerwehrchronik betätigte ein Ortseinwohner die Alarmvorrichtung mit einem Fahrradlenker, woraufhin die Feuerwehr ausrückte.
Der Verursacher musste anschließend eine Strafe von 25 Mark zahlen. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1954
Kältewelle
Im Januar 1954 wurde der Schulunterricht wegen einer großen Kältewelle vorübergehend im Kindergarten durchgeführt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Einweihung Sortplatz
Am 1. Mai 1954 wurde der Sportplatz in Martinsrieth eingeweiht. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1955
Übernahme des ÖLB
Im Frühjahr 1955 übernahm die Sangerhäuser LPG „Thomas Münzer“ den Örtlichen Landwirtschaftsbetrieb (ÖLB) in Martinsrieth. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Fußball – SG Riethnordhausen/Martinsrieth
Im Juni 1955 wurde die Sportgemeinschaft „SG Riethnordhausen/Martinsrieth“ gegründet. Sie verfügte zunächst über drei Fußballmannschaften. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
LPG-Stützpunkt Martinsrieth
Im Jahr 1955 wurde in Martinsrieth ein Stützpunkt der LPG „Thomas Münzer“ Sangerhausen eingerichtet. Martinsrieth bildete dabei die Brigade III der LPG. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Brand bei Erich Kronberg
Im Jahr 1955 kam es bei Erich Kronberg zu einem Brand, der nach der Feuerwehrchronik durch Kinder verursacht wurde. Der entstandene Schaden wurde mit 3.175 Mark angegeben. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1956
Feuerwehr
Im Jahr 1956 wird Edmund Starke als Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth genannt. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth
VdgB
Im Jahr 1956 war Guido Boogk Vorsitzender der Ortsorganisation der VdgB (BHG).
Die Abkürzung VdgB steht für „Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe“; BHG für „Bäuerliche Handelsgenossenschaft“.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1957-1975
Meliorationsarbeiten an der Helme
In den Jahren 1957 bis 1975 wurden an der Helme Meliorationsarbeiten durchgeführt. Dabei handelte es sich um Maßnahmen zur Verbesserung der Entwässerung und landwirtschaftlichen Nutzbarkeit der Flächen im Helmegebiet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1957
Pestalozzi-Medaille für Lehrer Thale
Zum „Tag des Lehrers“ am 12. Juli 1957 erhielt A. Thale die Pestalozzi-Medaille in Bronze verliehen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Erstes Fernsehgerät im Ort
Seit dem 12. November 1957 besaß Lehrer Thale das erste Fernsehgerät in Martinsrieth. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Feuerwehr – Wehrleiter Werner Büttner
Im Jahr 1957 wird Werner Büttner als Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth genannt. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Umbau der Motorspritze TS 4
Werner Büttner baute die Motorspritze TS 4 von Magnetzündung auf Batteriezündung um. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Brandwache zur Erntesicherung
Am 7. Mai 1957 wurde festgelegt, dass alle arbeitsfähigen Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren Brandwache zur Sicherung der Ernte zu halten hatten. Dies betraf insbesondere Raps und Wintergerste. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1958
Schule
Ab dem 2. Januar 1958 fuhren die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe mit dem Bus nach Riethnordhausen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Wegfall der Lebensmittelkarten
Am 28. Mai 1958 entfielen die Lebensmittelkarten. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Einwohner und Landwirtschaft
Am 26. Juni 1958 werden für Martinsrieth folgende Angaben genannt:
295 Einwohner
412,51 ha landwirtschaftliche Nutzfläche
davon 81,11 ha Dauerweiden und Wiesen
Bodenwertzahl: 57–73
wichtigste Kultur: Zuckerrübe
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gründung der LPG „Vorwärts“
Am 20. Oktober 1958 wurde als 55. LPG des Kreises die LPG „Vorwärts“ Typ I Martinsrieth gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten:
Paul Kopf – 7,0 ha
Friedrich Gödicke – 6,76 ha
Kurt Krieger – 17,2 ha
Horst Daamen
Emil Siebenhühner – 7,18 ha
Kurt Ferber – 0,69 ha
Alfons Benisch – 0,18 ha
Konrad Boogk – 9,76 ha
Zum Vorsitzenden wurde Paul Kopf gewählt, Horst Daamen war Stellvertreter und Brigadier.
Am 22. Oktober 1958 traten außerdem Paul Krieger mit 9,76 ha und Amanda Boogk mit 0,53 ha bei.
Am 13. November 1958 wurden dem Vorsitzenden die Statuten der LPG übergeben.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1958/1959
Schule
Im Schuljahr 1958/1959 besuchten 22 Schülerinnen und Schüler der 1. bis 3. Klasse die Schule in Martinsrieth. Vier Schüler der 4. Klasse sowie die Schülerinnen und Schüler der 5. bis 8. Klasse gingen zur Zentralschule nach Riethnordhausen.
Bereits seit dem 2. Januar 1958 fuhren die Schüler der Mittelstufe mit dem Bus nach Riethnordhausen.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1959
150 Jahre Fastnacht / Drescherfest
Am 10. Februar 1959 wurde die 150. Wiederkehr des Fastnachtstages gefeiert. Aus diesem Anlass fand ein Drescherfest mit großem Festumzug statt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Sonntagsbus nach Sangerhausen
Am 1. Juli 1959 wurde ein Sonntagsverkehr mit dem Bus von Sangerhausen nach Martinsrieth eingeführt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Weitere Mitglieder der LPG
Im Oktober 1959 traten der LPG bei:
Krausberg – 12,07 ha
Otto Hilpert III – 16,27 ha
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Brandschutzaufklärung für Kinder
Im Jahr 1959 sprach Löschmeister Rost aus Sangerhausen zu den Kindern des Dorfes über die Verhütung von Bränden. Die Aufklärung wurde durch eine Filmvorführung ergänzt. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
60er Jahre
Erntekindergarten
Je nach Saison wurde in Martinsrieth ein Erntekindergarten eingerichtet. Er befand sich im Gebäude Dorfstraße 29 und öffnete während der arbeitsintensiven Zeiten in der Landwirtschaft. Quelle: Gemeindeunterlagen Martinsrieth.
Postkarte
von ca. 1960:
1960
LPG
Am 8. April 1960 traten die restlichen Bauern der LPG bei. Damit war Martinsrieth ein vollgenossenschaftliches Dorf mit einer LPG Typ I.
Im Oktober 1960 wurde Guido Boogk neuer Vorsitzender der LPG.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1961
Gründung des Dorfclubs
Im Mai 1961 wurde in Martinsrieth ein Dorfclub gegründet. Vorsitzender war A. Thale. Als weitere Mitglieder werden genannt:
A. Benisch
H. Daamen
E. Vollmann
J. Rotsch
D. Landeck
R. Heinze
H. Vollmann
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Neuer Bäcker
Im Oktober 1961 wird Arno Dahms aus Sangerhausen als neuer Bäcker in Martinsrieth genannt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Einwohnerzahl
Am 1. Dezember 1961 hatte Martinsrieth 277 Einwohner.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1962
LPG und Meliorationsgemeinschaft
Im Jahr 1962 gehörte die LPG Martinsrieth zur Meliorationsgemeinschaft „Helmeniederung“, die später den Namen „Helmetal“ erhielt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Martinsrieth ohne Bäcker
Zu Ostern 1962 wird Martinsrieth als Ort ohne Bäcker genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Fußballspiel gegen Aufbau Rottleberode
Am 24. April 1962 berichtete die Zeitung Freiheit über eine hart umkämpfte Fußballbegegnung in Martinsrieth zwischen Traktor Riethnordhausen/Martinsrieth und Aufbau Rottleberode.
Zur Halbzeit stand es 1:1. Nach einem abwechslungsreichen Spiel gewann die Mannschaft aus Riethnordhausen/Martinsrieth knapp mit 5:4.
Der Zeitungsbericht kritisierte zugleich das unsportliche Verhalten einiger Zuschauer und Funktionäre, die durch Zwischenrufe zu härterem Spiel aufforderten, und mahnte zu mehr Sportfreundschaft und Fairness.
Quelle: „Freiheit“, 24. April 1962.
Schulhort
Seit dem 7. September 1962 bestand für die Klassen 1 bis 4 ein Schulhort. Leiterin war Frau Thale. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Neue Tragkraftspritze
Im Jahr 1962 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth vom Rat des Kreises eine neue Tragkraftspritze TS 8. Die bisherige TS 4 wurde an die Freiwillige Feuerwehr Paßbruch abgegeben. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Straßen-Brandschutzbeauftragte
Am 4. Dezember 1962 wurde Martinsrieth nach der sogenannten Sonneberger Methode in sechs Abschnitte eingeteilt. Für jeden Abschnitt wurde ein Straßen-Brandschutzbeauftragter eingesetzt. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Frauen-Brandschutzgruppe
Am 14. Dezember 1962 wurde in Martinsrieth eine Frauen-Brandschutzgruppe gebildet. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1963
LPG – Übergang zu Typ III
Am 23. Januar 1963 beschäftigte sich die Vollversammlung der LPG Martinsrieth unter anderem mit dem geplanten Übergang von Typ I zu Typ III. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1964
Postleitzahl
Im Jahr 1964 wurde für Martinsrieth die Postleitzahl 4701 Martinsrieth eingeführt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Erste Jugendweihe
Am 29. März 1964 wurde in Martinsrieth erstmals eine Jugendweihe durchgeführt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Neue Buswartehalle
Am 1. August 1964 wurde die neu errichtete Buswartehalle übergeben. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Feuerwehr
Im Jahr 1964 bestand die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth aus 20 Kameraden. Zusätzlich gab es eine Frauenbrandschutzgruppe mit 12 Kameradinnen.
Außerdem wurde ein Luftschutzkomitee gebildet.
Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Gemeindesiegel
Aus dem Jahr 1964 sind historische Stempel des Rates der Gemeinde Martinsrieth überliefert.
Quelle: historischer Gemeindestempel, 1964.
1965
Einwohnerzahl
Am 1. Januar 1965 hatte Martinsrieth 267 Einwohner. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Schweres Unwetter
Am 16. Juli 1965 zog zwischen 15 und 23 Uhr ein schweres Unwetter über Martinsrieth und die Umgebung. Stundenlang folgten Gewitter, begleitet von großen Wassermassen und Hagel. Nach der Überlieferung fielen 170 mm Niederschlag.
Das gesamte Getreide lag anschließend am Boden. Im Helme-Kurier heißt es, seit Menschengedenken sei kein vergleichbares Unwetter über Martinsrieth niedergegangen.
Ställe und Häuser standen unter Wasser, sodass die Feuerwehr eingreifen musste.
Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
FDJ-Gruppe der Feuerwehr
Am 2. September 1965 wurde innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth eine FDJ-Gruppe gegründet. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Wehrleiter Heinz Mielke
Im Jahr 1965 wurde Heinz Mielke Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Stärke der Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth hatte im Jahr 1965 insgesamt 39 Mitglieder. Dazu gehörten eine Frauenbrandschutzgruppe mit 10 Personen sowie eine FDJ-Gruppe mit 9 Mitgliedern. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1966
Schule
Ab dem 1. September 1966 kamen die Kinder der 1. Klasse aus Riethnordhausen zum Unterricht nach Martinsrieth. Gleichzeitig besuchten die Kinder der 4. Klasse aus Martinsrieth die Schule in Riethnordhausen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Feuerwehr
Im Jahr 1966 hatte die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth eine Stärke von 35 Kameraden. Darunter befanden sich eine Frauengruppe mit 10 Personen sowie eine FDJ-Gruppe mit 8 Personen. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1967
Gemeindeschenke
Im Jahr 1967 wurde die Gemeindeschenke an Heinz Mielke verpachtet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Tödlicher Unfall am Mühlgraben
Am 31. Mai 1967 fiel der dreieinhalbjährige Detlef Günter in den Mühlgraben und ertrank. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Helmeregulierung
Im Jahr 1967 wurden Arbeiten zur Regulierung der Helme durchgeführt. Quelle: Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
Fertigstellung der Ortsumgehungsstraße
Im Jahr 1967 wurde die sogenannte Ortsumgehungsstraße fertiggestellt. Quelle: Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
1. Platz im Massenwettbewerb
Im Jahr 1967 beteiligte sich Martinsrieth am Massenwettbewerb der Nationalen Front. Nach dem damaligen Zeitungsbericht führten Einwohner zahlreiche Arbeiten zur Verschönerung und Verbesserung des Ortes durch. Dazu gehörten unter anderem Arbeiten an der Brücke, an einer Schleusenanlage, am Futtersilo sowie an Häusern, Fassaden und Stallanlagen.
Besonders hervorgehoben wurde eine von Günter Landeck geleitete Feierabendbrigade. Bürgermeister Alfons Benisch würdigte deren Anteil an den erreichten Leistungen.
Nach damaliger Berechnung wurden innerhalb weniger Wochen Werte von rund 125.000 Mark geschaffen. Martinsrieth erreichte damit im III. Quartal 1967 den 1. Platz im Massenwettbewerb. Der Gemeinde wurden eine Ehrenurkunde des Nationalrates sowie eine Prämie von 500 Mark überreicht.
Zu den besonders ausgezeichneten Einwohnern gehörte der junge Maurerlehrling Achim Geyer.
Quelle: „Martinsrieth auf Platz 1“, Freiheit, 22. November 1967.
1968
Besuch des Landwirtschaftsministers
Am 13. Februar 1968 besuchte Landwirtschaftsminister Reichelt Martinsrieth und besichtigte die Bewässerungsanlage der LPG. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Poststelle
Am 1. November 1968 wurde in Martinsrieth eine Poststelle eröffnet. Sie befand sich in der Dorfstraße 29. Quelle: Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
Feuerwehr
Im Jahr 1968 erhielten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth neue Uniformen. Die Wehr hatte zu dieser Zeit eine Stärke von 33 Kameraden. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1969
LPG
Am 25. Januar 1969 wurde Siegward Krieger Vorsitzender der LPG. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Straßenbau
Im Jahr 1969 wurde die Straße in Richtung Sangerhausen erneuert. Quelle: Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
Anfang 70er Jahre
Gestaltung des späteren Festplatzgeländes
Anfang der 1970er Jahre wurden auf dem Gelände des heutigen Festplatzes die bis heute prägenden Trauerweiden gepflanzt. Die Pflanzung erfolgte durch [Name folgt].
Etwa in derselben Zeit dürfte auch der Rosengarten angelegt worden sein. Gepflegt wurde er von den Jugendlichen des Ortes. Für diese Arbeiten erhielten sie von der FDJ finanzielle Mittel, die ihrem Jugendclub zugutekamen.
Zu den Aufgaben der Jugendlichen gehörte außerdem, die Helmebrücke zu fegen und das Wartehäuschen an der Bushaltestelle sauber zu halten. Auf diese Weise beteiligte sich die Dorfjugend regelmäßig an der Pflege und Verschönerung des Ortsbildes.
Quelle: mündliche Überlieferung; Erinnerungen Martinsriether Einwohner.
1970
Auflösung der Schule
Am 1. September 1970 wurde die Schule in Martinsrieth aufgelöst. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 bis 10 fuhren fortan mit dem Bus nach Tilleda.
Das bisherige Schulgebäude wurde anschließend zur Konsumverkaufsstelle umgebaut.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Feuerwehreinsatz an der Talsperre Kelbra
Im Jahr 1970 waren die Feuerwehren der Helmeniederung an der Talsperre Kelbra im Einsatz, nachdem dort Schäden am Damm aufgetreten waren.
Auch die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth war an diesem Einsatz beteiligt.
Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1971
Volks-, Berufs-, Wohnraum- und Gebäudezählung
Am 2. Januar 1971 wurden im Rahmen der Volks-, Berufs-, Wohnraum- und Gebäudezählung (VBWGZ) für Martinsrieth folgende Angaben erfasst:
245 Einwohner
56 Wohngebäude
67 Wohnungen
76 Haushalte
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Konsumverkaufsstelle im ehemaligen Schulgebäude
Im April 1971 war der Umbau der ehemaligen Schule zur SB-Verkaufsstelle des Konsums abgeschlossen.
Am 3. Mai 1971 wurde die neue Verkaufsstelle eröffnet.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gründung der KAP Sangerhausen
Am 1. Januar 1972 wurde die KAP Sangerhausen gegründet. Ihr gehörten die LPGen Sangerhausen, Wallhausen und Martinsrieth an.
KAP steht für Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1972
LPG-Büro
Am 25. Januar 1972 wurde das neu errichtete LPG-Büro eingeweiht. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Diamantene Hochzeit
Am 12. April 1972 feierten Otto und Ida Töpfer ihre Diamantene Hochzeit. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Interessengemeinschaft „Werterhaltung“
Am 7. Dezember 1972 beschlossen die Volksvertretungen von Wallhausen, Brücken, Martinsrieth, Hackpfüffel und Riethnordhausen gemeinsam die Bildung der Interessengemeinschaft „Werterhaltung“.
Die Volksvertretung von Martinsrieth hatte dazu bereits am 31. August 1972 einen eigenen Beschluss gefasst. Im Interessenrat waren Martinsrieths Bürgermeister Alfons Benisch und H. Deutsch vertreten.
Später schlossen sich auch Tilleda und Edersleben an; ab dem 1. April 1973 gehörte zudem Hohlstedt dazu.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1973
Umgehungsstraße
Am 13. Juli 1973 wurde nach längerer Bauzeit die neu betonierte Umgehungsstraße vom LPG-Gelände bis zur Hauptstraße übergeben. Sie war etwa 300 Meter lang. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Graben
Im Jahr 1973 wurden im Graben Halbschalen verlegt. Quelle: Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
Feuerwehr
Am 12. Mai 1973 fand in Bennungen ein Wirkungsbereichsausscheid der Feuerwehren statt. Die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth belegte dabei den 1. Platz. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Aufbereitung von Weißkohl
Im Jahr 1973 bestand in Martinsrieth eine Aufbereitungslinie für Weißkohl. Nach einem Bericht der Zeitung Freiheit wurde der auf den Feldern maschinell geerntete Kohl mit Lastkraftwagen direkt zur Aufbereitungsanlage nach Martinsrieth gebracht.
Die Kohlvollerntemaschine E 800 erntete auf einer Fläche von 7,5 Hektar. Im Durchschnitt wurden täglich etwa 30 Tonnen Weißkohl zur Aufbereitung transportiert.
In Martinsrieth entfernten Genossenschaftsbäuerinnen die Strünke und Blätter von den Kohlköpfen. Anschließend wurde der gesäuberte Kohl über Förderbänder in Paletten und Stiegen für den Handel oder direkt auf Anhänger verladen.
Der Einsatz der technischen Anlage erleichterte die zuvor überwiegend von Hand ausgeführten Arbeiten erheblich.
Quelle: „Freiheit“, 1973.
1974
Kindergarten
Ab dem 1. April 1974 besuchten die jüngsten Kinder aus Martinsrieth den Kindergarten in Riethnordhausen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Beregnungsanlage
Am 23. Mai 1974 wurde die Beregnungsanlage in Betrieb genommen. Der Grundstein dafür war bereits 1972 gelegt worden. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Dorfbeleuchtung
Am 14. September 1974 wurde die neue Dorfbeleuchtung mit HQL-Lampen erstmals eingeschaltet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Gemeindeschenke
Im Jahr 1974 wurde die Gemeindeschenke an Erika Stimming aus Heygendorf verpachtet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Große Linde an der Helmebrücke
Am 29. Dezember 1974 wurde die große Linde am Ortseingang links der Helmebrücke durch einen Sturm umgeworfen.
Der Baum war 105 Jahre alt und hatte in zwei Metern Stammhöhe einen Durchmesser von etwa 1,10 Metern. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Einbahnstraße
Im Jahr 1974 wurde die Straße vom Konsum bis zur Einmündung in die Hauptstraße erneuert und anschließend als Einbahnstraße ausgewiesen. Quelle: Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
Feuerwehr
Im Jahr 1974 wurde Eberhard Krieger Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Pfingsten
Traditionelles Fußballspiel Oberdorf gegen Unterdorf.
1975
Gemeindeschenke – Schließung
Am 31. Januar 1975 musste die damalige Gastwirtin der Gemeindeschenke ihre Tätigkeit beenden, da sie keine Gewerbeerlaubnis erhielt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
20 Jahre BSG Traktor Riethnordhausen/Martinsrieth
Am 27. Mai 1975 wurde der 20. Jahrestag der Gründung der BSG Traktor Riethnordhausen/Martinsrieth begangen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Straßen- und Wegebau
Im April/Mai 1975 wurden die Seitengasse zum LPG-Stall sowie die Zufahrten zu G. Neidhold und S. Krieger betoniert.
Ende August 1975 wurde außerdem die Seitenstraße zu W. Pabst betoniert.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Ende der Ortschronik durch Johann Rotsch
Am 31. August 1975 gab Johann Rotsch im Alter von 80 Jahren die Führung der Ortschronik ab. Nach Angabe des Helme-Kuriers wurde sie danach nicht weitergeführt. Die chronistischen Unterlagen befanden sich später bei der Gemeinde Martinsrieth in Wallhausen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Wiedereröffnung der Gemeindeschenke
Nach der Schließung seit dem 31. Januar 1975 wurde die Gaststätte am 10. Oktober 1975 wieder eröffnet. Unter mehreren Bewerbern erhielt die Familie Czok aus Wimmelburg die Zusage. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Feuerwehr
Im Jahr 1975 hatte die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth eine Stärke von 18 Kameraden. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1976
Zusammenschluss der LPG
Am 1. Januar 1976 schloss sich die LPG Typ I Martinsrieth mit der LPG Typ III Wallhausen zusammen.
Bei der Festlegung des sogenannten Inventarbeitrages bestanden zunächst Schwierigkeiten. Die LPG Wallhausen forderte anfangs 1.250 Mark je Hektar. Nach mehreren Aussprachen erklärten sich die Mitglieder schließlich bereit, 700 Mark je Hektar zu zahlen. Zu diesem Zeitpunkt fehlten jedoch noch einige Unterschriften. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Geplanter Zusammenschluss der Gemeinden
Am 9. März 1976 war vorgesehen, die Vorarbeiten für einen Zusammenschluss der Gemeinden Martinsrieth, Riethnordhausen und Hackpfüffel zu beginnen. Dazu sollten zunächst weitere Gespräche mit der Bevölkerung geführt werden.
Der geplante Zusammenschluss wurde später vom Rat des Bezirkes Halle nicht bestätigt. Die bereits angesetzte Gründungsversammlung musste deshalb abgesagt werden.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Vorbereitung eines Gemeindeverbandes
Ruth Heinze war Mitglied der Kommission Finanzen und Planung zur Vorbereitung eines Gemeindeverbandes.
Am 23. August 1976 wurde dazu eine Zustandsanalyse der Gemeinde Martinsrieth erstellt. Darin werden folgende Angaben genannt:
Katasterfläche: 400,98 ha = 4,00 km²
240 Einwohner
58 Grundstücke, davon 4 volkseigene
keine Wasserleitung
keine Abwasserbehandlung
keine Schule
kein Kindergarten
ärztliche Betreuung durch SR Dr. Werther in Wallhausen und das Landambulatorium Wallhausen
Bibliothek mit 800 Ausleihen
Dorfklub, Jugendraum und Sportplatz vorhanden
Freiwillige Feuerwehr mit Gerätehaus und 20 Mitgliedern
ZV-Komitee mit 5 Mitgliedern
5 VP-Helfer
Verkehrssicherheitsaktiv (VSA) mit 3 Mitgliedern
DRK-Ortsgruppe mit 11 Mitgliedern
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1977
Gemeindeverband „Helmetal-Wallhausen“
Mit Wirkung vom 1. Oktober 1977 wurde aus der bisherigen Interessengemeinschaft „Werterhaltung“ der Gemeindeverband „Helmetal-Wallhausen“ gebildet. Grundlage war eine Festlegung des Rates des Bezirkes Halle. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Zweite Umgehungsstraße
Im Oktober 1977 wurde die zweite Umgehungsstraße fertiggestellt. Quelle: Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
Birken am Friedhof
Im Jahr 1977 wurden auf dem Friedhof Birken gepflanzt. Quelle:Unterlagen der Gemeinde Martinsrieth.
Pflanzaktion der Feuerwehr
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth pflanzten 1.200 Bäume. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Discos in der Gemeindeschänke
In den späten 1970er Jahren fanden im Saal der Gemeindeschänke unter Gastwirt Czok zahlreiche Discoveranstaltungen statt. Besonders erinnert wird die „Mammut Disco“ mit Dieter und Holger Lindau. Quelle: mündliche Überlieferung. Gemeindeunterlagen
1978
Kooperation Sangerhausen
Im Jahr 1978 gehörten zur Kooperation Sangerhausen:
LPG (P) Sangerhausen
LPG (T) „Thomas Münzer“ Sangerhausen
LPG (T) „Freier Bauer“ Wallhausen
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Einschränkung der Discoveranstaltungen
Wegen Beschwerden und verschiedener Vorkommnisse im Zusammenhang mit den Discoveranstaltungen wurde beschlossen, dass ab dem 1. März 1978 nur noch eine Disco pro Monat stattfinden durfte.
Quelle: Gemeindeunterlagen Martinsrieth.
1979
Strohdiemenbrand
Bei einem Brand eines Strohdiemens war die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth im Einsatz. Durch das schnelle Eingreifen der Kameraden und die Unterstützung von Rolf Krausberg konnten etwa zwei Drittel des Diemens gerettet werden.
Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
80er Jahre
In den 1980er Jahren ließ der Dorfclub Martinsrieth die Tradition des Maskenballs wieder aufleben. Damit wurde an die früheren Maskenbälle im Ort angeknüpft.
Quelle: mündliche Überlieferung.
1981
Brand im Stall der Gemeindegaststätte
In den 1980er Jahren kam es zu einem Brand im Stall der Gemeindegaststätte. Die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth war dabei im Einsatz. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1982
Feuerwehr – Renovierung des Spritzenhauses
Im Jahr 1982 wurde das Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth renoviert. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Feuerwehr – Wirkungsbereichsausscheid
Am 13. Juni 1982 fand in Brücken ein Wirkungsbereichsausscheid der Feuerwehren statt. Die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth belegte beim Löschangriff den 3. Platz und bei der Gruppenstaffette den 1. Platz. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Bürgermeisterin Birgit Boogk
Im Jahr 1982 wird Birgit Boogk als Bürgermeisterin von Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1984
175 Jahre Fastnachtsverein
Im Jahr 1984 wurde das 175-jährige Bestehen des Fastnachtsvereins mit einem großen Festumzug gefeiert. Quelle: mündliche Überleferung
Gründung der Schalmeienkapelle
Aus einer Initiative musikinteressierter Einwohner entstand 1984 die Schalmeienkapelle Martinsrieth. Die ersten Interessenten kamen überwiegend aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr.
Bereits nach etwa vier Monaten intensiver Proben fand der erste öffentliche Auftritt in Martinsrieth statt. In den folgenden Jahren wirkte die Kapelle bei zahlreichen Veranstaltungen in Martinsrieth und anderen Orten mit.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 1/1991, „Schalmeienkapelle Martinsrieth mit anspruchsvollen Zielen“.
Flächenbrand
Im Jahr 1984 kam es beim Strohhäckseln zu einem Flächenbrand. Die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth war im Einsatz. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1985
Erster Auftritt der Schalmeienkapelle
Am 1. Mai 1985 hatte die Schalmeienkapelle Martinsrieth ihren ersten öffentlichen Auftritt. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth
Vom 20. bis 22. Juni 1985 feierte die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth ihr 100-jähriges Bestehen.
Am 20. Juni fand eine Kinoveranstaltung statt. Am 21. Juni begann um 10:00 Uhr die Festsitzung der Feuerwehr; am Abend folgte um 20:00 Uhr eine Tanzveranstaltung.
Der 22. Juni begann um 10:00 Uhr mit einem Pokallauf. Um 12:30 Uhr folgte eine Schauübung, um 13:00 Uhr der Festumzug und um 14:30 Uhr ein Platzkonzert.
Beim Pokallauf im Löschangriff belegte die Feuerwehr Martinsrieth den 6. Platz.
Im Zusammenhang mit dem Jubiläum wurden außerdem die Tore des Spritzenhauses gestrichen.
Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
1986
Schließung der Gaststätte
Im Juli 1986 wurde die Gaststätte wegen eines Wirtewechsels und dringend notwendiger Renovierungsarbeiten geschlossen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1987
Wiedereröffnung der Gaststätte
Im Juli 1987 wurde die Martinsriether Gaststätte nach umfangreichen Renovierungsarbeiten und einem Wirtewechsel wieder eröffnet. Neuer Gastwirt war Erich Rödiger.
Die Gaststätte entwickelte sich erneut zu einem wichtigen gesellschaftlichen Treffpunkt des Ortes. Neben Tanzveranstaltungen fanden dort Zusammenkünfte des Rentnerklubs sowie Veranstaltungen verschiedener Organisationen und Interessengruppen statt. Im Gebäude befand sich außerdem eine Bücherei. Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; „Freiheit“, Dezember 1987, „Ein Kleinod für Martinsrieth“.
Schulkinder besuchen die Goethe-Oberschule
Ab September 1987 fuhren die Martinsriether Schulkinder nach Sangerhausen in die Goethe-Oberschule. Zuvor hatten sie die Schule in Tilleda besucht. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
„Mach mit!“-Wettbewerb und Planerfüllung
Im Jahr 1987 berichtete die Zeitung Freiheit unter der Überschrift „Gemeinsames Handeln sichert Erfolg“ über die Ergebnisse verschiedener gesellschaftlicher Aktivitäten in Martinsrieth.
Nach dem damaligen Bericht waren im Januar bereits 10 % des geplanten Aufkommens im „Mach mit!“-Wettbewerb erreicht worden. Die FDJ hatte ihre Jahresziele bereits zum 38. Jahrestag der DDR abgerechnet, während die Freiwillige Feuerwehr ihren Jahresplan am 10. März mit 107 % erfüllt hatte.
Bei der Sammlung von Sekundärrohstoffen wurden folgende Planstände genannt:
Altpapier: 87 %
Altglas: 75 %
Thermoplastabfälle: 52 %
Quelle: „Freiheit“, 1. November 1987, „Gemeinsames Handeln sichert Erfolg“.
Obst- und Gemüseanbau
Der private Obst- und Gemüseanbau spielte 1987 in Martinsrieth weiterhin eine wichtige Rolle. Nach einem Zeitungsbericht besaß nahezu jede Familie einen Garten.
Über die örtliche Verkaufsstelle wurden unter anderem 94 kg Erdbeeren, 215 kg Gurken, 56 kg Tomaten, 12 kg Johannisbeeren, 10 kg Himbeeren, 169 kg Sauerkirschen und 58 kg Pflaumen zum Verkauf abgegeben.
Quelle: „Freiheit“, November 1987.
Neues Mehrzweckgebäude
Im Dezember 1987 wurde in Martinsrieth das neue Mehrzweckgebäude übergeben. Darin befanden sich eine Poststelle, eine Dienstleistungsannahmestelle und der Kindergarten. Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; „Freiheit“, 1987, „Martinsrieth: Glücklich im neuen Kindergarten“.
Martinsrieth 1987 – Einwohner, Wohnen und Landwirtschaft
Martinsrieth hatte 1987 202 Einwohner und gehörte damit zu den kleineren Gemeinden des Kreises Sangerhausen. Von 110 Einwohnern im arbeitsfähigen Alter waren nach dem damaligen Zeitungsbericht 49 in der Landwirtschaft beschäftigt.
Zum Ort gehörten 78 Wohnungen in 58 Häusern. Diese Zahlen nennt auch der Helme-Kurier. 1996 Helmekurier (Zeittafel)
Nach dem Bericht verfügten 53 Häuser über eine eigene Hauswasserversorgungsanlage. 35 Wohnungen besaßen ein Innen-WC, 53 ein Bad oder eine Dusche und 16 ein modernes Heizsystem. Die Modernisierung weiterer Häuser sollte nach dem Bau einer zentralen Trinkwasserleitung möglich werden.
Martinsrieth gehörte zum Bereich der LPG (P) Sangerhausen. Im Ort befanden sich ein Wohnheim und ein Technikstützpunkt der LPG; die LPG (T) Wallhausen unterhielt außerdem eine Schafherde in Martinsrieth.
Bis Ende November 1987 hatten die Einwohner nach damaliger Berechnung Eigenleistungen im Wert von rund 80.000 Mark erbracht, entsprechend etwa 436 Mark je Einwohner. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Dezember 1987, „Ein kleiner Ort mit großen Initiativen – Martinsrieth baut mit großem Elan ein Mehrzweckgebäude“.
1988
Gemeinschaftsantenne
Im Jahr 1988 wurde in Martinsrieth eine Gemeinschaftsantenne errichtet.
Frauen-Löschgruppe der Feuerwehr
Am 9. Februar 1988 wurde bei der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth eine Frauen-Löschgruppe mit neun Kameradinnen gebildet.
Die Feuerwehr hatte zu diesem Zeitpunkt insgesamt 31 Mitglieder, davon 22 Männer und 9 Frauen. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
SERO-Sammlung
Auch die Sammlung wiederverwertbarer Rohstoffe gehörte zum damaligen Gemeindeleben. Bürgermeisterin Birgit Boogk berichtete 1988 über die Beteiligung der Martinsriether Einwohner und örtlichen Organisationen an der SERO-Sammlung.
Gesammelt wurden unter anderem Altpapier und Altglas.
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, 1988, „SERO geht jeden in unserer Gemeinde an“.
1989
LPG (T) „Thomas Münzer“ Sangerhausen
Im Jahr 1989 wird die LPG (T) „Thomas Münzer“ Sangerhausen unter dem Vorsitz von Thea Greschner genannt. Sie war unter anderem aus der LPG Typ I Martinsrieth, gegründet am 20. Oktober 1958, sowie den LPGen Typ I/III Sangerhausen und Typ III Wallhausen hervorgegangen.
Für die Martinsriether LPG werden als frühere Vorsitzende Paul Kopf, Guido Boogk und Siegward Krieger genannt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Zentrale Wasserversorgung
Im Jahr 1989 wurde in Martinsrieth die neue zentrale Wasserversorgung in Betrieb genommen. Dafür wurde das Ortsnetz vollständig neu verlegt und an eine den Ort querende Fernwasserleitung angeschlossen.
Die notwendigen Erdarbeiten wurden von den Einwohnern des Dorfes in Eigenleistung ausgeführt.
Fünf Jahre Schalmeienkapelle
Im Jahr 1989 feierte die Schalmeienkapelle Martinsrieth ihr fünfjähriges Bestehen.
Kirmes
Zur Martinsriether Kirmes fanden am 30. September und 1. Oktober 1989 Tanzveranstaltungen statt. Veranstalter waren der Dorfklub und der Gastwirt. Quelle: „Freiheit“, September 1989.
Grenzöffnung
Am 9. November 1989 wurden infolge der neuen DDR-Reiseregelung zunächst in Berlin und in der folgenden Nacht auch an weiteren Stellen die Grenzübergänge geöffnet. Der Helme-Kurier führt für Martinsrieth zu diesem Datum kurz „Grenzöffnung“ an. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“; Bundeszentrale für politische Bildung.
Anfang 90er
Gemeindeschänke
Im Bereich der Gemeindeschänke wurden die Räume umgestaltet. Der frühere „Haksch“ – das damalige Jugendzimmer – wurde zum Thekenraum umgebaut. Der bisherige Thekenraum wurde anschließend zu Toilettenräumen umgestaltet.
„Haksch“ = Jugendzimmer.
Quelle: mündliche Überlieferung
1990
Strohdiemenbrand
Im Jahr 1990 kam es zu einem Brand eines Strohdiemens. Beim Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth war ein Löschen offenbar nicht mehr möglich, sodass die Kameraden nur noch Brandwache halten konnten. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Erste freie Kommunalwahlen
Am 6. Mai 1990 fanden in der DDR freie Kommunalwahlen mit konkurrierenden Parteien und Wählervereinigungen statt. Auch für Martinsrieth führt die Zeittafel dieses Datum als Einschnitt in der politischen Entwicklung des Ortes auf. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion
Am 1. Juli 1990 trat die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR in Kraft. Die D-Mark ersetzte damit die Mark der DDR als Zahlungsmittel. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Deutsche Wiedervereinigung
Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Mit diesem Tag endete die DDR als Staat, und der 3. Oktober wurde zum Tag der Deutschen Einheit. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Postleitzahl
Im Oktober 1990 wurde der bisherigen Postleitzahl zur Unterscheidung zwischen ost- und westdeutschen Postleitzahlen ein „O-“ für Ostdeutschland vorangestellt. Für Martinsrieth lautete sie damit:
O-4701 Martinsrieth
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Wiedereinführung des historischen Gemeindesiegels
Nach der politischen Wende wurde das historische Gemeindesiegel von 1885 wieder eingeführt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Bürgermeister Detlef Grottke
Im Jahr 1990 wird Detlef Grottke als Bürgermeister von Martinsrieth genannt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1991
Fahrzeugbrand
Durch Fahrlässigkeit bei Schmiede- und Schweißarbeiten geriet ein Pkw in Brand. Trotz des Einsatzes der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth konnte das Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig gelöscht werden und erlitt Totalschaden. Quellen: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth; Mitteldeutsche Zeitung, 6. Februar 1991.
Kindertag
Anlässlich des Kindertages wurde in Martinsrieth ein Fackelumzug durchgeführt. Die Schalmeienkapelle Martinsrieth begleitete den Umzug musikalisch. Quelle: Helme-Kurier Nr. 1/1999.
Treffen der Schalmeienkapellen
Am 22. Juni 1991 trafen sich mehrere Schalmeienkapellen in Martinsrieth. 1996 Helmekurier (Zeittafel)
Die Martinsriether Schalmeienkapelle zählte zu dieser Zeit 15 Mitglieder. Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“;
Sommerfest
Im Juli 1991 organisierte die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth ein Sommerfest auf dem Schenkplatz. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Schalmeienkapelle Martinsrieth. Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“;
Auflösung des Gemeindeverbandes „Helmetal“
Am 1. Juli 1991 wurde der bisherige Gemeindeverband „Helmetal“ aufgelöst. Anschließend bildeten die Gemeinden Wallhausen, Martinsrieth und Hackpfüffel zunächst eine Verwaltungsgemeinschaft.
Davon zu unterscheiden ist die spätere Verwaltungsgemeinschaft „Helme“, die 1993 mit Wallhausen, Brücken, Hackpfüffel, Riethnordhausen und Martinsrieth gebildet wurde. 1996 Helmekurier (Zeittafel) Externe Darstellungen zur Geschichte Hackpfüffels nennen ebenfalls den 30. März 1993 für die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft „Helme“. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Abwasserverband „Helmetal“
Am 17. September 1991 wurde der Abwasserverband „Helmetal“ gebildet. Ihm gehörten die Gemeinden Tilleda, Hackpfüffel, Brücken, Martinsrieth, Riethnordhausen und Wallhausen an. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Vorhaben- und Erschließungsplan
Am 1. November 1991 wurde im Helme-Kurier Nr. 6/1991 der Vorhaben- und Erschließungsplan Nr. 1 der Gemeinde Martinsrieth – Teil B veröffentlicht. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
1992
Feuerwehr
Am 21. Februar 1992 fand die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth statt. Wehrleiter Eberhard Krieger berichtete über die Arbeit des vergangenen Jahres.
Beim Wirkungsbereichsausscheid hatte die Martinsriether Wehr den 4. Platz erreicht. Außerdem war eine Alarmübung durchgeführt worden. Auch auf kulturellem Gebiet war die Feuerwehr aktiv. Die mit ihr verbundene Schalmeienkapelle Martinsrieth hatte unter anderem den Kreisausscheid der Jugendfeuerwehren in Wallhausen musikalisch begleitet.
Probleme bestanden bei der Gewinnung von Nachwuchs. Auch der bauliche Zustand des Gerätehauses wurde bemängelt und sollte künftig verbessert werden.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 2/1992, „Martinsriether Feuerwehr legte Rechenschaft ab“.
Gründung der Jagdgenossenschaft
Am 31. März 1992 fand in Martinsrieth die Gründungsversammlung der Jagdgenossenschaft statt. Unter Leitung von Bürgermeister Detlef Grottke nahmen mehr als 60 Personen teil.
Während der Versammlung wurden die Satzung bestätigt, der Vorstand und dessen Vorsitzender gewählt sowie Fragen zur Verpachtung der Jagd, zur Höhe und Verwendung des Pachtpreises und zur Ausarbeitung des Pachtvertrages beraten.
Zum ersten Vorsitzenden wurde Georg Knöppel gewählt. Dem Vorstand gehörten außerdem Herbert Meyer und Rolf Krausberg an. Die Jagd wurde an Egon Herzberg aus Sangerhausen verpachtet.
Im Anschluss fanden Flurbegehungen im Martinsriether Jagdgebiet statt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 4/1992, „Gründungsversammlung der Jagdgenossenschaft“.
Verkaufsstelle wieder eröffnet
Nachdem die bisherige Verkaufsstelle in Martinsrieth geschlossen worden war, bestand im Ort vorübergehend keine Einkaufsmöglichkeit für Waren des täglichen Bedarfs. Besonders für ältere Einwohner war dies problematisch.
Die Gemeinde schrieb die Verkaufsstelle daraufhin öffentlich aus. Unter mehreren Bewerbern erhielt Renate Meyer den Zuschlag. Nach der Renovierung des Verkaufsraumes und des Lagers wurde die Verkaufsstelle am 29. Juni 1992 um 8.00 Uhr wieder eröffnet.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 6/1992, „Verkaufsstelle wieder geöffnet“.
Dorffest am Festplatz
Am 25. Juli 1992 veranstaltete die Gemeinde Martinsrieth ein Dorffest auf dem Festplatz an der Helmebrücke. Mit der Organisation war die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth unter Leitung von Wehrleiter Eberhard Krieger betraut.
Das Fest begann um 14.00 Uhr. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Schalmeienkapelle Martinsrieth und eine Blaskapelle aus Pülsfeld. Neben Kaffee und Kuchen wurden Getränke, Rostbratwürstchen und weitere Speisen angeboten.
Quellen: Helme-Kurier Nr. 6/1992, „Dorffest“; Helme-Kurier Nr. 9/1992, „Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth“.
Kindergarten
Im Jahr 1992 wurde der Kindergarten in Martinsrieth geschlossen. Die Kinder besuchten danach wieder den Kindergarten in Riethnordhausen.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
„Gelber Sack“
Am 24. September 1992 wurde in Martinsrieth die Aktion „Gelber Sack“ eingeführt.
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Erste überdachte Sitzgruppe am Festplatz
Im Jahr 1992 wurde auf dem Festplatz an der Helme die erste überdachte Sitzgruppe aufgestellt. Sie stammte aus der Mammut-Brauerei und wurde im Zuge deren Auflösung von Detlef Grottke, Bernd Gebauer und Lutz Gerth geholt und anschließend auf dem Martinsriether Festplatz aufgestellt.
Die Sitzgruppe gehörte zu den ersten Schritten bei der späteren Gestaltung des heutigen Sport- und Festplatzes. Quelle: eigene Erinnerung und privates Foto
1993
Verwaltungsgemeinschaft „Helme“
Am 30. März 1993 wurde die Verwaltungsgemeinschaft „Helme“ mit den Gemeinden Wallhausen, Brücken, Hackpfüffel, Riethnordhausen und Martinsrieth gegründet. Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft war Detlef Grottke. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Satzung der Freiwilligen Feuerwehr
Am 17. Mai 1993 wurde die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth beschlossen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Neue Postleitzahl
Am 1. Juli 1993 wurden bundesweit neue fünfstellige Postleitzahlen eingeführt. Martinsrieth erhielt die Postleitzahl:
06528 Martinsrieth
Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Sommerfest
Am 24. Juli 1993 fand auf dem Festplatz an der Helmebrücke das Martinsriether Dorffest statt.
Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Schalmeienkapelle Martinsrieth und eine Blaskapelle. Für die Kinder wurde eine 6 × 6 Meter große Springburg aufgebaut. Veranstaltet wurde das Fest von den Wirtsleuten und der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth. Quelle: Helme-Kurier Nr. 7/1993 vom 16. Juli 1993, „Dorffest in Martinsrieth“.
Schalmeienkapelle in Baden-Württemberg
Am 29. September 1993 reiste die Schalmeienkapelle Martinsrieth gemeinsam mit einer Delegation aus Wallhausen zur 850-Jahr-Feier der Partnergemeinde Wallhausen in Baden-Württemberg.
Ein besonderer Höhepunkt war ein Auftritt im Rahmen einer Live-Sendung des Regionalsenders SDR 4. Die Schalmeienkapelle Martinsrieth wurde dabei namentlich angekündigt und spielte das Lied „Wenn am hohen Berge der Kyffhäuser grüßt“.
Anschließend beteiligte sich die Kapelle an einem großen Festumzug, an dem insgesamt sieben Kapellen teilnahmen. Quelle: Helme-Kurier Nr. 11/1993 vom 19. November 1993, „Erlebnisreiche Tage in Baden-Württemberg – in Wallhausen“.
Renovierung der Gemeindeschänke
Im Jahr 1993 wurde die Gemeindeschänke unter der Pächterin Andrea Wirt umfassend renoviert und modernisiert.
Dabei erhielten die Gewerbe- und Wohnräume eine Elektroheizung. Außerdem wurden eine neue Küche eingerichtet, neue Theken in Gaststätte und Saal eingebaut sowie die Wohnräume, der Saal und die Gasträume vollständig renoviert. Hinzu kam eine neue Bestuhlung.
Wenn du das genaue Pächterdatum mit aufnehmen möchtest, hatten wir bei deinen bisherigen Unterlagen 9. März 1993 bis 8. November 1994 stehen. Quelle: eigene Unterlagen / Überlieferung zur Gemeindeschänke.
Ehemaliger Kindergarten wird Berufsausbildungsstätte
Das Gebäude des ehemaligen Martinsriether Kindergartens wurde ab dem 1. Februar 1993 als Berufsausbildungsstätte genutzt.
Diese Nutzung bestand bis zum 30. November 1996. Quelle: Gemeindeunterlagen.
St.-Martinsfest
Am 13. November 1993 wurde in Martinsrieth das St.-Martinsfest gefeiert. Dazu fand ein Laternenumzug durch das Dorf statt.Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 15. November 1993.
1994
Hochwasser
Im Januar 1994 führte die Helme bei Martinsrieth Hochwasser. Trotz des gesteuerten Wasserablasses aus dem Kelbraer Stausee trat der Fluss im Bereich der Martinsriether Brücke über die Ufer, verbreiterte sich erheblich und überflutete einige Gärten.
Ältere Einwohner erinnerten sich gegenüber der Presse daran, dass frühere Hochwasserereignisse noch wesentlich größere Ausmaße angenommen hatten. Quelle: Wochenspiegel vom 19. Januar 1994, „Land unter!“.
Stellungnahme zur geplanten Autobahn
Im Zuge des Raumordnungsverfahrens für das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit nahm auch die Gemeinde Martinsrieth zur geplanten Autobahntrasse Stellung.
Da sowohl die untersuchte Nord- als auch die Südvariante die Ortslage in etwa gleichem Abstand berührt hätten, sprach sich die Gemeinde grundsätzlich für Variante 2 aus. Zugleich wurde gefordert, die Linienführung möglichst weit nördlich von Martinsrieth zu führen.
Von besonderer Bedeutung war dabei eine nördlich des Ortes geplante Baufläche. Im Rahmen eines Vorhaben- und Erschließungsplanes war dort unter anderem ein Tagungshotel mit Wohnbebauung vorgesehen. Wegen der Nähe zur geplanten Autobahnauffahrt maß die Gemeinde diesem Vorhaben besondere Bedeutung bei.
Außerdem forderte die Gemeinde eine Prüfung möglicher Belastungen durch Staub und Lärm. Die Stellungnahme wurde von Bürgermeister Detlef Grottke unterzeichnet. Quelle: Helme-Kurier Nr. 2/1994 vom 11. Februar 1994, „Stellungnahme der Gemeinde Martinsrieth“.
Einwohnerzahl
Am 15. März 1994 hatte Martinsrieth 198 Einwohner. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Bürgermeisterwahl
Am 12. Juni 1994 wurde Detlef Grottke zum ehrenamtlichen Bürgermeister von Martinsrieth gewählt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Schalmeienkapelle Martinsrieth
Im Jahr 1994 zählte die Schalmeienkapelle Martinsrieth 22 Mitglieder im Alter zwischen neun und 65 Jahren. Unter der musikalischen Leitung von Eckard Würzburg trafen sich die Musiker einmal wöchentlich zur Probe.
Die Kapelle war regelmäßig bei Veranstaltungen in Martinsrieth und der Umgebung zu hören. In einem Pressebericht wurde außerdem darauf hingewiesen, dass sie bei einem Auftritt in Riethnordhausen irrtümlich mit der Schalmeienkapelle Katharinenrieth verwechselt worden war. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 30. Juni 1994, „Schalmeienkapelle Martinsrieth aktiv“.
10 Jahre Schalmeienkapelle und Sommerfest
Am 23. Juli 1994 feierte die Schalmeienkapelle Martinsrieth ihr zehnjähriges Bestehen mit einem großen Fest.
Die Kapelle war 1984 auf Initiative von Eberhard Krieger und Peter Degenhard gegründet worden. Da die ersten Mitstreiter zunächst über keine entsprechende musikalische Ausbildung verfügten, entschied man sich für den Aufbau eines Schalmeienorchesters. Nach der Beschaffung der Instrumente wurde regelmäßig geprobt. Der erste öffentliche Auftritt fand am 1. Mai 1985 beim Maiumzug in Martinsrieth statt.
Später übernahm Eckard Würzburg die musikalische Leitung, während sich Eberhard Krieger um die organisatorischen Belange kümmerte.
Zum Jubiläumsfest 1994 begann um 13 Uhr ein Umzug durch das Dorf mit der Schalmeienkapelle Martinsrieth und einer Gastkapelle aus Gehofen. Anschließend fand im großen Festzelt ein Gottesdienst mit Pfarrer Bertram statt. Es gab unter anderem Eis, eine Springburg und Luftpistolenschießen.
Am Abend spielten ab 19 Uhr die Pölsfelder Lausbuben zum Tanz auf. Dabei wurde die neue Tanzfläche feierlich eingeweiht. Bürgermeister Detlef Grottke und seine Frau eröffneten den Tanz gemeinsam mit dem damals 85-jährigen Werner Aderhold und dessen Frau. Quellen: Mitteldeutsche Zeitung vom 21. Juli 1994, „Beim ersten Umzug konnten die Zuschauer noch mitsingen“; Helme-Kurier Nr. 9/1994.
Gedicht für die Schalmeienkapelle
Am 26. August 1994 erschien im Helme-Kurier Nr. 9/1994 das Gedicht von Herta Benisch mit dem Titel:
„Ein Dank an die Schalmeienkapelle Martinsrieth“ Quelle: Helme-Kurier Nr. 9/1994.
Neuer Spielplatz
Im Jahr 1994 wurde in Martinsrieth ein neuer und unfallsicherer Kinderspielplatz geschaffen.
Das Vorhaben entstand gemeinsam mit dem CJD Sangerhausen, Bürgermeister Detlef Grottke, dem Verwaltungsamt und unter Mitwirkung von ABM-Kräften. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung fehlte noch die von den Kindern gewünschte Rutsche, die jedoch bereits geplant und bestellt war. Quelle: Helme-Kurier Nr. 10/1994 vom 23. September 1994, „Neuer Spielplatz in Martinsrieth“.
Skatturnier
Am 24. September 1994 fand in der Gemeindeschänke Martinsrieth ein großes Skatturnier statt. Bereits im Vorjahr hatte eine entsprechende Veranstaltung in Martinsrieth großes Interesse gefunden. Quelle: Wochenspiegel vom 21. September 1994.
Gemeinsame Feuerwehrübung
Am 16. September 1994 fand auf dem Schachtgelände in Brücken eine gemeinsame Übung der Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft „Helme“ statt. Auch die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth nahm daran teil. Quelle: Helme-Kurier Nr. 11/1994 vom 21. Oktober 1994, „Gemeinsame Übung der Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft ›Helme‹“.
Anbau am Spritzenhaus
Im Jahr 1994 wurde am Martinsriether Spritzenhaus ein Anbau errichtet. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Geplante Gründung des Skatklubs „Riedgänse“
Am 19. November 1994 sollte der Skatklub „Riedgänse Martinsrieth“ gegründet werden. Die Gründung kam jedoch aus organisatorischen Gründen nicht zustande. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Rad- und Fußweg in Richtung Brücken
Im Jahr 1994 entstand in Richtung Brücken ein geschotterter Rad- und Fußweg. Quelle: eigene Erinnerung / örtliche Überlieferung.
1995
Einwohnerzahl
Am 1. Januar 1995 zählte Martinsrieth 205 Einwohner. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Chip-Karte statt Krankenschein
Im Jahr 1995 wurde die Chip-Karte anstelle des bisherigen Krankenscheins eingeführt. Quelle: Helme-Kurier Nr. 8/1995, „Zeittafel Martinsrieth“.
Hochwasser
Ende Januar 1995 führten Schneeschmelze und starke Regenfälle zu Hochwasser an der Helme. Am 31. Januar war der Pegel in Martinsrieth auf etwa zwei Meter gestiegen.
Wasser drang in Hauskeller ein, Äcker und Gärten wurden überflutet und große Teile der Flur glichen einer Seenlandschaft. Der Stausee Kelbra diente dabei als Rückhaltebecken und nahm einen Teil der Wassermassen auf. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 31. Januar 1995.
Fastnacht – 186 Jahre Tradition
Am 17. und 18. Februar 1995 feierte Martinsrieth das 186-jährige Bestehen seiner Fastnachtstradition. Der damalige Bericht führt die Tradition bis auf das Jahr 1809 zurück.
Zum Programm gehörten eine Tanzveranstaltung, Bütten- und Showauftritte, das traditionelle Ständchenbringen, Frühschoppen und Kindertanz. Quelle: Helme-Kurier Nr. 3/1995 vom 10. März 1995.
Arbeiten am Festplatz
Im Frühjahr 1995 wurde der Festplatz für das bevorstehende Sommerfest umfangreich hergerichtet.
Bürgermeister Detlef Grottke beteiligte sich persönlich an den Arbeiten und bediente unter anderem eine Schieberaupe, die von der Sangerhäuser Firma HSK unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden war. Die Fein- und Einsaatarbeiten übernahmen ABM-Kräfte.
Auch die zur Abgrenzung des Festplatzes gepflanzten Hecken waren zu dieser Zeit bereits gut angewachsen. Ein kleines Problem bereiteten die Gänse des Ortes, die Gefallen an den frisch angelegten Grünflächen fanden. Schließlich wurde das Gelände vorübergehend eingezäunt, bis Grasnarbe und Hecken ausreichend angewachsen waren. Quelle: Helme-Kurier Nr. 6/1995 vom 2. Juni 1995, „Emsiges Treiben auf dem Festplatz in Martinsrieth“.
110 Jahre Freiwillige Feuerwehr
Am 22. Juli 1995 feierte die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth ihr 110-jähriges Bestehen mit einem großen Feuerwehrfest.
Zum Programm gehörten ein Festumzug, ein Gottesdienst, Vorführungen, Musik, Auszeichnungen sowie zahlreiche Angebote für Kinder und Besucher. Besonderes Aufsehen erregte das Badewannenrennen, das in der Presse ausdrücklich als Attraktion des Feuerwehrfestes hervorgehoben wurde.
Das Fest fand großen Zuspruch und wurde von zahlreichen Gästen aus Martinsrieth und der Umgebung besucht. Quellen: Sangerhäuser Zeitung vom 25. Juli 1995, „Badewannenrennen war die Attraktion vom Feuerwehrfest“; „Aus den Gemeinden – Gemeinde Martinsrieth“, Nr. 9/1995, „110jähriges Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth“.
Veröffentlichung der „Zeittafel Martinsrieth“
Am 28. Juli 1995 erschien im Helme-Kurier Nr. 8/1995 die umfangreiche „Zeittafel der Gemeinde Martinsrieth“ von Klaus Thieme.
Die Zeittafel fasste zahlreiche bekannte Daten zur Ortsgeschichte zusammen und wurde später mit Genehmigung des Ortschronisten in den Dorferneuerungsplan Martinsrieth von 2001 übernommen. Quellen: Helme-Kurier Nr. 8/1995; Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
Erste kirchliche Trauung seit etwa zehn Jahren
Am 4. August 1995 fand in der Martinsriether Dorfkirche erstmals seit etwa zehn Jahren wieder eine kirchliche Trauung statt.
Jeanette Apel und Gerald Rüdiger gaben sich an diesem Tag das Jawort. Quelle: Helme-Kurier 1995, „Erste kirchliche Trauung seit ca. 10 Jahren in der Dorfkirche von Martinsrieth“.
Neubau der Firma Auto-Henne
Im August 1995 entstand unmittelbar an der Helme in Martinsrieth ein Neubau für die Firma Auto-Henne. Das auf Kommunaltechnik spezialisierte Unternehmen beschäftigte zu dieser Zeit 22 Mitarbeiter.
Im November 1995 wurde am neuen Firmengebäude Richtfest gefeiert. Rund vier Millionen Mark wurden investiert. Nach der geplanten Fertigstellung im März 1996 sollten dort insgesamt 25 Beschäftigte arbeiten, darunter auch Mitarbeiter aus Martinsrieth. Quellen: Mitteldeutsche Zeitung vom 12. August 1995, „Ein komfortabler Neubau entsteht an der Helme in Martinsrieth“; Mitteldeutsche Zeitung vom 25. November 1995, „Richtfest gefeiert bei Unimog-Vertretung“.
Jugendclub
Ab 1995 durfte der Raum rechts in der Gemeindeschänke als Jugendclub genutzt werden. Quelle: eigene Erinnerung / örtliche Überlieferung.
Schalmeienkapelle
Die Schalmeienkapelle Martinsrieth zählte 1995 insgesamt 21 Mitglieder. Im Laufe des Jahres war sie bei rund 40 Auftritten unterwegs.
Das Repertoire der 1984 gegründeten Kapelle reichte inzwischen vom „Kleinen Trompeter“ bis zu Rock ’n’ Roll. Die Musiker traten bei Festen, Umzügen und Veranstaltungen in Martinsrieth und weit über den Ort hinaus auf.
Zu den auswärtigen Auftritten gehörte auch ein Besuch in Wallhausen im Landkreis Schwäbisch Hall. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 28. September 1995, „Eine Kapelle auf dem Weg vom Kleinen Trompeter zum flotten Rock and Roll“.
Geplanter Skatverein
Der Martinsriether Skatspieler Heinz Röthel plante im Jahr 1995 gemeinsam mit Gleichgesinnten aus Sangerhausen die Gründung eines Skatvereins. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 19. Oktober 1995.
Sanierung des Kirchturms und Fund in der Turmkugel
Ende November 1995 begannen umfangreiche Arbeiten am Kirchturm der Martinsriether Kirche.
Beim Öffnen der Turmkugel am 2. Dezember 1995 kamen historische Schriftstücke und Münzen zum Vorschein. Darunter befanden sich Unterlagen aus den Jahren 1779, 1827 und 1912 sowie Münzen, von denen die älteste aus dem Jahr 1616 stammte.
Nach Abschluss der Sanierung sollten die historischen Stücke wieder in die Turmkugel eingelegt und durch Dokumente aus dem Jahr 1995 ergänzt werden. Quelle: Helme-Kurier Nr. 13/1995 vom 15. Dezember 1995, „Arbeiten am Kirchturm von Martinsrieth“ / „Kirchenschatz in der Martinsriether Kirchturmkugel gefunden“.
Pfarrer Rasmus Bertram
Im Jahr 1995 war Pfarrer Rasmus Bertram für Martinsrieth zuständig. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
1996
Fastnacht
Am 6. Februar 1996 trat die Mädchentanzgruppe im Rahmen der Martinsriether Fastnacht mit einem Tanz auf. Quelle: eigene Unterlagen / private Überlieferung.
Neuer Standort der Firma Auto-Henne
Anfang 1996 nahm die Firma Auto-Henne ihren neuen Standort in Martinsrieth in Betrieb. In den Neubau waren rund 4,3 Millionen Mark investiert worden.
Zu Beginn beschäftigte der Betrieb etwa 18 Mitarbeiter. Für den gesamten Standort waren langfristig deutlich mehr Arbeitsplätze vorgesehen. Neben der Unimog-Vertretung sollten weitere Betriebe angesiedelt werden. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 31. Januar 1996, „Neuer Firmensitz gestern übergeben“.
Schalmeienkapelle – 1. Platz beim Landesmusiktreffen
Am 1. Juni 1996 errang die Schalmeienkapelle Martinsrieth beim Landesmusiktreffen der Feuerwehren in Blankenheim den 1. Platz. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
Kirchturm
Am 6. Juni 1996 wurden die Wetterfahne und der Turmknopf wieder auf den Kirchturm gesetzt.
Zugleich wurden erneut Dokumente in die Turmkugel eingelegt. Damit fanden die bereits Ende 1995 begonnenen Arbeiten am Kirchturm ihren Abschluss. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
Neues Feuerwehrgerätehaus
Im Jahr 1996 begannen die Arbeiten für ein neues Feuerwehrgerätehaus. In der Presse wurde über die ersten Spatenstiche berichtet. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 16. Juni 1996.
Einwohnerzahl
Am 1. Juli 1996 hatte Martinsrieth 210 Einwohner. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
Neuer Sportplatz mit Volleyballfeld
Im Juli 1996 wurde der neue Sportplatz in Martinsrieth eingeweiht. Zur Anlage gehörten ein Fußballfeld und ein Volleyballfeld.
Der Platz entstand als Gemeinschaftswerk von Gemeinde, Einwohnern und örtlichen Firmen und ergänzte den bereits bestehenden Festplatz. Mit seiner Fertigstellung war der heutige Sport- und Festplatzkomplex im Wesentlichen vollendet. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 19. Juli 1996, „Martinsriether wagen sich mit Badewannen auf die Helme“.
Sommerfest und 111 Jahre Freiwillige Feuerwehr
Am 19. und 20. Juli 1996 feierte die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth ihr 111-jähriges Bestehen.
Im Rahmen des Festes wurde zugleich der neue Sportplatz mit Fußball- und Volleyballfeld feierlich übergeben.
Am Freitag fand ein Fußballspiel zwischen der SG Martinsrieth und Fortuna Brücken statt, das mit 0:3 endete.
Am Samstag wurde das Fest mit einem Gottesdienst mit Pfarrer Bertram eröffnet. Zu den Höhepunkten gehörte erneut das Badewannenrennen auf der Helme.
Für die musikalische und kulturelle Gestaltung sorgten unter anderem die Schalmeienkapellen Martinsrieth und Gehofen, der Fanfarenzug Tilleda, der Blankenberger Spielmannszug sowie die Mädchentanzgruppe Martinsrieth. Quellen: Mitteldeutsche Zeitung vom 19. Juli 1996; Mitteldeutsche Zeitung vom 22. Juli 1996.
Neuer Tragkraftspritzenanhänger für die Feuerwehr
Am 20. Juli 1996 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth von der Sphinx GmbH einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA).
Das Fahrzeug war zuvor bei der Betriebsfeuerwehr des Unternehmens eingesetzt worden. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Wieder Disko in der Gemeindeschänke
Nach längerer Pause fanden 1996 wieder Diskoabende in der Gemeindeschänke Martinsrieth statt.
Die Veranstaltungen mit den DJs „Saphir“ fanden besonders bei der Dorfjugend großen Zuspruch und sollten regelmäßig fortgesetzt werden. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 26. September 1996, „Wieder Disko“.
Berufsfortbildung in Martinsrieth
Am Standort Martinsrieth bot die Berufsfortbildungs GmbH eine Fördermaßnahme für langzeitarbeitslose Frauen über 45 Jahre an.
In einer Orientierungs- und Beschäftigungsphase wurden unter anderem Kenntnisse in Holzverarbeitung, Floristik, Garten- und Landschaftsbau sowie am Computer vermittelt.
Die dabei entstandenen Arbeiten wurden anschließend öffentlichen oder gemeinnützigen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, September 1996, „Speziell gefördert“.
Diskussion um ein geplantes Naturschutzgebiet
Am 14. Oktober 1996 fand ein Streitgespräch über ein rund 38 Hektar großes Gebiet bei Martinsrieth statt, das nach damaligen Planungen in einigen Jahren unter Naturschutz gestellt werden sollte.
Dabei wurden insbesondere die vorgesehenen Einschränkungen und Verbote diskutiert. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 16. Oktober 1996, „Lange Verbotsliste sorgt für Bedenken“.
Postkarten mit Martinsriether Motiven
Die Gemeinde ließ 1996 Postkarten mit verschiedenen Martinsriether Motiven drucken.
Die Karten wurden für 1,50 DM verkauft. Davon sollten jeweils 30 Pfennig einer Einrichtung für behinderte Kinder zugutekommen. Quelle: Helme-Kurier vom 13. Dezember 1996.
Weihnachtsfeier der Martinsriether Frauen
Bei einer gemeinsamen Weihnachtsfeier kamen Martinsriether Frauen bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen zusammen.
Für eine Überraschung sorgte der Besuch des Nikolaus. Ein Gedicht von Herta Benisch erinnerte später an die Feier. Quelle: Helme-Kurier vom 17. Januar 1997.
1997
Gedicht „Weihnacht“
Im Januar 1997 veröffentlichte Herta Benisch im Helme-Kurier Nr. 1/1997 das Gedicht „Weihnacht“. Quelle: Helme-Kurier Nr. 1/1997.
Einwohnerzahl
Am 1. Januar 1997 zählte Martinsrieth 217 Einwohner. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
Naturschutz an der Helme
Nach längeren Auseinandersetzungen wurde 1997 ein Teil der Helme bei Martinsrieth vorläufig unter Naturschutz gestellt.
Ziel war vor allem der Schutz der Barben-Laichplätze. Nach Einwänden der Gemeinde wurde die ursprüngliche Planung geändert. Dadurch konnten die Martinsriether unter anderem ihre traditionelle „Badeanstalt“ an der Helme weiterhin nutzen. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Februar 1997.
Ansiedlung der Firma Kesselhut
Im Jahr 1997 siedelte sich die Entsorgungsfirma Kesselhut auf dem ehemaligen LPG-Gelände an.
Nach der Wende hatte sich dort zunächst die Firma Auto-Henne / UNIMOG befunden, bevor diese ihren neuen Standort an der Helme bezog. Quelle: örtliche Überlieferung / eigene Unterlagen.
Ortsverbindung nach Oberröblingen – „Indianerweg“
Im Juni 1997 wurde die Ortsverbindung zwischen Oberröblingen und Martinsrieth übergeben.
Der Weg ist im Ort unter der Bezeichnung „Indianerweg“ bekannt. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
Einwohnerzahl
Am 1. Juli 1997 hatte Martinsrieth 220 Einwohner. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses
Im Jahr 1997 entstand in Martinsrieth ein neues Feuerwehrgerätehaus.
Die wichtigsten Bauabschnitte waren:
16. Juni 1997 – erster Spatenstich
7. Juli 1997 – Grundsteinlegung
31. Juli 1997 – Richtfest
5. Dezember 1997 – feierliche Übergabe
Das neue Gebäude kostete rund 580.000 DM. Die Übergabe wurde musikalisch von der Schalmeienkapelle Martinsrieth begleitet.
Mit diesem Neubau wurde der Bereich um Sportplatz und Festplatz baulich weiter vervollständigt. Quellen: MZ Sangerhausen; Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
Auszeichnung für Eberhard Krieger
Wehrleiter Eberhard Krieger erhielt 1997 die Verdienstmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes. Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth.
4. Helmepokal
Am 30. August 1997 war Martinsrieth Gastgeber des 4. Helmepokals der Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft „Helme“.
Insgesamt traten 22 Mannschaften aus Wallhausen, Hohlstedt, Brücken, Hackpfüffel, Riethnordhausen und Martinsrieth im Löschangriff gegeneinander an.
Erstmals wurden Wanderpokale für Frauen-, Männer- und Jugendmannschaften vergeben. Eine Mannschaft durfte den jeweiligen Pokal dauerhaft behalten, wenn sie ihn dreimal gewonnen hatte.
Bei den Frauen siegte Hackpfüffel mit 1:12,5 Minuten. Bei den Männern gewann Wallhausen mit 59,2 Sekunden, ebenso die Wallhäuser Jugend mit 27,6 Sekunden.
Der Helmepokal war zugleich ein kleines Volksfest auf dem Martinsriether Sportplatz. Neben den Wettkämpfen gab es Unterhaltung und Verpflegung. Anschließend kamen die Feuerwehrleute zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch zusammen.
In der Berichterstattung wurde außerdem auf das damals noch im Bau befindliche neue Feuerwehrgerätehaus hingewiesen.
Quellen: Mitteldeutsche Zeitung vom 29. August 1997, „22 Mannschaften starten zum Löschangriff“; Mitteldeutsche Zeitung vom 1. September 1997, „Wallhäuser Spitze der Feuerspritze“; Kyffhäuser Echo vom 10. September 1997, „Löschangriff in Martinsrieth“.
Feuerwehrchronik
Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Martinsrieth wurde von Anette Enke erstellt. Quelle: Chronik der Feuerwehr Martinsrieth.
Strom- und Telefonleitungen unter die Erde
Im August 1997 wurde in Martinsrieth ein neues Trafohäuschen gebaut.
Im Zuge der Arbeiten wurden Strom- und Telefonleitungen unterirdisch verlegt. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 23. August 1997, „Martinsrieth bekommt Strom jetzt aus der Erde“.
Neuer Straßenbelag
Im Oktober 1997 erhielt die Landstraße zwischen Riethnordhausen und Martinsrieth einen neuen Belag. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 1. Oktober 1997, „Die Landstraße zwischen Martinsrieth und ‚Rio‘ erhält neuen Belag“.
Eiserne Hochzeit
Am 1. Oktober 1997 feierten Elsa und Werner Aderhold ihre Eiserne Hochzeit. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 2. Oktober 1997, „Eiserne Hochzeit für Elsa und Werner Aderhold“.
Weihnachtsbasar
Am 9. November 1997 fand in der Gemeindeschänke Martinsrieth, Dorfstraße 1, der alljährliche Weihnachtsbasar statt.
Von 15 bis 18 Uhr waren die Besucher in die von Frau Wagenhaus geführte Gemeindeschänke eingeladen. Für das leibliche Wohl wurden Kaffee und Kuchen angeboten.
Die Formulierung „Alle Jahre wieder …“ auf der Einladung zeigt, dass der Weihnachtsbasar zu diesem Zeitpunkt bereits eine regelmäßig wiederkehrende Veranstaltung im Martinsriether Dorfleben war. Quelle: Einladung zum Weihnachtsbasar in der Gemeindeschänke Martinsrieth, 9. November 1997.
1998
Verdienstnadel
Auf der Verbandsversammlung des KFV in Wallhausen am 21.03.1998 erhält Detlef Grottke die Verdienstnadel des KFV Sangerhausen. (Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth)
"Treffen der Generationen"
Am 28.05.1998 wurden zu Pfingsten alle Martinsriether sowie ehemalige Martinsriether zu einem Treffen eingeladen. Die Schalmeienkapelle gestaltete ein Platzkonzert. Die Martinsriether Frauen traten mit einem Auftritt auf. Am Abend fand eine Tanzveranstaltung statt. . ("MZ" 28.05.1998).
Schulfahne
Am 24.06.1998 wurde die Schulfahne von 1895 fotografiert. Sie wurde vom Bürgermeister gefunden und in seinem Dienstzimmer aufbewahrt. (Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth)
Sommerfest - Kreismusiktreffen
Im Juli 1998 wurde Martinsrieth zum Treffpunkt zahlreicher Feuerwehrleute und Musiker. Anlass war ein großes Feuerwehr- und Musikfest, bei dem insbesondere die Schalmeienmusik im Mittelpunkt stand. Unter der Überschrift „Der Jüngste kann kaum über die großen Instrumente gucken“ berichtete die Sangerhäuser Zeitung ausführlich über die Veranstaltung.
Musikgruppen und Gäste waren nach Martinsrieth gekommen und sorgten gemeinsam mit den Gastgebern für ein umfangreiches Festprogramm. Dabei standen nicht nur die musikalischen Darbietungen, sondern auch das gesellige Beisammensein und die Begegnung der verschiedenen Vereine und Generationen im Vordergrund. Die Martinsriether Schalmeienkapelle war wesentlich an der Veranstaltung beteiligt.
Besondere Aufmerksamkeit erregten auch die jüngsten Musiker. Der Zeitungsbericht hob hervor, mit welcher Begeisterung bereits Kinder und Jugendliche bei den Schalmeienmusikern mitwirkten – daher die Überschrift, der Jüngste könne „kaum über die großen Instrumente gucken“.
Überschattet wurde das Fest von einem Unfall auf dem Heimweg: Zwei 13 und 14 Jahre alte Radfahrerinnen, die vom Feuerwehrfest kamen, stürzten mit ihrem Fahrrad. Eine der Jugendlichen wurde dabei so schwer verletzt, dass sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste; die andere erlitt leichte Verletzungen.
Quellen: Mitteldeutsche Zeitung, 16. Juli 1998 sowie 20. Juli 1998; Sangerhäuser Zeitung, Juli 1998, „Der Jüngste kann kaum über die großen Instrumente gucken“.
Feuerwehr
Am 22.08.1998 wurde der erste Tag der offenen Tür der FFW durchegführt. (Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth)
Kamerad Erwin Vollmann wird für 40 Jahre treue Dienste in der FFw ausgezeichnet.
Stärke der Wehr:25 Kameraden, darunter 4 Frauen
Am 19.12. fand die Weihnachtsfeier mit Tombola im Gerätehaus statt.
(Quelle: Feuerwehr Chronik Martinsrieth)
Bundestagswahl
30.09.1998 MZ: Vorläufige Ergebnisse der Bundestagswahl
Martinsrieth:
CDU 35,61 %
SPD 35,62 %
FDP 5,30 %
B 90 0
PDS 12,88 %
DVU 7,58 %
(Quelle: Sangerhäuser Zeitung, 30.09.1998, Übersicht „Ergebnisse im Wahlkreis 33 (Ballenstedt/Sangerhausen)“. )
Hochwasser
Anfang November 1998 führte anhaltender Regen zu einer angespannten Hochwassersituation an der Helme. Besonders betroffen war auch Martinsrieth. Gärten und Felder entlang des Flusses standen unter Wasser, während die Wohnhäuser zunächst nicht unmittelbar gefährdet waren.
Am 2. November 1998 berichtete die Mitteldeutsche Zeitung unter der Überschrift „Keller und Gärten im Kreis unter Wasser“ über die Folgen der starken Niederschläge.
Am folgenden Tag hatte sich die Lage weiter zugespitzt. Der Helmepegel in Bennungen erreichte bis zu 1,75 Meter, woraufhin Hochwasseralarmstufe 3 ausgerufen wurde. Gleichzeitig wurde aus der Talsperre Kelbra verstärkt Wasser abgelassen, um dort wieder Rückhalteraum für weitere Niederschläge zu schaffen.
In Martinsrieth standen unmittelbar an der Helme gelegene Gärten und Felder unter Wasser. Mit Sandsäcken wurden Barrieren errichtet, damit das Wasser nicht bis zum neuen Feuerwehrgerätehaus und zur Umgehungsstraße am Ortseingang vordringen konnte. Ein eindrucksvolles Zeitungsfoto zeigt das erst im Vorjahr errichtete Feuerwehrhaus unmittelbar am Hochwasser.
Auch in den folgenden Tagen blieb die Situation angespannt. Die Deiche entlang der Helme waren durch die Wassermassen stark aufgeweicht und sollten nicht betreten oder befahren werden. Bei Martinsrieth hatte sich durch das Hochwasser ein größerer See auf den Feldern gebildet. Die Ortschaft und ihre Häuser waren nach Angaben der Behörden jedoch nicht unmittelbar bedroht.
Noch am 10. November 1998 waren die Auswirkungen deutlich sichtbar. Die Helme hatte sich auf den Martinsriether Äckern ausgebreitet und sich stellenweise einen neuen Lauf durch die überschwemmten Flächen gesucht.
Quellen: Mitteldeutsche Zeitung, 2., 3., 5. und 10. November 1998.
1999
Einwohner
01.01.1999 - 213 Einwohner (Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth)
Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth zählte 1998 25 Mitglieder, darunter vier Frauen. Neben zwei Einsätzen – einer Ölsperre in der Gonna und Sicherungsmaßnahmen am Mühlgraben während des Hochwassers – engagierte sich die Wehr bei Arbeitseinsätzen, einer Schrottsammlung und dem 1. Kreisfeuerwehr-Musiktreffen. Zum Jahresende stand außerdem fest: Die Fördermittel für ein neues Löschfahrzeug waren bewilligt. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, 28.01.1999
Am 1. Dezember 1999 konnte die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth ein neues TSF-W in Empfang nehmen. Das moderne Löschfahrzeug fand seinen Platz im kurz zuvor fertiggestellten Feuerwehrgerätehaus. Die feierliche Übergabe war für Anfang 2000 vorgesehen.
Mühle
Am 08.02.1999 - Müller Werner Büttner, einzige Wassermühle im Landkreis. (Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth)
Fastnacht
Im Februar 1999 feierte Martinsrieth 190 Jahre Fastnacht. Die Tradition reicht laut alten Obermeisterprotokollen bis 1809 zurück. Zu den überlieferten Bräuchen gehörten die Rundgänge der Jungmeister mit Dreschflegel, Forken und Rechen sowie närrische Kontrollen im Dorf.
Zum Jubiläum am 6. Februar 1999 wurde in der Gemeindeschänke erstmals durch die Frauentanzgruppe mit einem umfangreichen Programm aus Tänzen, Sketchen und Musik gefeiert. Am nächsten Morgen folgte der traditionelle Frühschoppen, anschließend die Kinderfastnacht. ("MZ" 12.02.1999).
Gemeindewahl
Wahlergebnis der Gemeindewahl: WG FFw erhält 8 Sitze (Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth)
Sommerfest - 15 Jahre Schalmeienkapelle
Am 17.07.1999 feierte die Schalmeienkapelle ihr 15-jähriges Bestehen. Zu Gast waren die Schalmeienkapelle Martinsrieth, die Feuerwehrkapelle Oberröblingen, der Fanfarenzug Tilleda sowie der Spielmannszug Blankenburg. Zum Programm gehörten ein Badewannenrennen, ein Fußballspiel Martinsrieth gegen Borxleben und eine Tanzveranstaltung mit den Goldau-Musikanten. ("MZ" 15.07.1999, Helme-Kurier, 1999. )
Autobahn
Im Jahr 1999 wurde mit dem Bau der Autobahn A 38 begonnen.
Jugendclub
Im September 1999 übernahmen Helga Riedel und Anette Enke die Leitung des Martinsriether Jugendclubs. Sie wollten wieder mehr Leben in den Club bringen und organisierten unter anderem Feiern, Spielenachmittage und gemeinsame Unternehmungen. Auch bei Dorffesten und Veranstaltungen beteiligten sich die Jugendlichen. ("MZ" 27.09.2000)
Am 10. Dezember 1999 fand außerdem die Weihnachtsfeier für die Kinder und Jugendlichen des Ortes im neuen Gerätehaus statt. Dabei durften die Kinder auch eine Runde mit dem Feuerwehrauto durch Martinsrieth fahren. Quelle: Helme-Kurier, Dezember 1999.
15.10.1999 - der langjährige Bürgermeister der Gemeinde Detlef Grottke verstirbt
01.12.1999 - neues Fahrzeug der FFw TSF-W in Besitz genommen
2000
Einwohner
01.01.2000 - 225 Einwohner (Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth)
Skat
In der Gemeindeschenke Martinsrieth fand ein größeres Preisskat-Turnier über drei Serien statt. Erwartet wurden zahlreiche Skatspieler, darunter Mannschaften aus Sangerhausen, Wernigerode und Hettstedt. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung.
Bürgermeister
Am 16.01.2000 wurde Werner Deutsch als neuer Bürgermeister gewählt. (Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, 17. Januar 2000; Helme-Kurier, Januar 2000. )
Feuerwehr
Ende Januar 2000 feierte die Freiwillige Feuerwehr Martinsrieth die Übergabe ihres neuen Tanklöschfahrzeugs mit Wassertank (TSF-W). Für das Fahrzeug wurden insgesamt rund 170.000 Mark aufgebracht, davon 50.000 Mark durch das Land; weitere Mittel kamen von Gemeinde, Landkreis und Verwaltungsamt.
Die damals 25 Mitglieder der Feuerwehr – 22 Männer und drei Frauen – feierten gemeinsam mit zahlreichen Gästen, darunter auch Feuerwehrkameraden aus der Partnergemeinde Farmsen.
Quelle: Sangerhäuser Zeitung, 31. Januar 2000.
Am 24.01.2000 verstirbt der langjährige ABV Joachim Boogk.
Zur Jahreshauptversammlung des SV "Möwe" RiMa e.V. am 12.02.2000, wird Alfons Benisch zum Ehrenmitglied gewählt. Er war Gründungsmitglied des SV.
(Quelle: Dorferneuerungsplan Martinsrieth)
Fastnacht
Am 24. und 25.02.2000 fanden wieder buntes Abendveranstaltungen statt, in diesem Jahr erstmals auch mit einer Funkengarde. ("MZ" 08.01.2000)
Helmefest
Am 09./10.09.2000 fand in Martinsrieth das Helmefest statt. Das Fest sollte sich als neuer Höhepunkt im Dorfleben etablieren und bot den Einwohnern und Gästen Gelegenheit zum gemeinsamen Feiern. Im Mittelpunkt standen Geselligkeit, Unterhaltung und das gemeinsame Miteinander im Ort.
Musikalische Unterhaltung durch DJ "Messias" aus Donndorf
Sänger Nico Mohr
Feuer - Striptease Show
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, „Helmefest war Auftakt – Neues Highlight für Ort“, 2000.
Kartoffelernte
Eine besonders reiche Kartoffelernte gab es auf einem Feld der Familie Meyer in Martinsrieth. Mit vereinten Kräften wurden die Kartoffeln aufgelesen.
Quelle: MZ Sgh
2001
Fastnacht
Im Jahr 2021 wurde das bunte Abendprogramm mit Auftritten eines Männerballetts erweitert.
Sommerfest
Sommerfest mit Badewannenrennen, musikalischer Umrahmung durch die Schalmeienkapelle sowie einer Mini-Playback-Show. ("MZ" 21.07.2001) und einen Auftritt der Mädchen Tanzgruppe.
Dorferneuerungsplan
Im Jahr 2001 wurde der Dorferneuerungsplan erstellt.
2002
Einwohnerversammlung
Im Januar 2002 wurde zu einer Einwohnerversammlung bezüglich der kommenden Kommunalreform geladen. Rund 20 Martinsriether nahmen teil. ("MZ" 06.01.2002)
Fastnacht
Am 02.02.2002 und 25.02.2002 fanden die Abendveranstaltungen statt, am 26.02.2002 fand der traditionelle Frühschoppen mit Kinderfasching statt. ("MZ" 29.01.2002)
Sommerfest - Kreismusiktreffen
Am 21.07.2002 fand das 5. Kreisfeuerwehrmusiktreffen in Martinsrieth statt.
Eröffnung durch Bürgermeister werner Deutsch und Geschäftsfüherin Brigitte Rau, durch das Programm führte Dieter Probst.Es nahmen die Schalmeienkapelle Martinsrieth, der Spielmannszug Blankenheim, das Feuerwehrorchester Oberröblingen sowie die Feuerwehrblaskapelle Pölsfeld teil.
Zum Rahmenprogramm gehörten ein Gaudirennen sowie der Auftritt der Frauentanzgruppe (Cowboy). ("MZ" 21.07.2002)
2003
Fastnacht
Am 16.02.2003 und 22.02.2003 fanden die Abendveranstaltungen statt, am 17.02.2003 fand der traditionelle Frühschoppen mit Kinderfasching statt. ("MZ" 17.02.2003)
Dorferneuerungsprogramm
Im Juni 2003 wird im Zuge des Dorferneeuerrungsprogramms, durch Bauunternehmen HSK, Schenkplatz neu gepflastert.
Weiterhin wird die Freidhofshalle saniert.
("MZ" 20.06.2003)
Sommerfest
2004
Fastnacht
Seit 195 Jahren gibt es nun Fastnacht in Martinsrieth ("MZ" 09.02.2004)
Bürgermeister
Eberhard Krieger wird zum neuen Bürgermeister gewählt ("MZ" 13.06.2004).
Sommerfest - 20 Jahre Schalmeienkapelle
Am 17.07.2004 feierte die Schalmeienkapelle ihr 20-jähriges Bestehen.
Es fand ein Umzug durchs Dorf mit verschiedenen Kapellen sowie ein Gaudirennen statt. ("MZ" 18.07.2004)
Dorferneuerungsprogramm
Ende 2004 wird die neue Dorfstraße fertig.
2005
Fastnacht
Am 21.01., 28.01. und 29.01.2005 fanden die Abendveranstaltungen statt, am 22.01.2005 fand der traditionelle Frühschoppen mit Kinderfasching statt. ("MZ" 24.01.2005)
Sommerfest
Helmbrücke
Am 27.08.2005 wurde die neue Helmbrücke nach einem Jahr Bauzeit eingeweiht.
Am 01.09.2005 erfolgte die Eröffnung der Brücke.
("MZ" 28.08.2005)
"Unser Dorf wird schöner"
Erster Platz beim Wettbewerb "Unser Dorf wird schöner" im Landkreis Mansfeld Südharz.
2006
Deichbau
In den Jahren 2005 und 2006 wurde der Deich am Martinsriether Helme-Ufer errichtet.
Fastnacht
Auch in diesem Jahr fanden wieder 3 Abendveranstaltungen am 10., 17. und 18.02.06, sowie der tatitionelle Frühschoppen mit Kinderfasching am 11.02.06 statt. ("MZ" 25.01.2006 und 15.02.2006)
Frauentag
Nach 16 Jahren gab es zum 1.Mal wieder eine Frauentagsfeier in der Gaststätte.
Hochwasser
Ende März 2006
Blumenstrauß der Woche
Gerald Rüdiger erhielt den Blumenstrauß der Woche. (MZ von 2025)
"Goldene Aue Pokal"
Am 01.07.2006 fand der "Goldene Aue Pokal" in Martinsrieth statt. Es starteten 11 Jugend-, 5 Frauen- und 14 Männermannschaften. Die Schalmeienkapelle spielte und es endete mit einem gemütlichen Beisammensein ("MZ" 02.07.2006).
Public Viewing
Zur WM 2006 auf dem Festplatz.
Sommerfest - Kreisfest der Feuerwehrmusikanten
Am 15.07.2006 fand in Martinsrieth das 9. Kreisfest der Feuerwehrmusikanten statt.
Es gab einen Umzug durchs Dorf, Auftritte der Kapellen aus Martinsrieth, Oberröblingen, Pölsfeld und Blankenheim, ein Gaudirennen sowie einen Auftritt des hiesigen Männerballetts als „Helme Lerchen“. ("MZ" 16.07.2006)
2007
Fastnacht
Am 09.02. und 17.02.2007 fanden die Abendveranstaltungen statt, am 17.02.2007 fand der traditionelle Frühschoppen mit Kinderfasching statt ("MZ" 06.02.2007 und 11.02.2007)
Sommerfest
Am 21.07.2007 begann das Sommerfest mit einem Zeltgottesdienst des Allstedter Gospelchors.
Es trat die Schalmeienkapelle auf, und es gab ein Badewannenrennen. ("MZ" 23.07.2007)
Oktoberfest
Der Wirt Arne Judersleben veranstaltet ein Oktoberfest. Das junge Männerballett tritt dort auf.
1. Dorfweihnachtsfeier "Unser Dorf hat Zukunft"
Bezüglich der erfolgreichen Teilnahme bei dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft", wurde eine Dorfweihnachtsfeier organisiert, um den Bürgern Dankeschön zu sagen.
Es spielte die Schalmeienkapelle und es gab Kaffee und Kuchen. ("MZ" ...)
2008
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert. ("MZ" 22.01.2008, 28.01.2008)
Eingemeindung - Fusion mit Wallhausen
In der MZ heißt es "Nach Angaben von Ernst Hoffmann, Verwaltungsamtleiter der VG Goldene Aue, ist jetzt auch sichergestellt, dass das Vermögen der bisherigen Gemeinden ausschließlich den künftigen Ortsteilen zugute kommt. ....."
Wallhausen hat mit seinen Ortsteilen künftig insgesamt 2877 Bürger. ("MZ" 04.11.2008)
Sommerfest
Am 18. und 19.07.2008 fand das Sommerfest mit Auftritten von Kapellen und einem Gaudirennen statt.
Das Kfz Kennzeichen MSH (Mansfeld Südharz) wird eingeführt.
2009
Fastnacht - 200 Jahre
Anlässlich der 200-Jahr-Feier gab es eine Festveranstaltung und 3 Abendveranstaltungen. Außerdem wurde, wie alle 25 Jahre, ein großer Umzug durchs Dorf veranstaltet.
Weiterhin fand ein "Generationswechsel" unter den Oberhäupten der Martinsriether Fastnacht statt. Uwe Neidhold löst Werner Wolf als Altmeister ab und als neue Jungmeister kamen Maik Enke und Matthias Gerth dazu. ("MZ" 07.01.2009, 27.01.2009)
Sommerfest - Kreismusiktreffen
Am 18.07.2009 fand in Martinsrieth das 2. Kreismusiktreffen des Landkreises Mansfeld-Südharz statt. Gleichzeitig feierte die Schalmeienkapelle ihr 25-jähriges Bestehen.
Es gab einen Umzug durchs Dorf, Auftritte verschiedener Kapellen
und ein Gaudirennen.
("MZ" 19.07.2009)
Eingemeindung nach Wallhausen
Am 01.07.2009 verlor Martinsrieth seine politische Selbstständigkeit und wurde als Ortsteil in die Gemeinde Wallhausen eingemeindet. fand in Martin
2010
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert. ("MZ" 14.01.2010)
Vertreter des Karneval-Landesverbandes Sachsen-Anhalts überbrachten die Nachricht, dass der Martinsriether Fastnachtsverein 1809 zweifellos der älteste Fastnachtsverein des Landes Sachsen Anhalts ist.
Der Bund Deutscher Karneval hatte schriftlich mitgeteilt, dass der Verein sich "ältester Fastnachtsverein Deutschlands" nennen darf, bis das Gegenteil bewiesen sei. ("MZ" 20.04.2010)
Gemeindeschänke
Im Jahr 2010 wurde die Gemeindeschänke saniert.
Mai Tanz
Am 01.05.2010 fand ein Mai Tanz statt.
"Goldene Aue Pokal"
Am 03.07.2010 fand der "Goldene Aue Pokal" in Martinsrieth statt. Anschließend Public Viewing zur Fußball WM ("Goldene Aue Kurier 7/2010)
Sommerfest - 125 Jahre Feuerwehr
Am 16. und 17.07.2010 fand anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Feuerwehr das Sommerfest in Martinsrieth statt. Zahlreiche Feuerwehren waren zu Gast. Das Fest begann mit einem Umzug durchs Dorf, anschließend gaben die Schalmeienkapelle und das Blasorchester Oberröblingen ein Platzkonzert. Zudem wurden eine Technikschau, ein Badewannenrennen und abends ein Tanz mit der Band „Mit-TOUR“ geboten.
("MZ" 18.07.2010)
Klangmuschel
Bau der "Klangmuschel" am Martinsriether Festplatz.
Unglück
Am 10.11.2010 kam es auf der Landstraße zwischen Riethnordhausen und Martinsrieth zu einem Unfall. Ein PKW erfasste ein 16jähriges, dunkel gekleidetes Mädchen und verletzte es tödlich ("MZ" 11.11.2010).
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier statt. Die Schalmeienkapelle Martinsrieth musizierte vom Kirchturm der St.-Martin-Kirche. Der Weihnachtsmann (Axel König) kam zu Pferd auf den Schenkplatz. Im Gemeindesaal wurde zum gemütlichen Beisammensein mit Musik der Kreismusikschule eingeladen. Auch dort erschien der Weihnachtsmann (Eberhard Krieger) und verteilte Geschenke an die Kinder. ("MZ"13.12.2010).
2011
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert.
Pfingsten
Wie alljährlich wurde am Pfingstsonntag Fußbball gespielt Oberdorf gegen Unterdorf. Das Oberdorf gewann. ("Goldene Aue Kurier")
Sommerfest
Am 15. und 16.07.2011 fand das Sommerfest mit einem Umzug durchs Dorf und einem Gaudirennen statt. Für Musik sorgte DJ Fischi, die Bewirtung übernahm die Gaststätte Martinsrieth.
Hundefest
Am 24.09.2011 veranstaltete Gaby Rohloff ein Hundefest in Martinsrieth.("MZ" 26.09.2011)
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier statt. Zu Schalmeienklängen vom Kirchturm kam der Weihnachtsmann (Peter Ammelung) mit seinem Pferd auf den Schenkplatz. Im Gemeindesaal gab es Kaffee und Kuchen, dort verteilte der Weihnachtsmann gemeinsam mit seinem Elf (Hannes Korpal) nach Gedichtvorträgen Geschenke an die Kinder.
2012
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert. ("MZ" 12.02.2012)
Sommerfest
Am 20. und 21.07.2012 fand das Sommerfest mit einem Fußballspiel Martinsrieth gegen Brücken, Auftritten der Schalmeienkapelle sowie der Kapellen aus Görsbach und Rosperwenda und einem Badewannentriathlon statt.
Oktoberfest
Am 29.09.2012 veranstaltete der Wirt Arne ein Oktoberfest.
Kirmes
Am ersten Novemberwochenende findet seit rund 800 Jahren die Martinsriether Kirmes statt. Am 03. und 04.11. kamen Schausteller nach Martinsrieth. Am Samstagabend fand der Kirmestanz mit Inkognito statt, am Sonntag der Kirchweihgottesdienst sowie ein Frühschoppen in der Gemeindeschänke. ("MZ" 31.10.2012)
St. Martinsfest
Am 10.11.2012 fand das St.-Martinsfest mit Pfarrer Matthias Dräger statt. Aufgrund schlechten Wetters wurde die St.-Martins-Legende in der Kirche aufgeführt. Die Schalmeienkapelle führte den Laternenumzug durch den Ort, anschließend gab es ein Platzkonzert und ein Beisammensein bei wärmenden Getränken. ("MZ" 11.11.2012)
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier statt. Zu Schalmeienklängen vom Kirchturm kam der Weihnachtsmann (Peter Ammelung) mit Pferd auf den Schenkplatz. Im Gemeindesaal gab es Kaffee und Kuchen, dort verteilte der Weihnachtsmann gemeinsam mit seinem Elf (Hannes Korpal) nach Gedichtvorträgen Geschenke an die Kinder.
2013
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit 2 Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert. ("MZ" 03.01.2013, 10.01.2013, 21.01.2013)
Andreas Vollmann löst Uwe Neidhold als Altmeister ab.
Storchennest
Am 15.04.2013 wurde das Storchennest gebaut. Kurze Zeit später (am 15.04.2013) siedelte sich schon das erste Storchenpaar an. (1 Jungstorch).
Kirche
Kirchliche Trauung in Martinsrieth
Deich
Sanierung des Helme Deich Richtung Oberröblingen
Ein Deichverteiligungsweg wurde angelegt.
Sommerfest
Am 19.07.2013 fand das Fußballspiel Martinsrieth gegen Brücken statt. Am 20.07.2013 setzte sich das Sommerfest mit Auftritten der Schalmeienkapelle und der Südharzmusikanten Rosperwenda sowie einem Gaudirennen fort. Abends Musik und Tanz mit DJ Fischi, außerdem Eis von Schmidt, Hüpfburg,... ("MZ" 17.07.2013)
Kirmes
Am 02.und 03.11.2013 fand die Kirmes statt.
St. Martinsfest
Am 10.11.2012 fand das St.Martinsfest mit Gottesdiesnt und der Aufführung der St.Martin Legende auf dem Schenkplatz statt. Die Schalmeienkapelle spielte zum Platzkonzert und anschließenden Laternenumzug durchs Dorf.
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier statt. Der Wirt organisierte ein Märchenspiel aus Voigtstedt, bei dem „Frau Holle“ aufgeführt wurde.
2014
Fastnacht
In diesem Jahr wird die 205. Fastnacht mit 3 Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert. ("MZ" 29.01.2014, 17.02.2014)
Storchennest
14.04.2013 - er ist wieder da ;)
MDR Landpartie
Die MDR-Landpartie machte am 21.05.2014 Station in Martinsrieth und rückte den Ort für ein Wochenende in den Mittelpunkt der regionalen Öffentlichkeit. Zahlreiche Besucher aus der Umgebung kamen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Vereine, Initiativen und Einwohner präsentierten Martinsrieth mit viel Engagement, regionalen Spezialitäten und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm. Die Veranstaltung trug wesentlich dazu bei, den Zusammenhalt im Dorf zu stärken und Martinsrieth über die Ortsgrenzen hinaus bekannt zu machen.
"Radweg für Rio"
Die "Bürgerinitiative "Ein Radweg für Rio" organisierte am 01.06.2014 eine Demo. So wurde gemeinsam vom Riethnordhäuser Sportplatz auf der von der Polizei gesperrten Landstraße 221 nach Martinsrieth geradelt. ("MZ" 04.04.2014).
Public Viewing
Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 wurden in Martinsrieth die Spiele gemeinsam am Helmeufer verfolgt.
Sommerfest - 30 Jahre Schalmeienkapelle
Am 19.07.2014 fand in Martinsrieth das 7. Kreismusikfest der Feuerwehrmusikanten statt. Gleichzeitig feierte die Schalmeienkapelle ihr 30-jähriges Bestehen. Es gab einen Umzug durchs Dorf, Auftritte zahlreicher Kapellen und ein Gaudirennen. ("MZ" 21.07.2014)
Oktoberfest
Der Wirt veranstaltete ein Oktoberfest.
Tag der offenen Tür in der Feuerwehr
Am 03.10.2014 fand der Tag der offenen Tüt in der Feuerwehr statt.
Kirmes
Am 1.Novemberwochenende fand die Kirmes statt.
Martini
Erstmals keine St.Martinsfest in Martinsrieth.
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier statt. Der Wirt organisierte ein Märchenspiel aus Voigtstedt, bei dem „Hänsel und Gretel“ aufgeführt wurde.
2015
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert.
Osterfeuer
Das Osterfeuer wird witterungsbedingt auf den 25.04.2015 verschoben.
Sommerfest - 130 Jahre Feuerwehr
Am 18.07.2015 fand anlässlich des 130-jährigen Bestehens der Feuerwehr Martinsrieth der Kreisausscheid der Feuerwehren in Martinsrieth statt. Für das leibliche Wohl sorgte die Gaststätte Martinsrieth und Eis von Schmidt aus Oberröblingen.
Am Freitag begann das Fest mit dem Fußballspiel Martinsrieth gegen Brücken. Am Samstag um 09 führte ein Umzug durch den Ort.
Neben den Wettkämpfen Kreisauscheid der Feuerwehren des Landkreis MSH und unserem Badewannenrennen wurde auch ein Quietscheentenrennen durchgeführt. Es spielten die Schalmeienkapelle Martinsrieth und die Südharzmusikanten bei Kaffee und Kuchen, Abends Tanz mit Carsten Frisch.
Die Veranstaltung wurde von einem traurigen Ereignis überschattet, als eine Hüpfburg durch eine Windböe erfasst wurde. Ein Mädchen wurde dabei mitgerissen und per Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Halle gebracht. ("MZ" 19.07.2015, 21.07.2015)
Im September 2015 wird die Fahrbanhdecke L221 Rio - Martinsrieth, erneuert und voll gesperrt. ("MZ" 23.09.15)
Kirmes
Erstmals keine Kirmes in Martinsrieth.
Oktoberfest
Der Wirt veranstaltete am 07.11.2015 ein Oktoberfest mit den Party Buben aus Ichstedt, Sonntag Frühschoppen
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier mit Kaffee und Kuchen und musikalischer Begleitung der Schalmeienkapelle statt. Die Kinder der Fastnachtstanzgruppe führten das Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ auf und sangen Weihnachtslieder, bevor der Weihnachtsmann Geschenke verteilte.
"MZ" 31.05.2015 - Udo Härtick wird Bürgermeister von Wallhausen mit seinen Ortsteilen, für die nächsten 7 Jahre.
2016
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert ("MZ" 14.01.2016, 18.01.2016).
Storchennest
3 Jungstörche
Pfarrfest
Am 04.06.2016 wird ein Pfarrfest in Martinsrieth auf dem Festplatz veranstaltet.("MZ" 06.06.2016)
Sommerfest
Am 15. und 16.07.2016 fand das Sommerfest statt. Freitag Fussball Martinsrieth gegen Brücken, Samstag 14 Uhr Kaffee und Kuchen mit Schalmeienkapelle Martinsrieth und Südharzmusikanten Rosperwenda,. Leibliche Wohl Wackelkrippe Tilleda und Eis von Schmidt Oberröblingen, Hüpfburg und Spaß-triatlon, Abends Musik und Tanz.
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier mit Kaffee und Kuchen und musikalischer Begleitung der Schalmeienkapelle statt. Die Kinder der Fastnachtstanzgruppe führten das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ auf, spielten Akkordeon und sangen Weihnachtslieder, bevor der Weihnachtsmann (Marco Triebel) Geschenke verteilte.
"MZ" 06.08.2016 - Karla Rohde zeigt die Blutblume, die 27 Blütenköpfe hat.
2017
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert ("MZ" 22.02.2017).
Storchennest
2 Jungstörche
Vogelgrippe
In Mansfeld-Südharz wurde behördlich auf Grund der Vogelgrippe Stallpflicht für Geflügel angeordnet ("MZ" 15.03.2017)
Sachsgraben
Am 20.02.2017 war Baubeginn für die Brücke am Sachsgraben ("MZ"19.02.2017). Die Fertigstellung war am 27.10.2017. ("MZ" 19.07.2017)
Sommerfest
Am 14. und 15.07.2017 fand das Sommerfest statt. Am Freitag gab es ein Fußballspiel Martinsrieth gegen Brücken, am Samstag Kaffee und Kuchen bei Kapellenklängen der Schalmeienkapelle Martinsrieth und Südharzmusikanten Rosperwenda, ein Gaudirennen, sowie einen Auftritt der Kindertanzgruppe und Abends Tanz mit DJ Fischi. Die Wackelkrippe aus Tilleda sorgte für die Verpflegung. ("MZ" 13.07.2017)
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier mit Kaffee und Kuchen und musikalischer Begleitung der Schalmeienkapelle statt. Die Kinder der Fastnachtstanzgruppe führten das Märchen „Frau Holle“ auf und spielten Akkordeon, bevor der Weihnachtsmann (Marco Triebel) mit seinem Elf (Paul Gerlach) Geschenke verteilte.
2018
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert.
Storchennest
Sommerfest
Am 13. und 14.07.2018 fand das Sommerfest statt. Freitag Fußball alte Herren Brücken gegeb Niederröblingen und Traditionsspiel Martinsrieth gegen Brücken, Samstag Kaffee und Kuchen mit Musik Schalmeienkapelle und Lausbuben Pölsfeld, Badewannenrennen, Hüpfburg, Für das leibliche Wohl - wackelkrippe Tilleda, Abends Disco mit DJ Fischi
Oktoberfest
Am 10.11.2018 veranstaltete die Wackelkrippe ein Oktoberfest auf dem Gemeindesaal.
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier mit Kaffee und Kuchen und musikalischer Begleitung der Schalmeienkapelle statt. Die Kinder der Fastnachtstanzgruppe führten das Märchen „Rotkäppchen“ auf und spielten Akkordeon, bevor der Weihnachtsmann (Marco Triebel) Geschenke verteilte.
2019
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert.
Storchennest
Sommerfest
Am 19. und 20.07.2019 fand das Sommerfest statt.
Freitag Fußball Martinsrieth gegen Brücke, Samstag Samstag Kaffee und Kuchen mit Musik Schalmeienkapelle und Lausbuben Pölsfeld, Hüpfburg, Für das leibliche Wohl - wackelkrippe Tilleda, Abends Disco
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier mit Kaffee und Kuchen und musikalischer Begleitung der Schalmeienkapelle statt. Die Kinder der Fastnachtstanzgruppe führten das Märchen „Der verrückte Märchenkessel“ auf, bevor der Weihnachtsmann (Marco Triebel) Geschenke verteilte.
2020
Fastnacht
Auch in diesem Jahr wird wieder Fastnacht mit Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching gefeiert. ("MZ" 03.02.2020
Storchennest
Das Storchenpaar hatte vier Jungstörche.
Corona
Während des Lockdowns durften keine Veranstaltungen durchgeführt werden...
"MZ"
31.03.2020 - Biber auf Wildkamera Martinsrieth Stephanie Boogk
25.03.2020 - Wolf reist 3 Schafe von Tim Neidhold
2021
Schnee
Am 08.02.2021 fiel starker Schnee, der ganze Ort war regelrecht eingeschneit. Mit viel Manneskraft und Maschinen mussten die Wege wieder freigeräumt werden.
Storchennest
Das Storchenpaar hatte vier Jungstörche.
"MZ"
04.07.2021 -Christine Landeck blickt zurück - Wallhausens Allgemeinärztin gehtin den Ruhestand
19.09.2021 - Was der Fastnachtsverein für die kommende Saison plant.
24.11.2021- Sperrung der Ortsdurchfahrt wg. Anschluss Fernwartungsleitungen der Mitnetz.
2022
Pfingsten
Nach zweijähriger Pause wegen Corona wurde in Martinsrieth erstmals wieder Pfingsten gefeiert.
Sommerfest
Nach zweijähriger Pause, findet im Jahr 2022 in Martinsrieth wieder ein Sommerfest statt.
Dorfweihnachtsfeier
Am 2. Advent fand die Dorfweihnachtsfeier mit Kaffee und Kuchen und musikalischer Begleitung der Schalmeienkapelle statt. Die Jugendtanzgruppe führte ein Puppentheater (Rotkäppchen) auf und die Kinder- sowie die Jugendtanzgruppe führten weihnachtliche Tänze auf. Anschließend brachte der Weihnachtsmann Geschenke.
2023
Storchennest
Die Störche sind über den Winter in Martinsrieth geblieben. ("MZ" 06.01.2023)
Fastnacht
Es darf wieder gefeiert werden. So finden in diesem Jahr Abendveranstaltungen, Frühschoppen und Kinderfasching statt.
Pfingsten
Es gab Kaffee und Kuchen und Abends gegrillte Würstchen beim gemütlichen Beisammensein.
Kirche
Im Zuge der Sanierung der Martinsriether Kirche St. Martin im Juli 2023 wurden bedeutende barocke Malereien des Sangerhäuser Malers Ernst Gottlieb Orth entdeckt und restauriert. Die Kirche St. Martin in Martinsrieth wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut. Im 18. Jahrhundert, zur Zeit von Orths Arbeiten, erfuhr sie eine barocke Umgestaltung, die sich in der kunstvollen Bemalung widerspiegel. ("MZ" 12.07.2023)
Sommerfest
Feuerwehr
Jens Boogk wurde zum dritten Mal in das Ehrenbeamtenverhältnis als Wehrleiter der Martinsriether Feuerwehr berufen (erstmals 2010). Quelle : MZ von 2023)
Gründung Heimatverein
Der Heimatverein Martinsrieth wurde gegründet.
St. Martin
Am 10.11.2023 fand nach zehnjähriger Pause, zuletzt 2013, wieder ein St. Martinsfest in Martinsrieth statt. Es gab einen Familiengottesdienst auf dem Schenkplatz, ein Platzkonzert der Schalmeienkapelle und die Aufführung des Stücks vom Heiligen Martin mit den Heiligen Martin zu Pferd.
Dorfweihnachtsfeier
Am 10.12.2023 fand die Dorfweihnachtsfeier statt. Es gab Kaffee und Kuchen, der Weihnachtsfeier war da und die Kinder- und Jugendtantgruppen des Martinsriether Fastnachtsvereins haben ein paar weihnachtliche Tänze aufgeführt.
Hochwasser
Ab dem 25.12.2023 stieg das Wasser der Helme stark an. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde zum Sandsäckefüllen aufgerufen... ("MZ" 26.12.2023)
2024
Hochwasser
Vom 25.12.2023 bis ins Frühjahr 2024 kam es in der Region Mansfeld-Südharz, einschließlich Martinsrieth, zu einem schweren Hochwasserereignis an der Helme. Verschiedene Ursachen führten zu einem dramatischen Anstieg des Wasserpegels, was die Region an den Rand einer Katastrophe brachte. Der Landkreis MSH musste den Katastrophenfall ausrufen.
Besonders hervorzuheben war die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt in dieser Notlage!
("MZ" 04.01.2024, 09.01.2024)
"MZ"
02.04.2024 - 95-jähriger Paul Keßler erinnert sich an die Rückkehr nach Martinsrieth nach dem 2. Weltkrieg.
Fastnacht
215 Jahre Fastnacht in Martinsrieth wurden mit drei ausverkauften Abendveranstaltungen gefeiert.
Walpurgis Feuer
Da durch das Hochwasser der Platz des Osterfeuers noch grundlos war, fand am 30.04.2024 ein Walpurgis Feuer statt. Ein kleines Highlight war der Auftritt der Kindertanzgruppe des Martinsriether Fastnachtsvereins als kleine Hexen und Teufel.
Pfingsten
Am Pfingssonntag wurde in Martinsrieth wieder Pfingsten gefeiert. Anstelle des traditionellen Fußballspiels wurde ein Tauziehen zwischen Oberdorf und Unterdorf durchgeführt.
Storchennest
Sommerfest
Am 19. und 20.07.2024 fand das Sommerfest in Martinsrieth statt. Die Veranstaltung begann am Freitag mit dem Fußballspiel der Alten Herren zwischen SV Fortuna Brücken und VfB Oberröblingen. Der Höhepunkt am Samstag wurde mit Blasmusik der Schalmeienkapelle Martinsrieth und den Pölsfelder Lausbuben, gefolgt von einem Tanz mit DJ MaRo Deluxe begleitet.
Für die Bewirtung wurde von der Familie Kubatzki übernommen. ("Goldene Aue Kurier" 8/24)
EM 2024
Auch zu dieser EM finden sich die Einwohner zum Public Viewing auf den Festplatz in Martinsrieth zusammen.
Kirmes
Nach 10jähriger Pause findet wieder eine Kirmes statt.
Die Kirmes in Martinsrieth wird nunmehr seit 800 Jahren am ersten Wochenende im November gefeiert, da an diesem Tag die Kirchweihe stattfand. So wie früher werden nicht nur Schausteller, sondern auch Marktstände sein.
In der Kirche fand ein Konzert von der Band Despunsepa statt.
Der taditionelle Kirmestanz wurde mit Live-Musik der Band Incognito begleitet. Für den Ausschank sorgte Daniel Schleenvoigt von der Kaufhalle Tilleda.
St. Martinsfest
Es gab einen Familiengottesdienst auf dem Schenkplatz, ein Platzkonzert der Schalmeienkapelle, und die Kinder des Dorfes führten das Stück vom Heiligen Martin mit den Heiligen Martin zu Pferd auf.
Weihnachtsfeier
Am 07.12.2024 fand die Dorfweihnachtsfeier statt. Es gab Kaffee und Kuchen, der Weihnachtsmann war da und die Kindertanzgruppe des Martinsriether Fastnachtsvereins hat das Märchen Hänsel und Gretel aufgeführt und getanzt.
Christmette
24.12.2023
2025
Fastnacht
Am 15.02.2025 fand die erste Fastnachtsveranstaltung statt, am 21.02.2025 die zweite. Am 22.02.2025 gab es einen Frühschoppen mit Kinderfasching, und am 28.02.2025 folgte die dritte Veranstaltung.
Walpurgisfeuer
Zum zweiten Mal fand am Abend vor dem 1. Mai, organisiert durch den Heimatverein und die freiwillige Feuerwehr, das Walpurgisfeuer statt. Die Kindertanzgruppe des Martinsriether Fastnachtsvereins trat auf.
Heimatverein
Der Heimatverein baute gemeinsam mit den Kindern des Dorfes Nistkästen und brachte diese anschließend im Ort an.
Mit reger Beteiligung nahm der Heimatverein an der Aktion „Wallhäuser Frühjahrsputz“ teil.
Storchennest
Das Storchennest blieb leer, obwohl sich zu Beginn fünf Eier darin befanden.
Blumenstrauß der Woche
Marlies Grottke erhielt für ihr Engagement bei den regelmäßigen Diakonietreffen den „Blumenstrauß der Woche“.
Quelle: MZ, 2025
Auch Gerald Rüdiger erhielt den „Blumenstrauß der Woche“ für sein Engagement für den baulichen Erhalt und die Restaurierung der Dorfkirche.
Quelle: MZ, 2025
Pfingsten
Die Kinder des Dorfes ließen das traditionelle Fußballspiel „Oberdorf gegen Unterdorf“ nach sechs Jahren wieder aufleben. Zuletzt hatte es im Jahr 2019 stattgefunden. Es gab Kaffee und Kuchen, der Grill brannte, und für die Kinder wurden weitere Staffelspiele veranstaltet. Höhepunkt war das Tauziehen der anwesenden Einwohner – Oberdorf gegen Unterdorf. Das Unterdorf gewann beide Wettkämpfe.
Sommerfest
Am 18. und 19.07.2025 fand das Sommerfest mit der Schalmeienkapelle Martinsrieth und den Pölsfelder Lausbuben statt. Die Bewirtung übernahmen die Kaufhalle Tilleda und die Fleischerei Schneider. Am Abend gab es Tanz mit DJ Hoyer.
Kirmes
Am 01. und 02.11.2025 fand das Kirmeswochenende statt. In der Kirche gab die Band "Kalter Kaffee" ein Konzert. Der traditionelle Kirmestanz wurde von der Band Incognito mit Livemusik begleitet. Für den Ausschank sorgte Daniel Schleenvoigt von der Kaufhalle Tilleda.
St.-Martinsfest
Beim St.-Martinsfest fand ein Familiengottesdienst auf dem Schenkplatz statt. Anschließend gab die Schalmeienkapelle ein Platzkonzert. Die Kinder des Dorfes spielten die Legende des heiligen Martin nach, begleitet vom heiligen Martin zu Pferd.
Weihnachtsfeier
Am 07.12.2025 fand die Dorfweihnachtsfeier statt. Es gab Kaffee und Kuchen, der Weihnachtsmann war zu Besuch, und die Kindertanzgruppe des Martinsriether Fastnachtsvereins führte ein kleines Programm auf.
2026
Fastnacht
Am 31.01.2026 fand die erste Veranstaltung statt, am 06.02.2026 die zweite. Am 07.02.2026 gab es den taditionellen Frühschoppen mit Kinderfasching, und am 13.02.2026 folgte die dritte Veranstaltung.
Walpurgis Feuer
Zum dritten Mal fand am Abend zum 1. Mai das Walpurgisfeuer statt.
Die Kindertanzgruppe des Martinsriether Fastnachtsvereins trat auf.
Heimatverein
Mit reger Beteiligung wurde an der Aktion "Wallhäuser Frühjahrsputz" teilgenommen.
Storchennest
Das Storchennest ....