Die Kirche St. Martin ist das älteste und bedeutendste Bauwerk des Ortes Martinsrieth. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut und ist dem heiligen Martin von Tours geweiht. Das Gebäude ist als Baudenkmal in der Denkmalliste erfasst (Erfassungsnummer: 09484352 000 000 000 000) und prägt mit seinem markanten Turm das Ortsbild.
Der Kern der Kirche ist eine spätromanische Chorturmkirche: Der massige Turmchorunterbau besteht aus zweihäuptigem Natursteinmauerwerk und einer Kreuzgratgewölbedecke. Das Obergeschoss des Chorturmes ist als Fachwerk mit Natursteinausfachungen errichtet, später aber ebenso wie das Turmdach mit Schiefer verkleidet worden. Bekrönt wird der Turm von einem barocken Dachreiter mit offener sechseckiger Laterne.
Bereits in der Spätgotik wurde auf der Ostseite ein rechteckiger Altarraum mit Kreuzgratgewölbe angebaut. Im 18. Jahrhundert entstand dann das heutige Kirchenschiff, das von einer charakteristischen Brettertonnendecke überspannt wird.
Die Außenwände des Schiffs bestehen aus zweihäuptigem Natursteinmauerwerk, die Fenster sind von einfachen roten Sandsteingewänden eingefasst. Auch die zweiflüglige Eingangstür ist mit einem profilierten Sandsteingewände versehen. Einige Fenster mussten im 20. Jahrhundert aus finanziellen Gründen mit Glasbausteinen ersetzt werden.
In der Westhälfte des Kirchenschiffs wurde im 18. Jahrhundert eine Hufeisenempore errichtet. Zur Belichtung dienen neben den Fenstern drei kleine Spitzdachgauben in der Tonnendecke.
Bei einer Restaurierung im Jahr 2023 wurden wertvolle barocke Malereien von Ernst Gottlieb Orth freigelegt, die um 1750 entstanden. Sie geben der kleinen Dorfkirche einen besonderen kunsthistorischen Rang.
Die Ausstattung der Kirche ist schlicht, aber von hohem Alter:
ein wohl romanischer Taufstein,
eine spätgotische Sakramentsnische mit originaler Tür,
eine kleine Statue des Kirchenpatrons St. Martin zu Pferde,
sowie eine Glocke um 1300, die zu den ältesten Ausstattungsstücken gehört.
Heute dient die Kirche nicht nur als Ort für Gottesdienste, sondern auch als Rahmen für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen. Damit bleibt sie ein lebendiger Mittelpunkt des Dorfes und zugleich ein wertvolles Zeugnis der Bau- und Kunstgeschichte.
1350 Diese Jahreszahl trägt die größte Kirchenglocke , deren unter Weite 92 cm beträgt: Inschrift der Glocke "WILLEHELM DI MACHTE MICH (Quelle Helme Kurier Nr. 8/1995 „Zeittafel Martinsrieth),
Pastores – Ecclesia – Martino – Rithensium – Tempore – Reformationis
1524 - Pfarrer Leonard Burkard
1541 – Andreas Moringer (Superintendent / Ein Superintendent war in der evangelischen Kirche ein leitender Geistlicher für einen größeren Kirchenbezirk. Vereinfacht könnte man ihn mit einem kirchlichen Aufseher vergleichen. Er beaufsichtigte die Pfarrer und Gemeinden seines Bezirks.)
1546 – Johann Steif
1591 – Blasius Stange
– Melchior Gündel
– M. Nicolaus Craul
– Johann Seime
– Johann Craul
1627 – M. Jacobus Lakmann
1643 – Bartholomäus Schneider (ging 1644 nach Rio)
1650 – Andreas Kohl (gest. am 11. Nov. 1663)
1664 – Christophorus Hoffmann (1682 nach Riethnordhausen verzogen)
1682 – Andreas Vogel:
1749 – Christian Vogel
1750 – M. Ludovicus Rudorhius Bennotinsa Francus
1751 – Christian Gottlieb Lochmann
1753 – Gotthardt Samuel Kirchhoff
1806 – Johann Gottlieb Bornkessel
1811 – Johann Friedrich Drechsler
1815 – Johann Christoph Kloß
1842 - August Wilhelm Ferdinand Rothe geb am 13.05.1800 vorher Rector zu Freiburg
1878 – Hugo Richard Haun:
1889 – Friedrich Otto Freuding
1896 - Paul Kästner
Während einer längeren Vakanz 1896 wurde die Stelle von Vikar Höfer verwaltet. Sein Name stand auf einer damals umgegossenen Glocke.